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07.11.2013

Lungenkrebspatienten profitieren von personalisierter Therapie

Lungenkrebs ist die häufigste Krebstodesursache. Personalisierte Therapien können jedoch das Leben einiger Patienten beachtlich verlängern. Das zeigt eine neue Lungenkrebsstudie aus Nordrheinwestfalen.
Lungenkrebspatienten profitieren von personalisierter Therapie

Lungenkrebsstudie: Personalisierte Therapie verlängert das Leben um bis zu 24 Monate

Gegen bestimmte Formen von Lungenkrebs gibt es seit einigen Jahren zielgerichtete Medikamente. Die so genannten Tyrosinkinase-Inhibitoren werden eingesetzt, wenn per genetischer Diagnostik eine EGFR-Mutation oder eine ALK- Translokation nachgewiesen wurde. Eine Lungenkrebsstudie mit 5.000 Patienten aus Nordrhein-Westfalen hat nun gezeigt, dass die Patienten erheblich von der  "personalisierten Therapie", also den zielgerichteten Medikamenten , profitieren: Patienten mit EGFR-Mutationen lebten im Schnitt zwei Jahre länger, wenn sie mit dem personalisierten Therapieverfahren behandelt wurden. Patienten mit ALK- Translokation lebten rund 15 Monate länger.

Mehr genetische Untersuchungen notwendig

„Das Überleben der Patienten, die auf Basis von Genuntersuchungen eine personalisierte Therapie erhalten, kann gegenüber der klassischen Chemotherapie deutlich gesteigert werden“, erläutert Studienleiter Prof. Dr. Jürgen Wolf, Ärztlicher Leiter des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln die Studienergebnisse. „Daraus leitet sich für uns ab, die molekulare Diagnostik künftig bei der Diagnosesicherung unbedingt zu berücksichtigen.“ Auch bei anderen Tumor-Erkrankungen habe man ähnliche Erkenntnisse gewinnen können, „deswegen werden wir die genetischen Untersuchungen schon bald auf alle Krebspatienten ausweiten“, so Wolf.

Auf dem weltgrößten Lungenkrebskongress im australischen Sydney präsentierten die Kölner Forscher am 30. Oktober noch ein weiteres wichtiges Ergebnis: Der „großzellige Lungenkrebs“ – er gilt bislang als Variante des „nichtkleinzelligen Lungenkrebses“ (NSCLC) macht rund 10 bis 15 Prozent aller Lungenkrebsdiagnosen aus – kann durch sorgfältige Gentypisierung fast immer den anderen histologischen Untergruppen zugeordnet werden, hieß es in Sidney. „Diese Erkenntnis könnte die Diagnose ,großzelliger Lungenkrebs’ auf Dauer überflüssig machen und damit die Klassifizierungssystematik der Erkrankung verändern“, sagt Prof. Dr. Reinhard Büttner, Direktor des Instituts für Pathologie der Uniklinik Köln und einer der drei Studienleiter. Durch die sehr umfangreiche Identifizierung und Zuordnung genetischer Veränderungen zu den verschiedenen Lungenkrebs-Arten habe man diagnostische Sicherheit gewonnen. „Bei einer so lebensbedrohlichen Erkrankung wie Lungenkrebs ist eine exakte Diagnose von Anfang an für die richtige Therapie entscheidend.“

 

BMBF förderte die Lungenkrebsstudie

Bei der Studie arbeitete die Uniklinik Köln zwischen 2010 und 2013 eng mit niedergelassenen Onkologen im Rahmen zweier Projekte zusammen: dem „Clinical Lung Cancer Genome Project (CLCGP)“ und dem „Netzwerk Genomische Medizin (NGM)“. Beide Programme wurden vom Bundesforschungsministerium (BMBF) gefördert. Dazu Prof. Dr. Roman Thomas, Leiter der Abteilung Translationale Genomik an der Universität zu Köln und ebenfalls Studienleiter: „Die Arbeit in einem großen funktionierenden Netzwerk war ein entscheidender Erfolgsfaktor für dieses Projekt. Nur durch die aktive Mitwirkung vieler Krankenhäuser und Praxen konnten unsere Wissenschaftler ausreichend Material sammeln, um diese relevanten Erkenntnisse zu gewinnen.“

Lungenkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung sowohl bei Männern als auch bei Frauen und verursacht rund ein Viertel aller Krebstodesfälle. Jährlich erkranken rund 34.000 Männer und 15.600 Frauen an Lungenkrebs.

Foto: © psdesign1 - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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