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Zuviel B6 und B12 erhöht Risiko für Hüftfraktur

Frauen nach der Menopause sollten Vitamine nicht über Bedarf einnehmen. Denn eine kombinierte hohe Zufuhr von Vitamin-B6- und Vitamin-B12-Präparaten erhöht das Risiko für Knochenfrakturen. Das ergab eine norwegische Studie.
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Zu viel Vitamin B6 und B12 einzunehmen, ist nicht gesund

Frauen nach der Menopause sollten Vitamine nicht über Bedarf zu sich nehmen. Denn eine kombinierte hohe Zufuhr von Vitamin B6- und Vitamin-B12-Präparaten war mit einem erhöhten Risiko für Knochenfrakturen verbunden. Das ergab eine norwegische Studie.

Ein Forscher-Team um Dr. Haakon E. Meyer von der Universität Oslo verfolgte 75.864 in den USA lebende Frauen nach der Menopause über einen Zeitraum von 30 Jahren und überprüfte ihre Ernährung alle vier Jahre anhand umfangreicher Fragebögen.

Vitamin-Präparate entgegen der Richtlinien eingenommen

Von diesen Frauen erlitten 2.304 eine Hüftfraktur, ihr Durchschnittsalter betrug zu dem Zeitpunkt 76 Jahre. Die Verletzung war mit einer hohen Zufuhr von Vitaminpräparaten verbunden.

Laut der US-amerikanischen Ernährungsrichtlinien sollten gesunde Frauen über 50 Jahren täglich 1,5 Milligramm B6 und 2,4 Mikrogramm B12 zu sich nehmen. In der Studie zeigte sich jedoch, dass mehr als die Hälfte der Frauen die Richtlinien nicht befolgte und jeden Tag mindestens 3,6 Milligramm B6 und 12,1 Mikrogramm B12 einnahm.

 

Zuviel B6 und B12 erhöht Risiko für Hüftfrakturen

Bei Frauen mit der höchsten täglichen Aufnahme (mindestens 35 Milligramm B6 und 20 Mikrogramm B12) war die Wahrscheinlichkeit einer Hüftfraktur um 47 Prozent höher als bei Frauen mit der niedrigsten Vitaminaufnahme (weniger als 2 Milligramm B6 und 10 Mikrogramm B12).

Zuviel B6 und B12 erhöht bei älteren Frauen also das Risiko für einen Hüftbruch. Die normale Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln war nicht mit einem erhöhten Risiko für Frakturen verbunden. Die Studie erschien im Fachmagazin JAMA Network Open.

In welchen Lebensmitteln B6 und B12 enthalten ist

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Vitamin B12 eine tägliche Zufuhr 4 Mikrogramm. Das Vitamin ist für die Zellteilung, bei der Blutbildung und bei der DNA-Synthese von Bedeutung. Gute Vitamin-B12-Lieferanten sind Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sowie Eier und Milchprodukte. 

Die empfohlene tägliche Zufuhr von B6 liegt laut DGE bei 1,2 Milligramm (Frauen) und 1,5 Milligramm (Männer). Das Vitamin ist an der Bildung von Botenstoffen in den Nerven und im Fettstoffwechsel beteiligt. Es beeinflusst Hormonaktivitäten und Immunsystem.Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich der Bedarf leicht decken. B6 ist in Lachs, Makrele, Fleisch und Leber enthalten sowie  in Nüssen, Vollkorngetreide, Kartoffeln, Tomaten, Karotten und Hülsenfrüchten.

Foto: goffkein/fotolia.com

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