Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
18.04.2017

Zinkmangel schlecht fürs Herz

Ein schwerer Zinkmangel ist selten. Doch schon eine kurzfristige Unterversorgung mit dem Spurenelement erhöht den oxidativen Stress. Forscher konnten diesen Zusammenhang nun am Herzmuskel zeigen.
Unsere Zellen brauchen Zink. Sonst kommt es zu oxidativem Stress

Unsere Zellen brauchen Zink. Sonst kommt es zu oxidativem Stress

Zink ist an vielen Stoffwechselfunktionen im Körper beteiligt und wichtig fürs Immunsystem. Liegt ein schwerer Zinkmangel vor, erhöhen sich die freien Radikale und ihre Gegenspieler, die sogenannten Antioxidantien wie beispielsweise Vitamin E, nehmen ab. Experten nennen das „oxidativen Stress“. Dieser Zusammenhang ist mittlerweile belegt. Bislang wurde jedoch wenig untersucht, wie sich ein kurzfristiger Zinkmangel auf den Organismus auswirkt. Ein solcher latenter Zinkmangel kann auch bei normal ernährten Menschen vorübergehend auftreten, während ein schwerer Zinkmangel hierzulande eher selten ist.

Zinkmangel löst rasch oxidativen Stress aus

Forscher der Technischen Universität München haben deshalb ihr Augenmerk auf einen kurzfristigen, latenten Zinkmangel gelegt. Jungen Ferkeln wurde das Spurenelement für wenige Tage in der Nahrung vorenthalten und das Ausmaß des oxidativen Stresses am Herzmuskel gemessen. Wegen seiner hohen Stoffwechselaktivität eignet sich das Herz dafür besonders gut. Außerdem gilt oxidativer Stress als Risikofaktor für Herzerkrankungen.

Bei den Experimenten zeigte sich, dass mit den schwindenden Zinkvorräten auch der Vorrat der beiden Antioxidantien Glutathion und Vitamin E im Herzmuskel abnahm. „Somit beeinflusst die Zinkversorgung des Körpers bereits in diesem frühen Stadium die Fähigkeit des Herzens, mit oxidativem Stress umzugehen“, schlussfolgern die Autoren um Erstautor Daniel Brugger vom Lehrstuhl für Tierernährung der TU München.

Weiter beobachteten die Forscher, dass Gene, die für den programmierten Zelltod verantwortlich sind, in dieser Phase des Zellstresses mit schwindendem Zink hochreguliert werden. „Der Organismus kann den entstandenen Zinkmangel nicht mehr ausgleichen, obwohl unsere Tests nur über wenige Tage liefen“, meint dazu Brugger.

 

Das Herz holt sich Zink von der Leber

Im weiteren Verlauf habe das Herz jedoch den Zinkmangel kompensieren können und den Zinkgehalt wieder auf das Ausgangsniveau erhöht. Allerdings sei dies zulasten der Zinkgehalte in anderen Organen geschehen – allen voran der Leber, Niere und der Bauchspeicheldrüse. „Weitere, noch nicht veröffentlichte Daten zeigen, dass daraufhin beispielsweise in der Leber subklinische Entzündungen aufgrund des dort einsetzenden Zinkmangels auftreten“, verrät Brugger. „Das scheint auch andere Gewebe allen voran die primären Immungewebe zu betreffen.“

Foto: © bit24 - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz , Immunsystem , Stoffwechsel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zink

06.04.2013

Bisher gehen die Meinungen darüber, ob Zink tatsächlich vor Erkältungen schützen kann, auseinander. Nun haben amerikanische Wissenschaftler untersucht, welche Rolle das Spurenelement für die körpereigenen Abwehrkräfte spielt.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.


Wer spät am Abend viel und Schweres isst, schläft schlecht – und umgekehrt. Das ist bekannt. Eine Studie aus den USA an über 400 Frauen zeigt jetzt: Nicht nur der Zeitpunkt des Essens ist entscheidend, sondern auch die grundsätzliche Auswahl. Wer sich also konsequent gesund ernährt, kann dauerhaft leichter ein- und besser durchschlafen.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin