. Haushaltsbeschluss des Berliner Senats

260 Millionen Euro Investitionsförderung für die Krankenhäuser der Hauptstadt

Insgesamt 260 Millionen Euro Investitionsförderung sieht der Haushaltsentwurf des Berliner Senats für die kommenden zwei Jahre für die Berliner Krankenhäuser vor – deutlich mehr als bisher, doch weit weniger als erwartet.
Investitionsförderung für die Krankenhäuser in Berlin beschlossen

260 Millionen Euro plant der Berliner Senat für die Krankenhäuser bis 2019 ein.

Enttäuscht reagierte daher die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG). Die Anhebung der Investitionsfinanzierung sei ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings noch nicht ausreichend, so die BKG-Vorsitzende Brit Ismer. „Der Investitionsstau kann dadurch nicht verringert werden, sondern vergrößert sich vielmehr. Grund hierfür ist, dass anders als in anderen Bundesländern in Berlin der Aufbau von Versorgungsstrukturen für die wachsende Stadt zu finanzieren ist und bereits ein erheblicher investiver Nachholbedarf besteht“, so Ismer weiter. Allein für den Aufbau von 1000 neuen Betten bis 2020, der im Krankenhausplan zur Versorgung der zunehmenden Bevölkerung in der Metropolregion Berlin vorgesehen ist, veranschlagt die BKG einen Investitionsbedarf von über 230 Millionen Euro.

Bundesdurchschnitt der Investitionsförderung für die Krankenhäuser nicht erreicht

Der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und Linken in der Berliner Landesregierung sieht vor, dass die Mittel für die Investitionsförderung auf den Bundesdurchschnitt angehoben werden. Diesen Durchschnittswert beziffert die Krankenhausgesellschaft auf rund 150 Millionen Euro.

Eine Summe von 150 Millionen Euro Investitionsförderung für die Krankenhäuser pro Jahr hat in der vergangenen Woche auch der SPD-Gesundheitsexperte im Berliner Abgeordnetenhaus, Thomas Isenberg, im Rahmen eines Rettungsplanes für die Berliner Kliniken gefordert. Er plädierte dafür, dass eine Trendwende in der Klinikfinanzierung im Rahmen des Haushaltsbeschlusses sicherstellt wird. Zudem machte er sich im Vorfeld des Beschlusses unter anderem für eine Sonderprogramm gegen Klinikinfektionen stark und appellierte an die besondere Verantwortung des Landes Berlin für die kommunalen Vivantes Kliniken.

Vor allem im großen Versorgerkrankenhaus am Standort Neukölln von Vivantes besteht erheblicher Investitionsbedarf. Die Rettungsstelle platzt aus allen Nähten. Vivantes kann sich nach dem Haushaltsbeschluss nun Hoffnung auf eine Finanzierung der dringend nötigen Investitionen machen. „Das Vivantes-Klinikum in Neukölln wird saniert. Der Erweiterungsbau des sogenannten Nordkopfes wird umgesetzt“, ließ Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) im Anschluss an die Beschlussfassung mitteilen.

 

Krankenhausgesellschaft fordert Nachbesserungen an der Investitionsförderung

Die BKG verdeutlicht, dass selbst die Anhebung auf den Bundesdurchschnitt nicht genügen würde, um die Berliner Krankenhäuser auf Vordermann zu bringen. Den Investitionsbedarf beziffert sie auf rund 256 Millionen Euro pro Jahr. Dabei ist die Uniklinik Charité noch nicht berücksichtigt. „Wir halten daher eine Anpassung des KHG-Haushaltes über den Senatsbeschluss hinaus in Richtung des tatsächlichen Investitionsbedarfs für dringend erforderlich“, so BKG-Geschäftsführer Uwe Slama.

Der Haushaltsentwurf des Senates muss im Berliner Abgeordnetenhaus beraten und beschlossen werden bevor er in Kraft treten kann.

Foto: MSchuppich – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
 

Weitere Nachrichten zum Thema Investitionsförderung für die Krankenhäuser

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
COVID-19-Impfstoffe vorschnell und leichtfertig einsetzen: Statt eine Pandemie zu beenden, könnte das selbst zur Katastrophe werden. Während in Russland oder China Präparate verdächtig früh auf den Markt kamen, bestehen die westlichen Arzneimittelbehörden darauf, dass Wirksamkeit und Unschädlichkeit wissenschaftlich überzeugend belegt sind. Hierfür gibt es die „klinischen Phasen I, II und III“.
Gut jeder Vierte, der aufgrund von Corona-Beschränkungen statt im Betrieb zu Hause arbeiten muss oder kann, empfindet die fehlende Trennung zwischen Berufs- und Privatleben als Belastung. Vor allem Frauen mit Kindern erleben dies als stressig. Das besagt eine Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Aber es gibt darin auch Tipps, um das Homeoffice für Körper und Psyche gesünder zu gestalten.
 
 
. Interviews
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.