. Afghanistan

Ärzteschaft verurteilt Angriff auf Klinik in Kundus

Die Bundesärztekammer hat den US-Luftangriff auf ein Krankenhaus im afghanischen Kundus scharf verurteilt. Bei dem Bombardement wurden in der Nacht zum Samstag 22 Menschen getötet, darunter 12 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und 3 Kinder.
Nach US-Luftangriff auf Krankenhaus in Kundus fordert die Bundesärztekammer, Ärzte in Kriegsgebieten besser zu schützen

Nach US-Luftangriff auf Krankenhaus in Kundus fordert die Bundesärztekammer, Ärzte in Kriegsgebieten besser zu schützen

Nach der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und dem Weltärztebund hat nun auch die Bundesärztekammer den US-Luftangriff auf ein Krankenhaus im afghanischen Kundus scharf verurteilt. „Der Angriff auf das Krankenhaus in Kundus ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Gesundheitseinrichtungen immer häufiger in den Fokus von kriegerischen Auseinandersetzungen geraten“, warnte BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery. Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte seien in Kriegssituationen auf einen besonderen Schutz angewiesen. Das medizinische Personal sichere die Versorgung der Zivilbevölkerung und von Verletzten, ganz gleich welcher Kriegspartei, betonte er. 

Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen war voll belegt

Montgomery verwies in diesem Zusammenhang auf mehreren Resolutionen des Weltärztebundes, wie etwa der Stellungnahme zum Schutz und der Integrität von Gesundheitspersonal in bewaffneten Konflikten und anderen Gewaltsituationen. Der Präsident des Weltärztebundes, Dr. Xavier Deau, betonte abermals die Notwendigkeit, die Sicherheit von Krankenhäusern, Gesundheitseinrichtungen, Patienten und Gesundheitspersonal in bewaffneten Konflikten zu gewährleisten. Dabei sei die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes für den Schutz von Gesundheitseinrichtungen besonders wichtig.

Bei dem Luftangriff waren in der Nacht zum Samstag zwölf Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und zehn Patienten getötet worden, darunter drei Kinder. 37 Menschen wurden schwer verletzt. Einige der am schwersten verwundeten Opfer wurden zur Stabilisierung in ein Krankenhaus in Pol-e-Chomri gebracht, etwa zwei Stunden Autofahrt entfernt. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich 105 Patienten und Angehörige im Krankenhaus sowie mehr als 80 internationale und einheimische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen.

Gesundheitseinrichtungen in Kriegsgebieten besser schützen

Die Hilfsorganisation hatte bereits am Samstag klargestellt, dass die präzise Lage des Krankenhauses (GPS-Koordinaten) an alle Konfliktparteien klar kommuniziert worden sei, auch in Kabul und Washington. Dennoch sei das Bombardement 30 Minuten lang fortgesetzt worden. Der Leiter der Programmabteilung von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel Bart Janssens forderte alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit von Gesundheitseinrichtungen und Personal zu respektieren. Zugleich verlangte er Aufklärung darüber, wie es zu diesem schrecklichen Vorfall kommen konnte.

Die amerikanischen Luftstreitkräfte räumten mittlerweile ein Versehen ein und sind dabei, den Vorfall zu untersuchen.

Foto: © WavebreakMediaMicro – Fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik

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