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Zervixkarzinom-Screening: Frauen bei der Entscheidung besser unterstützen

Die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wird derzeit reformiert. Unter anderem wird Frauen ab 35 Jahren zukünftig ein regelmäßiger Test auf Humane Papillomaviren (HPV) angeboten. Das IQWiG hat nun die finale Fassung des neuen Screening-Programms vorgelegt.
Früherkennung

Die Früherkennung auf Gebärmutterhalskrebs wird ausgebaut

Ähnlich wie beim Mammografie-Screening wird derzeit auch für Gebärmutterhalskrebs ein organisiertes Programm aufgebaut, zu dem die jeweilige Krankenkasse ihre Versicherten künftig schriftlich einladen soll. Ein Bestandteil des neuen Programms ist, dass Frauen ab 35 Jahren künftig eine Kombination aus HPV- und Pap-Test angeboten wird, die alle drei Jahre in Anspruch genommen werden kann. Zudem soll das neue Modell den Versicherten eine informierte Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Zervixkarzinom-Screening ermöglichen.

Dazu sollen im Einladungsschreiben die Vorteile, aber auch die Nachteile der Früherkennung allgemein verständlich, umfassend und ausgewogen dargestellt werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G‑BA) hatte deshalb das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragt, ein solches Einladungsschreiben sowie eine Entscheidungshilfe zu entwerfen. Die beiden Dokumente liegen nun in der finalen Fassung vor, über die der G-BA jetzt beraten wird.

Regelmäßige Untersuchung auf HPV

Schon seit 1971 gehört die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs zum Leistungsangebot der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Diese soll nun weiterentwickelt werden. Zu den Eckpunkten des Auftrags gehört, dass Frauen zwischen 20 und 60 Jahren alle fünf Jahre angeschrieben und altersbezogen über das Screening informiert werden. Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren können weiterhin jährlich eine zytologische Untersuchung, den sogenannten Pap-Test, durchführen lassen. Frauen ab 35 Jahren wird künftig eine Kombination aus HPV- und Pap-Test angeboten, die alle drei Jahre in Anspruch genommen werden kann.

Als Hauptursache des Zervixkarzinoms gilt eine Infektion mit bestimmten HP-Viren, die sich dauerhaft in Schleimhautzellen festsetzen und die Entwicklung von Gewebeveränderungen, sogenannten Dysplasien, fördern können. Meist bilden sich Dysplasien von selbst zurück, aus ihnen kann sich aber auch Krebs entwickeln. Dysplasien können bei Untersuchungen entdeckt und durch eine sogenannte Konisation entfernt werden. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass ein Krebs entsteht. Eine regelmäßige Teilnahme an der Früherkennung senkt daher das Risiko deutlich, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

 

Vor- und Nachteile abwägen

In der neuen Entscheidungshilfe, die mit der Einladung zum Zervixkarzinom-Screening verschickt wird, werden auch die Nachteile der Früherkennung beschrieben. Dazu gehören mögliche Überbehandlungen von Dysplasien und die damit einhergehenden Risiken einer Konisation. Im Stellungnahmeverfahren hatten Fachleute deshalb die Befürchtung geäußert, diese Darstellung könnte viele Frauen „abschrecken“, am Screening teilzunehmen.

„Diese Befürchtung hat sich beim abschließenden quantitativen Nutzertest nicht bestätigt“, erklärt Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation im IQWiG. „Die Akzeptanz der Früherkennungsuntersuchung ist nach dem Lesen der Infomaterialien nämlich nicht gesunken“, so Koch. „Im Gegenteil haben die Frauen die Texte als sehr ausgewogen wahrgenommen.“

Foto: © Markus Mainka - Fotolia.com

Foto: ©Markus Mainka - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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