Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
04.11.2020

Ärzte warnen: Schmerzmedizinische Einrichtungen nicht wieder schließen

Mediziner warnen davor, stationäre schmerzmedizinische Einrichtungen wegen der Coronakrise erneut zu schließen. Auch während des Lockdowns müssten Schmerzpatienten weiter versorgt werden, so der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD).
Schmerzmedizin, Corona

Mediziner fordern, auch während der Coronakrise die Versorgung anderer Erkrankungen auftrechtzuerhalten

Beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hatte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn die Krankenhäuser aufge­for­dert, planbare Eingriffe zu verschieben, um mehr Kapazitäten für die Behandlung von COVID-19- Intensivpatienten zu haben. In der Folge waren drei Viertel der stationären schmerzmedizinischen Einrichtungen in Krankenhäusern geschlossen worden. Alle anderen Kliniken hatten ihre schmerz­medizinischen Kapazitäten deutlich reduziert. Das ergab eine Umfrage des BDSV von Mitte April.

Hygienemaßnahmen schützen Patienten

„Sollte aufgrund der aktuellen Infektionslage erneut erwogen werden Krankenhäuser aufzufordern, elektive Eingriffe zu verschieben, darf dies nicht wieder wie im Frühjahr zu Lasten von Patienten mit chronischen Schmerzen gehen“, erklärte der BVSD-Vorsitzende Professor Joachim Nadstawek. Er warnt ausdrücklich vor einer womöglich geplanten erneuten Schließung von teil- und vollstationären schmerzmedizinischen Einrichtungen während der aktuellen Corona-Pandemie.

„Wir haben inzwischen gelernt, besser mit dem Coronavirus umzugehen. Mit den vom BVSD und Hygieneexperten gemeinsam entwickelten Hygienemaßnahmen zur Infektionsprophylaxe können wir unsere Patienten mit chronischen Schmerzen im Rahmen der Pandemie weiterhin versorgen“, so Nadstawek.

 

Schließung schmerzmedizinischer Einrichtungen nicht nötig

Einer Mitteilung des BVSD zufolge hat der Verband in Abstimmung mit Hygieneexperten detaillierte und systematische Hygieneempfehlungen für die teil- und vollstationäre Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen im Rahmen der Corona-Pandemie veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen dabei demnach Maßnahmen zur Infektionsprophylaxe für Gruppentherapien. Die Schließung schmerz­medizinischen Ein­rich­tungen in Krankenhäusern sei daher nicht wieder notwendig.

Ambulante Angebote nicht ausreichend

Schätzungsweise 3,4 Millionen Deutsche leben mit chronischen Schmerzen. Doch nur rund 350.000 Patienten können von einem ambulant tätigen Schmerztherapeuten versorgt werden. Eine stationäre Schmerztherapie kann notwendig sein, wenn die Schmerzen ambulant nicht in den Griff zu bekommen sind oder ihre Ursache nicht herausgefunden kann. Auch bei einer Abhängigkeit von Schmerzmedikamenten kann ein Aufenthalt in einer Schmerzklinik sinnvoll sein. 

Foto: Adobe Stock / upixa

Autor: anvo
Hauptkategorien: Corona , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schmerzen , Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schmerzbehandlung

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.

Für Babys ist liebevolle Berührung existenziell: um sich geborgen zu fühlen, physisch und psychisch zu gedeihen und später normale Beziehungen eingehen zu können. Zwischenmenschliche Berührung wirkt auf sie wie ein sanftes Arzneimittel: Sie verlangsamt den Herzschlag, baut Stress ab und führt im Körper zu Entspannung.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin