Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Zu wenige Menschen gegen Grippe geimpft

Sonntag, 26. Januar 2020 – Autor: anvo
Die Grippewelle kommt allmählich ins Rollen – Grund genug, jetzt über eine Grippeschutzimpfung nachzudenken. Zurzeit sind jedoch noch viel zu wenige Menschen geimpft. Das meldet die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.
Grippeschutzimpfung, Grippewelle, Grippe, Influenza, Impfung

Eine Grippeschutzimpfung kann Leben retten

Tausende Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an den Folgen einer Influenza (Grippe). Wie schwer die aktuelle Grippewelle werden wird, kann noch nicht vorausgesagt werden, denn sie hat gerade erst begonnen. Der wirksamste Schutz gegen eine Grippe-Infektion ist die Impfung. Sie lohnt sich auch jetzt noch für die aktuelle Saison, wie Experten betonen. Doch noch sind zu wenige Menschen geimpft. Das meldet die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Impfbereitschaft im Osten größer

Da sich die Grippeviren von Jahr zu Jahr leicht verändern, muss die Grippeschutzimpfung jedes Jahr wiederholt werden. „Auch wenn der Impfstoff gegen Influenza nicht jedes Jahr gleich effektiv ist – mit keiner anderen Impfung lassen sich in Deutschland so viele Menschenleben retten wie mit der Grippeschutzimpfung“, so Prof. Dr. Thomas Weinke von der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie und Infektiologie des Klinikums Ernst von Bergmann in Potsdam.

Weinke betont, dass es bei der Impfbereitschaft große Unterschiede zwischen den Regionen gebe. So seien in den alten Bundesländern zwei Drittel der Menschen nicht geimpft, in den neuen Bundesländern „nur“ etwa die Hälfte. „Hier ist noch viel Luft nach oben“, so Weinke. Der Experte plädiert daher für ein niederschwelliges Angebot, bei dem eine Grippeschutzimpfung auch in Apotheken durchgeführt werden dürfte.

 

Impfung kann Leben retten

Eine Grippeschutzimpfung kann nicht nur Todesfällen durch die Grippe selbst, sondern auch Folgeschäden vorbeugen, betont die ABDA. Zu den möglichen Folgen gehören zum Beispiel ein Herzinfarkt oder eine bakteriell bedingte Lungenentzündung. Zudem ließen sich Berechnungen zufolge rund 1.000 Krankenhausaufnahmen pro Jahr verhindern.

Die Intensität der Grippewelle schwankt von Jahr zu Jahr. Während der besonders schweren Grippewelle 2017/2018 wurden mehr als 334.000 Menschen infiziert, 60.000 Patienten wurden stationär behandelt und 9 Millionen Influenza-bedingte Arztbesuche registriert.

Grippeschutzimpfung schützt auch andere

Impfen lassen sollten sich insbesondere chronisch Kranke, Menschen ab 60 Jahren sowie Schwangere. Die Grippe-Impfung dient dabei nicht nur dem eigenen Schutz. Wer sich impfen lässt, kann nicht zum Überträger der Viren werden und schützt damit auch andere Menschen vor der Erkrankung.

Foto: © Dan Race - Fotolia.com

Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Grippe , Grippewelle
 

Weitere Nachrichten zum Thema Grippe

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Der Ukraine-Krieg führt uns vor Augen, dass auch Mitteleuropa verwundbar ist. Wie real ist die Gefahr durch militärisch oder terroristisch missbrauchte Krankheitserreger? Und wer könnte sie einsetzen? Der Chef-Virologe der Bundeswehr zeichnet im Interview mit uns ein Lagebild.


 
Kliniken
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin