. Gesetzliche Krankenversicherung

Zusatzleistungen: Welche Kasse passt zu mir?

Reiseimpfung, Sportkurse, Zahnreinigung: Nicht jede Krankenkasse zahlt jede Zusatzleistung. Das Verbraucherportal „Finanztip“ rät Versicherten, vor einem Wechsel der Kasse nicht allein auf die Beitragshöhe zu achten, sondern sich die jeweiligen Extras genau anzusehen.
Gebiss (Modell) mit Zahnarztspiegel - strahlend weiße Zähne

Wer zahlt die "Prophylaxe"? Die präventive, professionelle Zahnreinigung ist keine Kassenleistung, man muss sie normalerweise aus eigener Tasche bezahlen. Einzelne Kassen bezahlen sie trotzdem - als freiwillige Zusatzleistung.

Die erste gute Nachricht ist: Bei der Wahl der Krankenkasse können Versicherte wenig richtig falsch machen. "Alle Kassen decken die lebenswichtigen medizinischen Bereiche ab", sagt Julia Rieder, Expertin für Versicherungen beim Verbraucher-Portal „Finanztip“. Ein Großteil der Basisleistungen aller gesetzlichen Krankenversicherungen ist also gleich. Anders: die sogenannten Zusatzleistungen. "Der Umfang dieser Extras“, sagt Rieder weiter, „kann sich je nach Kasse stark unterscheiden.“ Die zweite gute Nachricht für Verbraucher ist: Die Kasse zu wechseln, ist inzwischen völlig unkompliziert. Und wer sich gut informiert, kann sich die Kasse aussuchen, die die zu ihr oder ihm am besten passenden Zusatzleistungen im Sortiment hat. Ein hoher Beitrag bedeutet dabei nicht automatisch, dass auch das Leistungsspektrum besonders breit sein muss.

Wer die Krankenkasse wechseln möchte, sollte in diesem Jahr neben dem Preis deshalb auch auf den Service und die passenden Zusatzleistungen achten, lautet die Empfehlung des Berliner Verbraucherportals. Finanztip-Expertin Rieder sagt: "Vor dem Wechsel der Krankenkasse sollten Verbraucher sich genau überlegen, welche Leistungen für sie individuell wichtig sind."

Zusatzleistungen, Platz 1: Hanseatische Krankenkasse (HEK)

Finanztip hat im Januar 2019 die Zusatzleistungen verschiedener Kassen untersucht und ihre Angebote in den Bereichen Service, Familienleistungen, Vorsorge und alternative Heilmethoden bewertet. Ergebnis der Finanztip-Analyse: Die umfassendsten Zusatzleistungen bietet die „HEK – Hanseatische Krankenkasse“, eine bundesweit tätige Ersatzkasse mit Sitz in Hamburg. Auch die Techniker Krankenkasse (TK) schnitt im Vergleich sehr gut ab und wird gleichzeitig als „sehr günstig“ eingestuft. Wer vor allem Wert auf alternative Heilmethoden und Vorsorge legt, ist demnach bei der BKK VBU richtig, der „Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union“ mit Sitz in Berlin. Hier hat die Qualität allerdings auch ihren Preis.

Gute Zusatzleistungen besonders für Familien bietet laut Finanztip die Bahn-BKK. In Sachen Serviceangebot und alternative Heilmethoden überzeugt die BKK24. Diese traditionsreiche Krankenkasse hat ihre Zentrale im niedersächsischen Obernkirchen. Sie wurde 1883 als Betriebskrankenkasse der Hermann Heye Glasfabriken gegründet.

Für Versicherte, die auf Zusatzleistungen keinen großen Wert legen, sondern für die ein günstiger Beitrag das Ausschlaggebende ist, hat Finanztip eine Ranking zusammengestellt mit der jeweils günstigsten Kasse je Bundesland:

Welche Kasse ist in meinem Bundesland am günstigsten?

  • Baden-Württemberg: HKK
  • Bayern: HKK
  • Berlin: HKK
  • Brandenburg: HKK
  • Bremen: HKK
  • Hamburg: BKK Euregio
  • Hessen: HKK
  • Mecklenburg-Vorpommern: HKK
  • Niedersachsen: HKK
  • Nordrhein-Westfalen: BKK Euregio
  • Rheinland-Pfalz HKK +  BKK Pfaff
  • Saarland: HKK
  • Sachsen: HKK
  • Sachsen-Anhalt: AOK Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein: HKK
  • Thüringen: HKK

          Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 7. Januar 2019)

Wann und wie kann man eine Kasse wechseln?

Laut Finanztip können Versicherte frühestens dann wechseln, wenn sie mindestens 18 Monate Mitglied bei einer Kasse waren. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Erhöht eine Kasse den Zusatzbeitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Ein Musterschreiben für eine Kündigung, bietet die Verbraucher-Plattform auf ihrer Website an.

Finanztip ist nach eigenen Angaben mit mehr als drei Millionen Besuchen im Monat Deutschlands größter Verbraucher-Ratgeber rund ums Geld. Die Plattform bezeichnet sich als gemeinnützig und unabhängig und will Verbraucher durch Informationen dazu zu befähigen, ihre täglichen Finanzentscheidungen richtig zu treffen, Fehler zu vermeiden und Geld zu sparen. Geleitet wird Finanztip von Hermann-Josef Tenhagen. Er war zuvor Chefredakteur von Finanztest, einem Verbrauchermagazin der Stiftung Warentest.

Foto: Fotolia.com/HNFOTO

 

 

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