Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Zu hohe oder zu niedrige Schilddrüsen-Werte erhöhen Risiko für Herztod

Donnerstag, 6. Oktober 2022 – Autor:
Die Schilddrüsenfunktion regelmäßig zu überwachen kann sich lohnen. Denn zu hohe oder zu niedrige Werte des Hormons TSH erhöhen das Risiko für einen Herztod. Das zeigt eine Studie aus den USA.
Der TSH-Wert zeigt eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse an

– Foto: Adobe Stock/Arif Biswas

Die Schilddrüsenfunktion regelmäßig zu überwachen kann sich lohnen. Denn zu hohe oder zu niedrige Werte des Hormons TSH (Thyreotropin) können das Risiko für einen Herztod erhöhen. Das zeigt eine Studie von Dr. Maria Papaleontiou von der University of Michigan.

Das künstliche Schilddrüsenhormon Levothyroxin stand in den USA im vergangenen Jahrzehnt auf der Liste der drei am häufigsten verschriebenen Medikamente. Zugleich bleiben Herzerkrankungen trotz aller Bemühungen, ihre Prävalenz zu verringern, die häufigste Todesursache in Amerika.

US-Veteranen, die an Hyperthyreose oder Hypothyreose litten

In ihrer in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlichten Studie suchte Endokrinologin Papaleontiou nach einem Zusammenhang zwischen der Behandlung mit Schilddrüsenhormonen und der kardiovaskulären Mortalität.

Dafür wertete sie Patientendaten von mehr als 705.000 US-Veteranen aus, die zwischen 2004 und 2017 eine Schilddrüsenhormon-Therapie erhielten (89 Prozent Männer, mittleres Alter 67 Jahre). Sie litten an einer Hyperthyreose oder Hypothyreose. Bei fast der Hälfte von ihnen lagen die TSH-Spiegel unter oder über dem Norm-Bereich.

 

Zu hohe oder zu niedrige Schilddrüsen-Werte erhöhen Risiko für Herztod

In der Nachbeobachtungszeit (im Schnitt 4 Jahre) starben 11 Prozent aller Probanden an Herzinfarkt oder Schlaganfall. Forscher fanden heraus, dass die schlecht eingestellten Patienten nach Anpassung an Alter, Geschlecht, Ethnie und Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen und früheren Herzerkrankungen ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Mortalität hatten im Vergleich zu Patienten mit einer auf die Normwerte eingestellten Schilddrüse (Euthyreose). TSH-Spiegel unter 0,1 mIU/l und über 20 mIU/l waren danach besorgniserregnd.

Zu hohe oder zu niedrige Schilddrüsen-Werte erhöhen also das Risiko für einen Herztod. Demzufolge könnte die Schilddrüsenhormon-Behandlung ein beeeinflussbarer Risikofaktor für kardiovaskuläre Mortalität sein.

Schilddrüsenkrebs und Lithium-Gabe ausgeschlossen

Patienten mit Schilddrüsenkrebs in der Vorgeschichte wurden von der Studie ausgeschlossen, da bei diesen Patienten häufig niedrigere Thyreotropinspiegel angestrebt werden, um das Risiko eines erneuten Auftretens von Krebs zu verringern. Darüber hinaus wurden Patienten, denen Lithium oder Amiodaron verschrieben wurde, ausgeschlossen. Diese Medikamente bringen die Schilddrüsenfunktion durcheinander.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz-Kreislauf-System , Schilddrüse , Hormone , Organspende
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schilddrüse

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Normalerweise beginnt die Grippesaison nach dem Jahreswechsel. Weil das Immunsystem bei vielen dank der Hygienemaßnahmen aus der Corona-Pandemie auch bei Grippe aus der Übung ist, erwarten Experten die Winter-Welle diesmal früher, schneller und heftiger.

Kochsalz macht Lebensmittel herzhaft – und ist als Natriumchlorid der wichtigste Mineralstoff im Körper. Doch wir brauchen sehr viel weniger davon, als wir denken. Ab einer Tiefkühlpizza müssten wir den Salzkonsum für den Rest des Tages einstellen.

Die Nase ist dicht, man kriegt schwer Luft, es drückt und schmerzt: Wer eine Erkältung oder Grippe hat, hat oft auch eine Nasennebenhöhlen-Entzündung. Was kann man tun, um diese normalerweise harmlose, aber unangenehme Atemwegserkrankung zu behandeln?
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin