. Medikamente richtig lagern

30 Grad plus: Millionen Arzneimittel müssen gekühlt werden

Schon im Mai herrschten Temperaturen wie im Hochsommer. Unterdessen müssen 30 Millionen temperaturempfindliche Arzneimittel der Hitze trotzen. Bei einem Drittel darf die Kühlkette nicht einmal kurzzeitig unterbrochen werden.
Medikamente, kühlen

Nicht nur im Sommer müssen viele Medikamente im Kühlschrank aufbewahrt werden

In Deutschland gehen jedes Jahr 660 rezeptpflichtige Arzneimittel über den Tisch. Davon müssen etwa 30 Millionen kühl, das heißt bei 8 Grad Celcius, gelagert werden. Bei 8,2 Millionen also fast einem Drittel muss sogar eine ununterbrochene Kühlkette zwischen 2 und 8 Grad Celcius gewährleistet sein. Beispiele dafür sind Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Gelbfieber. Auch einige Dosieraerosole gegen Asthma sowie einige Glaukom-Augentropfen müssen ununterbrochen gekühlt werden. Die Zahlen beziehen sich lediglich auf Arzneimittel der gesetzlichen Krankengversicherungen und stammen vom Deutschen Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) aus dem Jahr 2017. Hinzukommen privat verordnete und frei verkäufliche temperaturempfindliche Arzneimittel.

Kühl Lagern -Hinweis auf der Packung

Ob ein Arzneimittel kühlpflichtig ist, können Patienten auf der Verpackung an einem entsprechenden Hinweis erkennen.Werden Medikamente mit auf Reisen genommen, eignet sich eine Kühltasche ohne Kühlpads. Bei Insulin oder anderen Medikamenten, die im Kühlschrank gelagert werden müssen, ist Vorsicht geboten, wenn Kühlakkus eingesetzt werden. „Das Insulin darf nicht einfrieren und sollte deshalb mit einem Handtuch umwickelt werden“, sagt Berend Groeneveld, Apotheker und Patientenbeauftragter des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). Insulinpens, die im Gebrauch sind, könnten dagegen bei Raumtemperatur gelagert werden, aber nicht über 25 Grad Celsius.

 

Zäpfchen können schmelzen

Bei Temperaturen von über 30 Grad ist es allerdings schwer, Räume kühl zu halten. Im Zweifel sind die Pens dann doch besser im Kühlschrank aufgehoben. Zäpfchen können zum Beispiel unter der starken Erwärmung unbrauchbar oder unwirksam werden. Durch eine zu starke Erwärmung können Spraydosen aufreißen oder explodieren. Zäpfchen wiederum können schmelzen. Beim Abkühlen verteilt sich der Wirkstoff in der Zäpfchengrundlage ungleichmäßig, wodurch die Wirkung des Arzneimittels beeinflusst werden kann.  „Patienten, die unsicher sind, können aber jederzeit in ihrer Apotheke fragen“, so Groeneveld.

Foto: © EdNurg - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arzneimittel

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.