. Krebsvorsorge

Zwei Jahre discovering hands Zentrum in Berlin

Seit zweieinhalb Jahren bietet das discovering hands Zentrum in Berlin einen besonderen Service an: Blinde oder sehbehinderte Frauen, die dafür speziell ausgebildet wurden, tasten im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung die weibliche Brust auf Gewebeveränderungen ab. Ihre Erfolgsbilanz ist beeindruckend.
Krebsvorsorge

Blinde und sehbehinderte Frauen können die Früherkennung von Brustkrebs verbessern

Hinter discovering hands verbirgt sich die Idee, blinde und sehbehinderte Frauen im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung die weibliche Brust auf Gewebeveränderungen absuchen zu lassen. Die Medizinische Tastuntersuchung nach dem Verfahren von discovering hands ist eine standardisierte, wissenschaftlich geprüfte Ergänzung zur gesetzlichen Krebsfrüherkennung und wird für Frauen ab 30 Jahren angeboten. Seit über zwei Jahren gibt es nun das discovering hands Zentrum in Berlin. Die Bilanz der dort tätigen Frauen: Sie entdeckten im Jahr 2015 bei insgesamt 1.312 Untersuchungen 38 auffällige Befunde, im vergangenen Jahr bei insgesamt 3.996 Untersuchungen 149 abklärungsbedürftige Befunde. Im ersten halben Jahr des Jahres 2017 wurden bei 1.174 Untersuchungen 13 Auffälligkeiten ertastet.

Blinde Frauen entdecken mehr Gewebeveränderungen als Ärzte

Bei discovering hands werden die Frauen in einer neunmonatigen Qualifizierungsmaßnahme zur Medizinischen Tastuntersucherin (MTU) ausgebildet und arbeiten in gynäkologischen Praxen. Exklusive Vertragspartner sind von Beginn an die Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU) und der Gyn-Verbund Berlin e.V. „Die zusätzliche Brustuntersuchung stellt eine Verbesserung der Versorgung unserer Kundinnen dar und rettet definitiv Leben“, sagt Thomas Fiege, Bereichsleiter Versorgung und Verträge der BKK VBU.

Die Untersuchung durch die sehbehinderten Frauen ergänzt die jährliche Brustkrebsfrüherkennung beim Gynäkologen. Eine erste Evaluation hat ergeben, dass sie ca. 50 Prozent mehr Gewebeveränderungen als Ärzte ertasten. Bei einem Screening von 451 Patientinnen durch Ärzte und MTU wurden etwa 29 Prozent aller entdeckten Tastbefunde nur durch die MTU-Gruppe erkannt. Sie spürten bereits Gewebeveränderungen mit einem Durchmesser von fünf bis acht Millimetern auf. Die Ärzte entdeckten regelmäßig erst Gewebeveränderungen ab einem Durchmesser von zehn bis 15 Millimetern.

 

Sanfte und erfolgreiche Methode

„Die Methode kommt sehr gut bei unseren Kundinnen an, weil sie sanft ist, nicht weh tut und gänzlich ohne Apparatetechnik auskommt“, so Fliege. Die abschließende Diagnose stellt die Gynäkologin des discovering hands Zentrums, die Hand in Hand mit der MTU zusammenarbeitet. Zudem muss keine Frau ihren Arzt wechseln, denn alle Ergebnisse werden an den behandelnden Gynäkologen übermittelt. Die Termine können von der Kundin selbst oder über die BKK VBU vereinbart werden. Zudem haben die rund 60 Frauenärztinnen und -ärzte des Gyn-Verbundes Berlin Zugang zum Terminvereinbarungsservice des Zentrums. Die Kosten für die Untersuchung werden von der BKK VBU getragen.

Foto: © momius - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Brustkrebs , Mammographie , Krebsfrüherkennung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Statine sollen den Cholesterinspiegel senken, denn hohe Cholesterinwerte führen zu Ablagerungen an den Gefäßwänden und steigern das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Viele Patienten stehen ihnen aber skeptisch gegenüber. Experten der Deutschen Herzstiftung haben jetzt die populärsten Vorurteile rund um Statine einem Faktencheck unterzogen.
 
 
. Interviews
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.