. Volkskrankheit Rückenschmerz

Zeitarbeiter klagen häufiger über Rückenschmerzen

Zeitarbeiter plagen häufiger Rückenschmerzen als andere Beschäftigte. Deshalb sollte bei ihnen ganz besonders auf eine gesundheitsförderliche Gestaltung der Arbeitsumgebung geachtet werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
Zeitarbeiter klagen häufiger über Rückenschmerzen

Zeitarbeit: Monotone, körperliche Arbeit schlägt sich auf den Rücken

„Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit", so lautet der Titel des dritten Factsheets zur Erwerbstätigenbefragung 2012, das die Bundesanstalt jetzt veröffentlicht hat. 2012 gab es in Deutschland rund 880.000 Zeitarbeiter. Fast drei Viertel (71 %) waren männlich. Im Vergleich zu den übrigen Erwerbstätigen berichten sie häufiger über schwere körperliche Arbeit, ungünstige Umgebungsbedingungen und Monotonie. Trotz ihres durchschnittlich jüngeren Alters klagen sie stärker über Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Während die Frauen in Zeitarbeit mehrheitlich im Dienstleistungsbereich arbeiten, verrichten Männer ihre Arbeit überwiegend im Produktionsbereich. Dies spiegelt sich in den Arbeitsbedingungen wider.

Ungünstige Umweltbedingungen und monotone Arbeit verursachen Stress am Arbeitsplatz

So geben Zeitarbeiter häufiger an, mit den Händen oder im Stehen zu arbeiten als die übrige Erwerbsbevölkerung. Oft sind sie auch ungünstigen klimatischen Bedingungen wie Zugluft, Kälte, Hitze oder Nässe ausgesetzt. Immerhin berichtet fast jeder dritte Zeitarbeiter darüber - außerhalb der Zeitarbeit nur jeder fünfte. Zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer geben an, dass sich ihre Arbeit ständig wiederholt. Auch ist ihr Handlungsspielraum deutlich eingeschränkter als bei den übrigen Erwerbstätigen. Dafür erleben sie aber weniger Termin- und Leistungsdruck und müssen seltener verschiedene Dinge gleichzeitig erledigen.

Mehr Gesundheitsförderung in der Zeitarbeit – Bundesanstalt gibt Hinweise

Während es bei den psychosomatischen Beschwerden keine deutlichen Unterschiede zu den anderen abhängig Beschäftigten gibt, klagen deutlich mehr Zeitarbeitnehmer über Schmerzen im Muskel-Skelett-Bereich. Angesichts des jungen Durchschnittsalters der Zeitarbeiter empfiehlt die BAuA daher, Maßnahmen zu ergreifen, damit Fehlbelastungen vermieden und die Arbeitsfähigkeit lange Zeit erhalten werden kann. „Eine ergonomische, gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung und ein Verhalten, das die Gesundheit schont, tragen dazu bei“, so die Bundesanstalt. Das von ihr herausgegebene Factsheet gibt weiterführende Hinweise auch zu Handlungshilfen, um Zeitarbeit gesundheitsgerecht zu gestalten.

Das Factsheet "Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit" steht als PDF auf der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/arbeitsbedingungen zur Verfügung.

Foto: © ehrenberg-bilder - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rückenschmerzen , Arbeitsbelastung

Weitere Nachrichten zum Thema Rückenschmerz

| Bakterielle Infektionen sind nach einem Bandscheibenvorfall offenbar häufiger als gedacht. Dass Antibiotika die Rückenschmerzen lindern können, hat eine dänische Wissenschaftlerin herausgefunden. In Frankfurt wurde ihr soeben der Deutsche Schmerzpreis dafür verliehen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.