. Stammzellforschung

Zahnimplantate halten durch Stammzellen besser

Damit Zahnimplantate im Kiefer fest verankert werden können, ist eine feste Struktur des Kieferknochens notwendig. Forscher arbeiten an einer Methode, bei der Stammzellen die Verbindung zwischen Implantat und Kieferknochen verbessern sollen.
Stammzellforschung in der Zahnmedizin

Zahnimplantate setzen eine feste Kieferknochenstruktur voraus.

Wenn ein oder mehrere Zähne verloren gegangen sind, ist ein Zahnersatz notwendig. Der Ersatz kann dann an den anderen noch vorhandenen Zähnen befestigt werden, oder an einer künstlichen Zahnwurzel, die im Kieferknochen fest verankert wird - einem sogenannten Zahnimplantat. Beim Einsetzen der Implantate ist der Zahnarzt allerdings auf eine feste Struktur der Kieferknochen angewiesen, in der die künstlichen Wurzeln halt finden können.

 

Fehlt diese Knochenstruktur, war bisher eine Operation notwendig, bei der Knochen aus einem anderen Bereich, beispielsweise dem Unterkiefer, transplantiert werden.

Um diese aufwändige Operation zu vermeiden, entwickeln Forscher derzeit Methoden, bei denen die fehlenden Knochen mit Hilfe von Stammzellen wieder aufgefüllt werden. Dafür werden Stammzellen aus der Kieferknochenhaut entnommen und dann im Kieferbereich angesiedelt.

Implantate wachsen durch Stammzellen besser in den Kiefer

Stammzellen aus der Kieferknochenhaut sind nach Angaben der Wissenschaftler für die Unterstützung von Zahnimplantaten besonders gut geeignet, da sich ihr knochenbildendes Potenzial im Alter nicht zurückbildet und für die Entnahme der Zellen nur ein minimalinvasiver Eingriff notwendig ist. Die Stammzellen können dann beispielsweise herkömmliche Titanimplantate besiedeln, damit sie mit Hilfe der knochenbildenden Zellen schneller und besser in das Umgebungsgewebe einwachsen.

Das Forschungsprojekt, bei dem die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKGC) und die Sektion Medizinische Werkstoffkunde und Technologie (MWT) des Universitätsklinikums Tübingen zusammenarbeiten, ist Teil des von der BioRegio STERN Management GmbH geförderten Gesamtprojekts „Gesundheitsregion REGiNA“. Das Hauptziel der Kooperation ist es, ein mit Stammzellen besiedeltes Knochenersatzmaterial zu entwickeln, das sich mit der Zeit zurückbildet und durch die neu gewachsene körpereigene Knochenstruktur vollständig ersetzt wird.

Stammzellen als neue Hoffnung in der Zahnmedizin

Während das Forschungslabor der MKGC geeignete Stammzellen aus der Kieferknochenhaut isoliert, entwickelt die Sektion MWT das passende resorbierbare Trägermaterial für diese Zellen. Dafür beschichten die Wissenschaftler das Knochenersatzmaterial mit Substanzen, welche die Stammzellen zum Ansiedeln und Differenzieren anregen sollen, sodass die gewünschte Knochenstruktur gebildet wird.

Nach erfolgreichen Laborversuchen sind die Forscher optimistisch. „Wir hoffen, dass wir in den nächsten Jahren dazu fähig sind, Patienten mit diesen Implantaten im Kieferbereich zu helfen", erklärt Dr. Dorothea Alexander-Friedrich, Leiterin des Forschungslabors.

Foto: © comartist.de - Fotolia.com

Autor: red

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