. Gesund bleiben im Winter

Zehn Tipps gegen Erkältungen

900 km/h: Wenn wir niesen oder husten, schleudern wir Keime explosionsartig in die Luft – mit der Geschwindigkeit eines Airbus A 380. Überall kleben sie dann, mit den Händen verbreiten wir sie weiter. Trotzdem kann man Erkältungen im Winter auch entkommen – wenn man das Immunsystem fit hält und ein paar Vorsichtsregeln beherzigt.
Mann hustet am Schreibtisch, Kollegin wendet sich ab

Wie man's nicht macht: Bei Erkältungen nicht in die Hände niesen, sondern in die Armbeuge. Abstand zu anderen halten. Und benutzte Papiertaschentücher schnell entsorgen, um eine Verbreitung von Keimen zu verhindern.

Türklinken drücken, mit der Bahn fahren, Kinder in Kitas schicken, im Großraumbüro arbeiten, im Supermarkt das Rückgeld annehmen, anderen höflich die Hände schütteln: All das müsste man im Moment unterlassen, um sich keine Erkältung einzufangen. Aber das geht natürlich nicht, genau so wenig, wie sich Husten oder Niesen verbieten lässt. Aber damit beginnt es. „Beim Husten schleudern wir mit einer Geschwindigkeit von 900 Kilometern pro Stunde explosionsartig die Luft aus dem Rachen“, heißt es dazu in einem Ratgeber der AOK. „Bei einer Erkältung schnellen so Viren, genauso schnell wie ein Airbus A 380, in unsere nächste Umgebung. Dort bleiben sie an Türklinken, Händen, Kleidung oder Gegenständen haften, wo sie nach kurzem Zwischenstopp dann eine andere Person abholt. Über Tröpfchen in der Luft  verbreiten sich Keime rasend schnell, stundenlang kleben sie auf berührten Gegenständen im Haushalt, im Büro und erst recht an öffentlichen Orten oder in Verkehrsmitteln.

Besonders im Winter sind unzählige Viren im Umlauf, befallen die Atemwege und lösen unterschiedliche Atemwegsinfektionen aus: Schnupfen, Erkältungen, akute Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung oder eine echte Grippe. Erwachsene bekommen im Schnitt zwei bis vier Erkältungen pro Jahr, meist in der kalten Jahreszeit. Kinder erwischt es sogar sechs bis zehnmal im Jahr. Sie bringen die Viren aus der Schule oder Kita mit nach Hause.

Immunsystem stärken: gesund Essen und viel trinken

Auch wenn man das Leben nicht einstellen kann und mag: Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen kann man das Ansteckungsrisiko für winterliche Infekt auf den Fall verringern. Wer sich selbst vor Ansteckung schützt, beugt nicht nur im eigenen Interesse vor, sondern schützt auch andere vor einer Infektion. Je weniger Infektionen entstehen, desto weniger Medikamente müssen eingesetzt werden. "Um gegen Erkältungsviren möglichst gut gewappnet zu sein, sollte man die eigene Abwehr stärken, sich regelmäßig die Hände waschen, Abstand zu Erkrankten halten und  Menschenmengen am besten meiden", sagt Anja Debrodt, Ärztin im AOK-Bundesverband.

Je fitter das Immunsystem ist, desto mehr hat der Körper den Erregern entgegenzusetzen. Gerade im Winter ist es deshalb wichtig, darauf zu achten, genug frische Luft im Freien zu tanken. "In der Mittagspause regelmäßig Spaziergänge unternehmen, so entkommt man den Büro-Erregern und stärkt sich gleichzeitig", sagt Debrodt. Dazu braucht der Körper neben der Bewegung eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, ausreichend Ballaststoffen sowie genug Flüssigkeit. Auch maßvoller Sport im Winter hilft, das Immunsystem zu stärken, ebenso regelmäßig Saunabesuche oder Wechselduschen.

 

Regelmäßig lüften und Schleimhäute feuchthalten

Falls man dennoch Bus oder Bahn fahren muss, bindet man sich am besten einen Schal vor den Mund. Erkältungsviren verbreiten sich auch über alles, was mit dem Mund oder der Nase eines erkälteten Menschen in Berührung kommt. Dazu gehören neben Tassen und Gläsern, aus denen eine erkrankte Person getrunken hat, erst recht gebrauchte Taschentücher. Daher ist es wichtig, benutzte Taschentücher nicht herumliegen zu lassen, sondern sie nach Gebrauch zu entsorgen. Fürs Büro, genauso wie für die eigene Wohnung, gilt außerdem: regelmäßig durchlüften, um Viren heraus- und frische Luft wieder hineinzulassen. Das erhöht zudem die Luftfeuchtigkeit im Raum und hält die Schleimhäute feucht. Das ist deshalb wichtig, weil trockene Luft die Schleimhäute austrocknet und damit wehrloser macht gegen Erreger.

So schützt man sich und andere vor Ansteckung

  1. Auf Hygiene achten: Sich regelmäßig gründlich die Hände waschen.
  2. Aufs Händeschütteln verzichten (und diesen Entschluss, wenn nötig, höflich erklären).
  3. Rücksichtsvoll niesen und husten (in die Armbeuge, nicht in die Hände) und dabei Abstand zu anderen halten.
  4. Hände weg vom Gesicht, denn über Augen, Mund und Nase gelangen Erreger in die Schleimhäute.
  5. Papiertaschentücher nur einmal verwenden und sofort entsorgen.
  6. PC-Tastaturen nicht gemeinsam benutzen.
  7. Handtücher häufig wechseln, nicht mit anderen teilen oder Papiertücher verwenden.
  8. Kranke und Menschenansammlungen meiden.
  9. Jährliche Grippeschutzimpfungen gegen Influenza-Viren vor allem für Risikogruppen wie chronisch Kranke, beispielsweise Asthmatiker, Diabetiker und Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen, Schwangere und Personen über 60 Jahre.
  10. Wer einen Infekt mit sich schleppt, sollte keine Schwangeren, chronisch Kranken oder alten Menschen besuchen.

Foto: AdobeStock/Elnur

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Hauptkategorie: Medizin
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