. Notruf 112

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Risiko für einen Herzinfarkt besonders hoch

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, besonders hoch. Das gilt vor allem für Menschen, die über 75 oder bereits chronisch krank sind. Das zeigt eine schwedische Studie.
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An den Weihnachtsfeiertagen ist das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, erhöht. Das gilt besonders für Menschen, die über 75 oder bereits chronisch krank sind - und zum Beispiel an Diabetes oder koronarer Herzkrankheit leiden. Das zeigt eine aktuelle schwedische Studie, die Registerdaten von über 280.000 Klinikaufnahmen wegen Herzinfarkts auswertete.

Ursache für die erhöhte Herzinfarkt-Rate ist wahrscheinlich, dass diese Patientengruppe besonders anfällig für externe Auslöser (Trigger) eines Infarkts ist – und dazu zählt Stress, wie er bei den familiären Zusammenkünften an den Feiertagen nicht selten entsteht. Dazu kommt: "Insbesondere bei längeren Feiertagsphasen werden häufiger Herzinfarktpatienten aufgenommen, die zu lange gewartet haben, bis sie den Notarzt mit dem Notruf 112 gerufen haben", sagt der Kardiologe Prof. Thomas Voigtländer, Vize-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Bei andauernden Brustschmerzen an Herzinfarkt denken

Bei neu auftretenden, unangenehmen Brustschmerzen, die länger als fünf Minuten andauern, denken Betroffene und Angehörige oft nicht an einen Herzinfarkt und trauen sich wegen der Feiertage nicht, den Rettungsdienst zu alarmieren. Stattdessen warten sie stunden- oder tagelang ab, ob die Beschwerden wieder von allein verschwinden.

"In dieser Verzögerung liegt die Gefahr, dass der Patient plötzlich Herzkammerflimmern bekommen, ohnmächtig werden und in wenigen Minuten am Plötzlichen Herztod versterben kann", erklärt der Mediziner weiter in einer Pressemitteilung der Deutschen  Herzstiftung. Ebenso kann durch den Infarkt ein größerer Teil des Herzmuskels irreparabel zerstört werden, und der Patient entwickelt dadurch akut oder auch langfristig eine Herzschwäche.

 

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute

Beim Herzinfarkt zählt deshalb jede Minute. "Zögern Patienten bei Herzinfarkt oder akuten Brustschmerzen zu lange mit dem Notruf, riskieren sie ihr Leben", warnt der Herzspezialist vom Cardioangiologischen Centrum Bethanien in Frankfurt am Main. Der Herzinfarkt zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland mit rund 50.000 Sterbefällen pro Jahr. Fast jeder vierte Herzinfarktpatient stirbt vor Erreichen des Krankenhauses.

Wer die 112 ruft, sollte den Verdacht auf Herzinfarkt deutlich äußern, damit ein Rettungswagen mit Notarzt geschickt wird. Die infarkttypischen Alarmzeichen sind: Schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen überwiegend im Brustkorb, häufig auch ausschließlich hinter dem Brustbein, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer und Oberbauch ausstrahlen können. Bisweilen auch nur im Rücken (zwischen den Schulterblättern) oder Oberbauch (Verwechslung mit "Magenschmerzen" möglich).

Von Schweißausbruch, Übelkeit und Atemnot begleitet

Die Schmerzen sind flächenhaft, nicht piekend, sondern sie werden als brennend, mit Engegefühl in der Brust und drückend beschrieben. Schweißausbruch, Übelkeit und Atemnot sind häufige Begleiterscheinungen. Wichtig: Der Umweg über den Hausarzt oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst mit der Rufnummer 116 117 bei einem Herzinfarkt kann gefährlich sein, da ein Hausarzt und der Ärztliche Bereitschaftsdienst hier nichts anderes tun können als den Notarzt (112) zu rufen.

Beim Herzinfarkt wird ein Herzkranzgefäß durch ein Gerinnsel (Thrombus) verschlossen, sodass ein Teil des Herzmuskels von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten ist. Das kann jederzeit eine bösartige Herzrhythmusstörung (Kammerflimmern) auslösen, die in wenigen Minuten zum Tod führt, wenn nicht sofort reanimiert wird. Nur der Rettungsdienst kann das Kammerflimmern mit dem Elektroschock eines Defibrillators beseitigen und so den Patienten vor dem plötzlichen Herztod schützen.

Weihnachten bis Neujahr ist Risiko für Herzinfarkt besonders hoch

Jede Minute zählt jedoch auch, wenn ein Herzinfarkt nicht in Herzkammerflimmern übergeht. Dazu Prof. Voigtländer: "Je eher der Infarktpatient die Klinik erreicht, wo das verstopfte Herzkranzgefäß per Katheter wiedereröffnet wird, umso mehr Herzmuskel und Pumpkraft des Herzens können wir erhalten: Mehr Pumpkraft bedeutet mehr Lebensqualität für den Patienten."

Gerade zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Risiko für einen Herzinfarkt besonders hoch. Vor diesem Hintergrund bietet die Deutsche Herzstiftung den kostenfreien Ratgeber "Was tun im Notfall?" mit einer Darstellung der Herzinfarkt-Alarmzeichen an. Dieser kann unter www.herzstiftung.de/herznotfall-set.html oder per Telefon unter 069 955128400 angefordert werden.

Foto: viacheslav lakobschuk/fotolia.com

Autor: bab
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