. Berlin

Zentrale Impfstelle am LAGeSo wird geschlossen

Erst im September wurde sie eröffnet, zu Ende Juni wird die zentrale Impfstelle am LAGeSo schon wieder geschlossen. Die Kassenärztliche Vereinigung hält der Senatsverwaltung Missmanagement in Flüchtlingsfragen vor.
Zentrale Impfstelle für Flüchtlinge zieht von der Turmstraße in die Bundesallel

Zentrale Impfstelle für Flüchtlinge zieht von der Turmstraße in die Bundesallel

In Flüchtlingsfragen hat sich die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Als dann Ende September die Zentrale Impfstelle für Asylsuchende am LAGeSo in der Turmstraße eröffnet wurde, schien etwas Ordnung ins Chaos zu kommen. Doch nun wurde der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die dort bis vor kurzem noch täglich bis zu 300 Flüchtlinge impfte, mit Schreiben vom 14. März zu Ende Juni gekündigt.

Bundesallee wird Zentrale Impfstelle

Laut Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales wird der Standort Bundesallee nun neue Zentrale Erstuntersuchungs- und Impfstelle. Dort werden bereits seit 1. März Flüchtlinge von Ärzten der Charité medizinisch untersucht und geimpft. Die Kombination aus Erstuntersuchung und Impfung gleich bei der Erstregistrierung sei effizienter, begründet Gesundheitssenator Mario Czaja die Entscheidung, die Impfstelle am LAGeSo aufzugeben. Außerdem sei die Charité der am besten geeignete Partner „auch weil die Ärztinnen und Ärzte der Charité im Unterschied zur KV ein breiteres Spektrum entsprechend der Impfempfehlungen für Flüchtlinge des Robert-Koch-Instituts umsetzen“, sagte er.

Die KV scheint indes bis zuletzt nicht über Czajas Pläne informiert worden zu sein und wirft dem Gesundheitssenator und seiner Verwaltung Missmanagement in Flüchtlingsfragen vor. „Wo, von wem und wie viele Asylsuchende gegen was künftig durch das Land Berlin geimpft werden sollen, darüber bleiben uns das LAGeSo und der Gesundheitssenator Einzelheiten schuldig“, empört sich die KV-Vorsitzende Dr. Angelika Prehn. Das Hilfsprojekt sei gut gelaufen, die Ärzte arbeiteten ganztags in drei Schichten. „Warum es aufgegeben wird, erschließt sich mir nicht“, so Prehn.

LAGeSo schickt den KV-Ärzten keine Flüchtlinge mehr

Anfang des Jahres hatte die KV dem Senat noch angeboten, auch die Erstuntersuchung vorzunehmen und war zu einem Standortwechsel bereit. Davon hatte Czaja aber nichts wissen wollen. Stattdessen hat er zwischenzeitlich der Charité den Auftrag für die Federführung in der Bundesallee erteilt. Seit dort die Zentrale Erstuntersuchungs- und Impfstelle ihren Betrieb aufgenommen hat, werden keine Flüchtlinge mehr vom LAGeSo zum Impfen in die Turmstraße schickt. Geredet wurde darüber mit der KV offenbar nicht. 

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik

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