. Sturzprophylaxe

Augenarzt: Pflegeheimbewohner schlecht versorgt

Knapp die Hälfte der Pflegeheim-Bewohner hat Sehprobleme. Die können Stürze und Knochenbrüche verursachen, unbehandelte Augenerkrankungen zur Erblindung führen. Eine bessere Augenarzt-Versorgung wäre nötig.
Sehprobleme

Fast die Hälfte der Senioren im Pflegeheim hat Sehprobleme

Das fordert die Stiftung Auge, die jetzt die Ergbnisse der Studie OVIS vorstellte. Dafür wurden 600 Bewohner aus 32 Heimen untersucht. Ihr Durchschnittsalter betrug 83 Jahre. 46 Prozent klagten über Sehprobleme. Bei 61 Prozent der Senioren gab es behandlungsbedürftige Augenbefunde.

Am häufigsten wurden grauer Star, altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und grüner Star (Glaukom) festgestellt. 31 Prozent der betagten Patienten wurde geraten, sich in den nächsten zwei Monaten bei einem Augenarzt vorzustellen, bei 6 Prozent war eine sofortige Vorstellung nötig. In vielen Fällen fehlten oft nur die richtige Brille oder eine einfache Behandlung, um wieder gut zu sehen. Die größte Hürde auf dem Weg in die Augenarzt-Praxis stellten die mangelnden Transportmöglichkeiten dar - das gaben 40 Prozent der Befragten an.

Augenarzt: Pflegeheimbewohner schlecht versorgt

“Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen schwere Augenerkrankungen frühzeitig zu erkennen, bevor das Sehvermögen Schaden nimmt und der Grad der Pflegebedürftigkeit dadurch möglicherweise weiter zunimmt“, erklärt Prof. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Schlechtes Sehen beschleunigt soziale Isolation und das Fortschreiten einer möglichen Demenz. Dazu kommt: Übersehene Teppichkanten oder Stufen sind gerade bei älteren Menschen häufig Auslöser für Stürze. Deren Auswirkungen gestalten sich bei Senioren dramatischer als bei jüngeren Menschen, da die Knochen nicht mehr so stabil sind. Oft ist dadurch der Heilungsprozess langwierig.

Stürze und Frakturen können zu Pflegebedürftigkeit führen

Durch das hohe Alter der Betroffenen und eventuelle Begleiterkrankungen erholen sich viele von ihnen nicht mehr vollständig und werden pflegebedürftig, sagt Dr. Peter Heinz, Vorstandsmitglied der Stiftung Auge.

Eine Fraktur am Hüftgelenk ist der Hauptgrund für eine Einlieferung ins Krankenhaus bei über 85-jährigen Frauen. Rund die Hälfte der Patienten kann nach einem Oberschenkelhalsbruch nicht mehr in ihr altes häusliches Umfeld zurückkehren und ist nach dem Krankenhausaufenthalt auf Pflege angewiesen.

Foto: Giulio_Fornasar/Fotolia.com

Autor: bab
Hauptkategorie: Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Pflege

Weitere Nachrichten zum Thema Augenerkrankungen im Alter

| Gegen Grauen Star gibt es nach wie vor keine medikamentöse Therapie, doch eine ausgewogene Ernährung und Bewegung könnn die Augenerkrankung hinauszögern. Offenbar ist vor allem ausreichend Vitamin C wichtig, um einem Grauen Star vorzubeugen.
| Wenn die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend durch den Tränenfilm geschützt wird, spricht man vom trockenen Auge. Die Folge sind oft tränende Augen. Prof. Peter Wiedemann gibt Tipps für ein entspanntes Sehen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Das Krankenhausstrukturgesetz soll mehr Qualität ins deutsche Gesundheitswesen bringen. Doch notwendig ist eine regionale Bedarfsplanung, die den stationären und ambulanten Bereich umfasst. Die Bildung von Zentren scheint kein Allheilmittel zu sein.
Die Zahl der Ansteckungen mit Krätze ist in Nordrhein-Westfalen stark angestiegen. Vermehrt wurden Fälle aus Kitas und Schulen gemeldet. Das berichten verschiedene Zeitungen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Mehr als jeder dritte Pflegebedürftige wird über Nacht zum Pflegefall. Angehörige müssen dann nicht nur die Pflege organisieren, sondern einen Berg an Bürokratie bewältigen. Töchter & Söhne-Gründer Thilo Veil will sie dabei unterstützen.
Prof. Dr. Diana Lüftner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), über die Kampagne „Klug entscheiden“, ihre Bedeutung für Krebspatienten und warum Ärzte ein neues Bewusstsein für Über- und Unterversorgung brauchen.
Die größte Angst der Deutschen ist derzeit die Angst vor Terroranschlägen. Wie man damit umgeht, warum die Mißtrauensschleife Ängste schürt, und wie man das Angstgedächtnis verhindert, erklärt die Berliner Notfallpsychologin Gabriele Bringer in einem Interview.