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Zwei Drittel für Impfpflicht, 86 Prozent impfbereit

Dienstag, 18. Januar 2022 – Autor:
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen unterstützt eine Impfpflicht gegen Covid-19 – vor allem für Erwachsene, aber auch für Kinder. Das zeigt eine Repräsentativbefragung der Universität Hamburg. Die Impfbereitschaft stieg zugleich um 4 auf 86 Prozent. Im Süden und Westen Deutschlands ist sie am stärksten. Und: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Misstrauen gegenüber dem Staat und dem Impfen.
Mädchen und Mutter mit Corona-Maske - Smartphone mit digitalem Impfnachweis.eis.

Eine Mehrheit der Eltern in Deutschland will ihre Kinder gegen Covid-19 impfen lassen. – Foto: AdobeStock/scaliger

65 Prozent der Deutschen unterstützen eine Impfpflicht gegen Covid-19 für alle Erwachsenen. Für eine Impfpflicht für alle Altersgruppen mit bereits zugelassenem Impfstoff – also auch für Kinder und Jugendliche – sprechen sich immerhin 60 Prozent aus. Das zeigt die aktuelle Ausgabe einer Repräsentativbefragung zur Covid-19-Pandemie, die alle zwei Monate vom „Center for Health Economics“ (HCHE) der Universität Hamburg durchführt wird. Die aktuelle Befragung fand zwischen dem 23. Dezember 2021 und dem 11. Januar 2022 statt und ist somit brandaktuell.

Impfpflicht: Senioren sind die stärksten Befürworter

Eine Impfpflicht nur für einzelne Gruppen wie medizinisches Personal, den öffentlichen Dienst oder Menschen mit Vorerkrankungen und Ältere erzielt jeweils rund 70 Prozent Zustimmung. „Die Unterstützung einer Impfpflicht scheint daher eher eine generelle Entscheidung der Menschen zu sein“, sagt Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE. „Für wen diese letztendlich gilt, spielt nur eine untergeordnete Rolle.“ Grundsätzlich zeige sich: Je älter die Menschen sind, umso mehr befürworten sie die Impfpflicht. Zudem ist die Zustimmung im Norden und Westen Deutschlands hierfür am größten. Ungefähr jeder Sechste hat sich aber aktuell noch keine eindeutige Meinung für oder gegen eine Impfpflicht gemacht.

 

Impfbereitschaft in Deutschland steigt auf 86 Prozent

Obwohl nur jeder Zweite derzeit mit dem Management der Impfkampagne zufrieden ist, stieg die Impfbereitschaft in Deutschland auf 86 Prozent, vier Prozentpunkte mehr als im September 2021. Im Westen und Süden Deutschlands kletterte die Impfbereitschaft auf 90 Prozent, die östlichen Bundesländer liegen mit 77 Prozent deutlich niedriger. „Geringe Werte bei der Impfbereitschaft finden wir vor allem bei den Menschen, die nur geringes Vertrauen in die Regierung haben“, so Schreyögg. In dieser Gruppe liege die Impfbereitschaft bei nur 65 Prozent.

Eltern: 56 Prozent für Kinder-Impfung, 27 Prozent dagegen

Von den bereits Geimpften sind 79 Prozent bereit, sich auch boostern zu lassen, am höchsten ist der Wert im Westen Deutschlands mit 84 Prozent. Im Osten ist dagegen mehr als jeder fünfte Geimpfte gegen eine Booster-Impfung. Unter den befragten Eltern gaben 56 Prozent an, ihre Kinder impfen zu lassen, vier Prozentpunkte weniger als im September. Gegen eine Impfung ihrer Kinder sind demnach 27 Prozent. In anderen europäischen Ländern zeigen sich hier große Unterschiede: So gaben in Spanien und Portugal nur sechs beziehungsweise sieben Prozent der Eltern an, ihre Kinder nicht impfen zu lassen, in Frankreich sagten dies 30 Prozent.

Eine erst im Dezember publizierte Befragung der Krankenkasse „Barmer“ zeichnete bei der Einstellung von Eltern gegenüber einer Impfung von Kindern noch ein etwas anderes Bild. Eine kurz nach der Zulassung des ersten Impfstoffs für Kinder zwischen fünf und elf Jahren und einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) durchgeführt Studie ergab: 39 Prozent der Eltern wollen ihre Kinder gegen Covid-19 impfen lassen. 32 Prozent lehnen die Impfung ab.

81 Prozent: Sorge um Spaltung durch Impfdiskussion

Ungeachtet der aktuellen Diskussion über eine mögliche Impfpflicht machen sich 81 Prozent der Befragten in Deutschland Sorgen über eine Spaltung zwischen Geimpften und Ungeimpften. In Dänemark liegt dieser Wert mit 68 Prozent am geringsten unter den acht befragten europäischen Ländern, gefolgt von Großbritannien mit 71 Prozent.

Covid-Studie: Einstellungen und Sorgen über Pandemie messen

Die jetzt von der Universität Hamburg durchgeführte Befragung ist Teil eines grenzübergreifenden europäischen Forschungsprojekts. Ziel dieser seit April 2020 „European Covid Survey“ (ECOS) im Zwei-Monats-Abstand durchgeführten Repräsentativbefragung ist es, die Einstellungen und Sorgen der Menschen über den Verlauf der Pandemie zu messen. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Thema Impfen. Die Zahl der Länder wie der Befragten hat sich seit der ersten Stufe der Studie erweitert. Inzwischen nehmen 8.000 Menschen aus sieben Ländern an ihr teil. Neben Deutschland sind dies Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande und Portugal.

Hauptkategorie: Corona
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