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22.11.2019

Zuviel Aluminium in Nahrung und Kosmetika

Es ist in Deutschland durchaus möglich, eine gesundheitlich bedenklich Menge an Aluminium aufzunehmen. Davor warnt das BfR. Aluminium findet sich in Nahrung wie Schokolade und Laugenbrezeln, in Kosmetika und Menüschalen.
Laugenbrezel, laugengebäck

Auf Aluminiumblechen gebackene Laugenbrezeln nehmen das Erdmetall auf

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat erstmals die gesamte Aluminiumaufnahme - oral und über die Haut - der deutschen Bevölkerung bewertet. Ergebnis: Es könnten ohne weiteres gesundheitlich bedenkliche Aluminiummengen aufgenommen werden.

Aluminium findet sich in Lebensmitteln wie Schokolade und Laugenbrezeln, in Kosmetika wie Antitranspirantien, Zahncremes und Sonnencremes sowie unbeschichteten Menüschalen und Aluminiumfolie.

Richtwert zu 50 Prozent durch Lebensmittel ausgeschöpft

Es zeigt sich, dass der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit  abgeleitete gesundheitliche Richtwert, der einer wöchentlichen duldbaren Aufnahmemenge von 1 mg je Kilogramm Körpergewicht entspricht, im Durchschnitt zu circa 50  Prozent durch Lebensmittel ausgeschöpft wird.

Zu den besonders aluminiumhaltigen Lebensmitteln gehören Tee, Kaffee, Gewürze und kakaohaltige Lebensmittel wie Schokolade. Doch auch Hülsenfrüchte, Gemüse und Getreide können größere Mengen an Aluminium enthalten, da das Leichtmetall in der Erdkruste vorkommt.

 

Aluminium in Laugenbrezeln und Apfelsaft

Zusätzlich können Lebensmittel durch den Übergang von Aluminium aus Lebensmittelkontaktmaterialen belastet sein. Das BfR hat in diesem Zusammenhang auf die hohen Aluminiumgehalte in Laugenbrezeln, die auf Alublechen gebacken wurden, oder Apfelsaft, der in unbeschichteten Aluminiumtanks gelagert wurde, hingewiesen.

Von der Zubereitung und Lagerung von insbesondere sauren und salzigen Lebensmitteln aus unbeschichteten Aluminiumbehältnissen oder Alufolie rät das BfR generell ab.

Sparsam mit aluminiumhaltigen Produkten umgehen

"Es bestehen noch wissenschaftliche Unsicherheiten besonders bei der Einschätzung der Langzeitfolgen sowie der tatsächlichen Aufnahmemengen von Aluminium über die Haut", sagt BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel. Dennoch empfiehlt das BfR, die Aluminiumaufnahme zu verringern.

Wer seine Aluminiumaufnahme reduzieren will, sollte sparsam mit unbeschichteten Lebensmittelkontaktmaterialien, Antitranspirantien und aluminiumhaltigen kosmetischen Produkten umgehen.

Besondere Risikogruppen für Aluminium-Aufnahme

Da Aluminium sehr lange im Körper gespeichert wird, ist eine hohe Aluminiumexposition insbesondere für junge Menschen kritisch zu sehen. Als besondere Risikogruppen für eine hohe Aluminiumexposition beziehungsweise der damit verbundene Gesundheitsrisiken hat das BfR identifiziert:

Säuglinge und Kleinkinder, die mit speziell adaptierter sojabasierter, lactosefreier oder hypoallergen Nahrung gefüttert werden. Das BfR empfiehlt daher, Säuglinge bis zum sechsten Monat ausschließlich zu stillen und anschließend mit normaler Kost zuzufüttern.

Kinder zwischen 3 und 10 Jahren, die sich sehr häufig von Lebensmitteln ernähren, die in Gegenständen aus unbeschichtetem Aluminium verpackt, erhitzt oder warmgehalten wurden (Aluminiumfolie, -menüschalen). Sie können gesundheitlich bedenkliche Aluminiumgehalte aufnahmen.

Jugendliche (11-14 jährige) und Erwachsene (älter als 14 Jahre), die häufig Antitranspirantien sowie aluminiumhaltige weißende Zahncreme nutzen und sehr häufig Lebensmitteln verzehren, die  in Gegenständen aus unbeschichtetem Aluminium verpackt, erhitzt oder warmgehalten wurden (Aluminiumfolie, -menüschalen).

Zuviel Aluminium in Nahrung und Kosmetika

Zuviel Aluminium in Nahrung und Kosmetika - wenn junge Frauen beispielsweise über Kosmetikprodukte hohe Mengen an Aluminium aufnehmen, könnten bei einer Schwangerschaft die ungeborenen Kinder ebenfalls einer erhöhten Konzentration an Aluminium ausgesetzt sein. Denn Aluminium ist plazentagängig.

Jede Aluminiumaufnahme aus einer vermeidbaren Expositionsquelle über einen längeren Zeitraum sollten insbesondere junge Frauen aus Sicht des BfR daher kritisch abwägen.

Schäden an Nieren, Leber und Knochen möglich

Eine hohe Aufnahme von Aluminiumverbindungen kann Entwicklungsstörungen des Gehirns und der Motorik sowie Schäden an Nieren, Leber und Knochen verursachen. Denn Aluminiumverbindungen können entzündliche Effekte oder oxidativen Stress in Zellen auslösen, wodurch die Zellen geschädigt werden.

Zudem ist der Stoffwechsel der Zelle beeinflusst und die Zellen können sich nicht mehr ausreichend mit Energie versorgen, was zum Absterben der Zelle führen kann.

Foto: alexS/pixabay

Autor: bab
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