Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Ältere Patienten vor gefährlicher Lungenentzündung schützen

Bei älteren Krankenhaus-Patienten gehören Lungenentzündungen zu den häufigsten Komplikationen. Sie verlaufen oft tödlich. Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober raten Experten zu Schutzmaßnahmen.
Ältere Patientin

Angehörige können etwas tun, um ältere Klinikpatienten vor Lungenentzündung zu schützen

Lungenentzündungen gehören bei den ab 60-Jährigen zu den häufigsten Komplikationen bei einem Krankenhaus-Aufenthalt. Bei schwerem Verlauf stirbt etwa jeder zehnte an den Folgen der sogenannten Pneumonie. Experten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) erklären, was Angehörige tun können, um den Patienten davor zu schützen.

Lange Bettlägerigkeit - etwa nach einem Sturz oder einer Operation - kann die Lungenentzündung begünstigen. Im Liegen atmen die Betroffenen flacher als in aufrechter Position. Zudem haben sie Schwierigkeiten beim Abhusten, sodass die tieferen Bereiche der Lunge nicht ausreichend durchlüftet werden und sich Schleim in den Bronchien ansammelt, heißt es in einer Mitteilung der DGP.

Beim Verschlucken gelangen können Fremdkörper in die Lunge

Ist das Immunsystem zusätzlich durch das Alter oder eine Mangelernährung geschwächt, nisten sich schnell Bakterien auf diesem Nährboden ein. Auch wenn Senioren sich beim Essen oder Trinken verschlucken, können Fremdkörper in die Lunge gelangen und dort eine Entzündung auslösen.

„Gerade bei Senioren verläuft die Pneumonie oft ohne typische Anzeichen wie Fieber, Husten oder eitrigen Auswurf“, erklärt Dr. Sven Stieglitz, Sprecher der Gruppe Pneumologische Altersmedizin der DGP. Die Lungenentzündung sei dann nur schwer von einer harmloseren Bronchitis zu unterscheiden.

 

Impfung gegen Pneumokokken empfohlen

Deshalb sei es wichtig, dass Menschen sich ab dem 60. Lebensjahr gegen Pneumokokken impfen lassen. Die Impfung schützt vor einem schweren Verlauf der Lungenentzündung - vorausgesetzt, der Schutz wird etwa alle sieben Jahre aufgefrischt.

Ältere Patienten vor Lungenentzündung schützen

„Pfleger und Angehörige können während des Krankenhausaufenthalts vieles tun, um das Risiko zu verringern“ , sagt DGP-Experte Stieglitz. Fünf Maßnahmen empfehlen Experten besonders.

  • Nach der Operation sollte der Patient möglichst schnell wieder in Bewegung kommen. Angehörige können beim Umlagern, Aufsetzen oder Aufstehen helfen, sofern der Patient dazu in der Lage ist.

  • Im Alter leiden viele Menschen auch an Schluckstörungen. Patienten sollten beim Essen und Trinken aufrecht sitzen, damit ihnen das Schlucken leichter fällt.

  • Gründliche Mundhygiene verhindert, dass sich Bakterien im Hals- und Rachenbereich ansammeln.

  • Die Fenster des Krankenzimmers sollten regelmäßig zum Lüften geöffnet werden.

  • Regelmäßige Atemübungen helfen, die Atemmuskulatur wieder aufzubauen und die Lunge zu belüften. Die regelmäßige Anwendung von Atemtherapiegeräten öffnet die Bronchien und lockert den zähen Schleim. Alternativ kann der Patient einen Luftballon aufpusten oder Wattebäuschchen durch einen Strohhalm blasen.

Foto: bilderstoeckchen/Fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alter , Pneumokokken , Lunge
 

Weitere Nachrichten zum Thema Altern

16.01.2019

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Darmkrebs: Die Häufigkeit dieser Krankheiten könnte durch eine ballaststoffreiche Ernährung deutlich gesenkt werden. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Meta-Studie, die jetzt im Fachmagazin „Lancet“ veröffentlicht wurde.

23.03.2020, aktualisiert: 23.03.2020

Älteren Menschen wird angesichts des grassierenden Corona-Virus geraten, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Doch durch die weltweit gestiegene Nachfrage sind die Impfstoffe knapp geworden.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin