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04.05.2018

Zucker sorgt für Stoffwechselstörungen

Der Zucker in Snacks und Softdrinks fördert Übergewicht und damit Typ-2-Diabetes. Die Bestandteile Glukose und Fruktose sorgen für entsprechende Stoffwechselstörungen.
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Zucker hat einen ungünstigen Einfluss auf den Stoffwechsel

Zuckerhaltige Snacks und Softdrinks fördern Übergewicht und damit Typ-2-Diabetes. Dafür ist zum einen der hohe Kaloriengehalt verantwortlich. Zum anderen stört Saccharose durch seine Zusammensetzung aus Fruktose und Glukose den gesunden Stoffwechsel in Darm, Leber und Gehirn.

Die neuesten Belege dafür erläuterte Prof. Andreas Pfeiffer im Vorfeld des Diabetes Kongress 2018 in Berlin. Glukose setzt im oberen Dünndarm aus den sogenannten K-Zellen das Hormon Glukoseinduziertes Insulinotropes Peptid (GIP) frei. "Dadurch bewirkt sie unter anderem die Entstehung einer Fettleber sowie einer Insulinresistenz", erklärt Prof. Pfeiffer.

Größerer Appetit und Trägheit

Das GIP steuere einerseits im Fettgewebe die Lipolyse und sorge dafür, dass weniger Fett aus den Speichern nach einer Mahlzeit verbrannt werden kann. Weiterhin steuere es die Durchblutung im Darm, so dass das Blut möglichst effektiv mit seinen Nährstoffen zu den Speicherorganen kommt und nicht erst als Glykogen in der Leber abgelagert wird, erläuterte der Leiter der Abteilung für Klinische Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke.

Außerdem wirke GIP auf das Gehirn, wo es die Freisetzung des appetitanregenden Hormones Neuropeptid Y (NPY) steigere. Darüber hinaus bewirkt GIP auch eine erhöhte Trägheit. "Die Gewichtszunahme mit dem Eintritt der Menopause bei Frauen scheint ebenfalls mit dem Hormon GIP zusammenzuhängen", so der Wissenschaftler, zugleich Leiter der Abteilung für Endokrinologie, Diabetes und Ernährung der Charité Universitätsmedizin Berlin.

 

Zucker sorgt für Stoffwechselstörungen

Fruktose wird zu etwa 90 Prozent von der Leber extrahiert und unter hohem Energieverbrauch verstoffwechselt. Fruktose ist in höherer Dosis ein unmittelbarer Stimulator der Fettsynthese in der Leber. "In kürzlich publizierten Studien an Kindern konnte sogar gezeigt werden, dass eine kurzfristige Einschränkung der Fruktoseaufnahme zu einer schnellen Verbesserung der Fettleber führt", sagt Pfeiffer

Darüber hinaus rege Fruktose die Harnsäurebildung an. "Ein hoher Harnsäurespiegel kann Gicht auslösen und wird mit anderen Stoffwechselstörungen wie beispielsweise einem erhöhten Blutdruck und Insulinresistenz in Zusammenhang gebracht." Somit fördere Zucker auf besondere Weise verschiedene Aspekte zivilisatorischer Stoffwechselkrankheiten.

In Deutschland sind zwei von drei Männern übergewichtig

Auf dem Diabetes Kongress werden Maßnahmen dagegen diskutiert. Dafür ist es höchste Zeit: 80-90 Prozent der Menschen in Deutschland mit Diabetes Typ 2 haben auch Adipositas. Insgesamt ist ein knappes Viertel der Deutschen schwer übergewichtig. Zwei von drei Männern und jede zweite Frau sind übergewichtig. 13 Prozent der Kinder in Deutschland haben Übergewicht, über sechs Prozent sind adipös. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor zehn Jahren.

Adipositas ist zur häufigsten chronischen Erkrankung im Kindes- und Jugendalter geworden. Circa zehn Prozent sehr adipöser Jugendlicher weisen auch eine Störung der Glukosetoleranz auf. Der Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und Übergewicht sowie Typ-2-Diabetes ist in Studien belegt. "Auch wenn die Gesamtkalorienzahl die Hauptrolle bei der Adipositasentstehung spielt, trägt Zucker aufgrund seiner Zusammensetzung gleich mehrfach dazu bei", bilanziert Prof. Pfeiffer.

Foto: New Africa/fotolia.com

Autor: bab
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