. Zikavirus, Vogelgrippe, Ebola, MERS & Co.

Zoonosen sollen besser erforscht werden

Die Bundesregierung sagt Vogelgrippe, Ebola, Zikavirus-Infektion oder MERS (Coronavirus) den Kampf an. Mit einer neuen Forschungsvereinbarung will sie die Erforschung dieser sogenannten Zoonosen mit dem „One Health Ansatz“ voranbringen.
Mehr Forschung zu Zoonosen, wie Zika-Virus geplant

Mücken übertragen viele Infektionskrankheiten, auch das Zikavirus

Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Sie sind den Angaben zufolge für rund zwei Drittel aller Infektionskrankheiten beim Menschen weltweit verantwortlich. Zugleich verursachen diese Krankheiten bei Tieren großes Leid und gefährden Nutz- und Heimtierpopulationen.

Bis heute konnten wichtige Forschungsfragen zu diesen Infektionskrankheiten nicht oder nur teilweise beantwortet werden. Unklar ist zum Beispiel, unter welchen Bedingungen das vom Tier stammende MERS-Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird. Ebenfalls offen ist, warum nur bestimmte Influenza-Typen bei Vögeln und bei Menschen gleichermaßen Erkrankungen auslösen.

Fragen zur Übertragung von MERS, Zikavirus und Vogelgrippe

Deshalb haben sich die Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Gesundheit (BMG) zusammengeschlossen und ihre seit 2006 bestehende gemeinsame Forschungsvereinbarung zu Zoonosen erneuert. Die erste Förderphase hat unter anderem neue Nachweisverfahren bei Vogel- und Schweinegrippe hervorgebracht. Neu im Boot ist jetzt das Verteidigungsministerium (BMVg).

„Im Kampf gegen Krankheitserreger und Antibiotika-Resistenzen müssen wir die Gesundheit von Mensch und Tier gemeinsam in den Blick nehmen. Dass die Forschungsvereinbarung von vier Bundesministerien getragen wird, ist ein starkes Signal“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

 

Förderung für fünf Jahre interdisziplinäre Forschung an Zoonosen

Das Bundesforschungsministerium wird ein interdisziplinäres „Nationales Forschungsnetz zu zoonotischen Infektionserkrankungen“ fördern. Dafür stellt es 40 Millionen Euro für fünf Jahre zur Verfügung. „Dabei ist es uns wichtig, die Forschungsfragen noch stärker als bislang an den Anforderungen aus der Praxis und im Gesundheitswesen auszurichten. So wollen wir sicherstellen, dass die Forschungsergebnisse schnell in die human- und veterinärmedizinische Praxis umgesetzt werden“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zeigt sich überzeugt, dass die interdisziplinäre Forschungsstrategie richtig ist. Dabei arbeiten Wissenschaftler der Human- und Veterinärmedizin mit Kollegen weiterer Fachdisziplinen, wie Biologie, Umweltforschung, Agrarwissenschaften und Lebensmitteltechnologie zusammen. „Der von uns verfolgte One Health Ansatz findet auch international Anerkennung“, so Schmidt (CDU). Das Landwirtschaftsministerium wird speziell ein Projekt zur Übertragung von Erregern durch Stechmücken finanzieren. Auch ein Ebola-Projekt zu Ebola steht auf der Agenda.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigt sich überzeugt, dass das Verteidigungsministeirum aus Bundeswehr-Einsätzen und der eigenen Forschung hohe Fachexpertise in die Kooperation einbringen kann. „Wir können damit einen wertvollen Beitrag liefern, um den Schutz der Bevölkerung und unserer Soldatinnen und Soldaten im weltweiten Einsatz weiter zu verbessern“, so von der Leyen.

Foto: nechaevkon – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

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