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01.10.2015

Depressionen werden nicht optimal behandelt

Die Behandlung Depressiver muss deutlich verbessert werden. Das fordert DGPPN-Präsidentin Dr. Iris Hauth anlässlich des 12. Europäischen Depressionstages. Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. 4,9 Millionen Menschen sind jedes Jahr betroffen.
Depressionen betreffen Menschen aus allen sozialen Schichten

Depressionen werden nach wie vor unzureichend behandelt

Die Krankheit wirke sich auf die gesamte Lebenssituation der Betroffenen aus und belastet Familie, Partnerschaft und Freundschaften. Oftmals kommen Probleme am Arbeitsplatz hinzu, so Hauth weiter. Depressionen treten in jedem Lebensalter auf, unabhängig von Geschlecht und sozialem Status.

Wird die Diagnose frühzeitig gestellt und erfolgt eine leitliniengerechte Behandlung, könnte einem Großteil der Erkrankten dauerhaft geholfen werden. Doch viele Betroffene müssten zu lange warten, bis sie einen Termin bei einem Psychiater oder einem Psychotherapeuten bekommen.

Depressionen: Nur 25 Prozent werden leitliniengerecht behandelt

Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie chronisch werden. Bei schweren Depressionen besteht das Risiko des Suizids. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass 18 Prozent der Menschen mit schweren Depressionen nicht behandelt werden.

Zudem erhalten nur 25 Prozent der Patienten eine Behandlung, wie sie die wissenschaftlichen Leitlinien empfehlen. In diesen sind unterstützende Gespräche und Psychotherapie bei allen Schweregraden der Depression angezeigt, bei mittelschweren und schweren Depressionen auch antidepressive Medikamente. Diese Empfehlungen werden in der Praxis zu wenig umgesetzt.

 

Bevölkerung noch besser über Depressionen informieren

Auf gesellschaftlicher Ebene gebe es nach wie vor auf Unwissen und Vorurteile gegenüber Menschen mit Depressionen, sagte Dr. Iris Hauth. Dies hindere Betroffene, Hilfe zu suchen und damit möglichst rasch die notwendige Behandlung zu erhalten. „Wir müssen die Allgemeinbevölkerung noch konsequenter informieren und aufklären“, forderte die DGPPN-Präsidentin.

Gleichzeitig müsse die Behandlung noch stärker auf der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz gründen und den gegenwärtigen Stand des medizinischen Fortschritts berücksichtigen. Ein deutschlandweites Disease-Management-Programm (DMP), wie es das neue Versorgungsstärkungsgesetz vorsieht, sei der richtige Weg.

Foto: Niki Love

Autor: red
 

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