Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

70 Prozent aller Schlaganfälle vermeidbar

Zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober ruft die Deutsche Schlaganfallhilfe zu mehr Bewegung auf. Laut der Organisation wären 70 Prozent aller Schlaganfälle vermeidbar.
Schlaganfall: Jeder kann sein Risiko verringern

Mühsame Reha nach Schlaganfall: Jeder kann sein Risiko verringern

Trotz verbesserter Akutbehandlung in den Stroke Units hat der Schlaganfall nicht an Schrecken verloren. Er ist noch immer die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. So kommt nur etwa jeder dritte Betroffene langfristig unbeschadet davon. Bei zwei Dritteln bleiben zum Teil schwerste neurologische Defizite zurück, die von Lähmungen, Schluckstörungen über den Verlust der Sprache bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen und Demenz reichen.

Schlaganfall und Lebensstil hängen eng zusammen

Dabei könnte ein Schlaganfall in den meisten Fällen verhindert werden. Die Deutsche Schlaganfall Hilfe sagt: 70 Prozent aller Schlaganfälle wären vermeidbar - durch ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung, Verzicht auf das Rauchen und regelmäßige Kontrolle der persönlichen Risikofaktoren. Dazu zählen Vorhofflimmern, hohe Blutfettwerte, hohe Blutzuckerwerte und Bluthochdruck.

Das Motto des Welt-Schlaganfalltags am 29. Oktober lautet: "Jeder Schritt zählt!" Denn Bewegung ist einer der wichtigsten "Gesundmacher". "Weil körperliche Aktivität nicht nur die Gefäße gesünder macht, sondern auch weitere Risikofaktoren für einen Schlaganfall wie Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen und Übergewicht reduziert", erläutert Miriam Mashkoori, Präventionsexpertin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe.

 

Moderater Sport empfohlen

Dabei gehe es nicht um sportliche Spitzenleistungen, sondern um moderate Bewegung, wie sie von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen werde, meint Mashkoori.

Die WHO rät zu 150 Minuten Sport pro Woche, wobei es besser ist jeden Tag ein bisschen was zu machen, als einmal pro Woche ein Powerprogramm. Für eine gute Schlaganfall-Prävention kann es zum Beispiel ausreichen, an fünf Tagen in der Woche 30 Minuten zu walken oder schnelle spazieren zu gehen. Damit sollte man schon in jungen Jahren beginnen.

Jeden vierten wird es treffen

Laut der "Global Burden of Disease Study" liegt das das Risiko, in seinem Leben einen Schlaganfall zu erleiden, bei 25 Prozent. Das heißt jeden vierten wird es einmal treffen.

Durch Prävention wie eben Bewegung kann man aber viel dafür tun, zu den drei von vier Personen zu gehören, die von einem Schlaganfall verschont werden. Mit dieser Botschaft will auch die Deutsche Schlaganfall Hilfe in der Bevölkerung werben.

Mashkoori. „Präventionskampagnen sind wenig erfolgsträchtig, wenn sie mit der Angst werben, statt Motivation zu schüren. Deshalb hat die Schlaganfall-Hilfe die Rechnung umgedreht und verkündet die gute Botschaft: "3 von 4 erleiden keinen Schlaganfall".

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schlaganfall , Prävention , Sport
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

08.10.2019

Meist sind es Laien, die Zeugen eines Schlaganfalls werden. Häufig sind sie sich jedoch nicht sicher, ob es sich wirklich um einen Schlaganfall handelt und was sie tun sollen. Der FAST-Test gibt eine einfache Hilfestellung, wie in diesem Fall vorzugehen ist.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Der Schlaganfallexperte Dr. Ingo Schmehl über die kurze Zeitspanne für die Akuttherapie und warum viele Patienten ihren Schlaganfall verschlafen.
 
Weitere Nachrichten


Bei der Bewältigung der Coronakrise in Deutschland sind deutliche Schwächen erkennbar geworden. Insbesondere die Digitalisierung des Gesundheitssystems und eine bessere Nutzung medizinischer Daten zur Versorungssteuerung müssen vorangetrieben werden. Eine erste Bewertung zur Bewältigung der Pandemie hat Gesundheitsstadt Berlin in einem Podcast mit dem Vorstandsvorsitzenden des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, vorgenommen.
 
Interviews

Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin