. Welt-Aids-Tag

AIDS-Kampagne wirbt für Sympathie

Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember gibt es eine neue Kampagne. Es geht darum, Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV abzubauen – in der Gesellschaft und insbesondere am Arbeitsplatz.
AIDS-Kampagne wirbt für Sympathie

Marika ist eine von vielen HIV-Positiven, die der neuen AIDS-Kampagne ihr Gesicht verleihen.

HIV-positive Menschen wenden sich bis zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember an die Öffentlichkeit. Mit mutigen Statements wie „Ich habe HIV. Und den Respekt meiner Kollegen. Hätte ich auch Deinen?“ werben sie auf Plakaten sowie in einem Kino- und TV-Spot für Toleranz und Solidarität.

Ziel der neuen nationalen Kampagne „Positiv zusammen leben!“ ist es, Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV in unserer Gesellschaft abzubauen. Die Kampagne mit dem Schwerpunkt „HIV in der Arbeitswelt“ wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Partnerschaft mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) umgesetzt.

Zwei Drittel aller HIV-Positiven arbeiten. Genauso viele haben schon Diskriminierung im Alltag erlebt

Eine HIV-Infektion führt nicht automatisch zur Arbeitsunfähigkeit. In Deutschland arbeiten nach aktuellen Schätzungen zwei Drittel aller HIV-Positiven. Eine von der BZgA beauftragte Studie der DAH zeigt, dass 61 Prozent der befragten HIV-Positiven ihre Infektion am Arbeitsplatz verschweigen – häufig aus Angst vor Benachteiligung. Diese Befürchtung ist nicht unbegründet. „Alarmierende 77 Prozent der befragten Menschen mit HIV haben im Jahr vor der Befragung Diskriminierung im Alltag erlebt. Das zeigt, wie wichtig unsere Kampagne ist“, sagte BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott.

Carsten Schatz, Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe, bezeichnete es als vollkommen inakzeptabel, dass Menschen mit HIV am Arbeitsplatz mit Diskriminierung rechnen müssen. „Dafür können wir gemeinsam vieles tun: Arbeitgeber können das Thema zum Beispiel im Betrieb ansprechen, Leitlinien zum Umgang damit erstellen und die Kampagne ‚Positiv zusammen leben!’ aktiv unterstützen.“

Dank der fortschrittlichen medizinischen Versorgung hat sich die Lebenserwartung von Menschen mit HIV deutlich verlängert. Die Zahl der Betroffenen wird deswegen in den kommenden Jahren weiter wachsen. Es leben schon heute nahezu doppelt so viele Menschen mit HIV/AIDS in Deutschland als noch vor 15 Jahren.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr warb dafür, HIV-Positive darin zu bestärken, offen mit ihrer HIV- Infektion umzugehen. Es sei daher wichtig, ein offenes Klima für HIV-Positive zu schaffen und Benachteiligungen im Arbeitsleben abzubauen.

Lesen Sie auch:
  • Aktuelle Schätzung der Zahl von HIV-Infektionen in Deutschland
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: AIDS , HIV , Entstigmatisierung

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema HIV

| HIV ist heute gut behandelbar. Doch knapp 13.000 Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer Infektion. Die Deutsche Aids-Hilfe will darum (Haus-) Ärzte stärker mit ins Boot nehmen und gibt ihnen hilfreiche Tipps.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Praxis Dr. Becker, Wittenbergplatz 2, 10789 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.