. Sinkende Sterblichkeit

Zehn Jahre Berliner Herzinfarktregister

Seit zehn Jahren ist die Versorgung von Berliner Herzinfarktpatientinnen und -patienten kontinuierlich verbessert worden. Dank des Engagements der im Berliner Herzinfarktregister (BHIR) organisierten Kliniken konnte die Krankenhaussterblichkeit dieser Patienten zwischen dem Jahr 2000 und 2008 halbiert werden.
Zehn Jahre Berliner Herzinfarktregister

Foto: AOK Mediendienst

 

Im Berliner Herzinfarktregister wurden seit seiner Gründung die Daten zur stationären Therapie von inzwischen mehr als 20.000 Herzinfarktpatientinnen und -patienten gesammelt und gemeinsam ausgewertet. 23 Berliner Kliniken, die sich über das ganze Stadtgebiet verteilen, nehmen in der nunmehr dritten Erhebungsphase teil. Mit Hilfe der Daten werden Versorgungsabläufe dokumentiert und qualitätssichernde Elemente in den Klinikalltag eingeführt. Dabei steht der Nutzen einer Therapie für den Patienten im Vordergrund. "Die notärztliche Erstversorgung und die stationäre Versorgung spielen eine herausragende Rolle, da es sich beim akuten Herzinfarkt um einen stationär zu behandelnden Notfall handelt", erklärte Dr. med. Birga Maier, Leiterin der an der TU Berlin beheimateten wissenschaftlichen Dokumentationsstelle des BHIR.

Sterblichkeit am Herzinfarkt gesunken

Wie sehr sich die Versorgung von Herzinfarktpatienten in Berlin verbessert hat, machen die Zahlen zur Krankenhaussterblichkeit deutlich: In den am BHIR teilnehmenden Kliniken ist die Sterblichkeit am Herzinfarkt in den vergangenen Jahren kontinuierlich von 12,2% (1999/2000) auf 6,2% (2007/2008) gesunken. Für Hochrisikogruppen wie etwa ältere Patienten, bei denen die Eingriffe am riskantesten sind, ist der Rückgang der Sterblichkeit noch beeindruckender: So ging bei Patienten über 80 Jahren die Krankenhaussterblichkeit von 30,7% (1999/2000) auf 15,0% (2007/2008) zurück.

Anlässlich des Ende September gefeierten zehnjährigen Bestehens erklärte der BHIR-Vorsitzende Professor Dr. med. Heinz Theres: "Das aussergewöhnliche Engagement der Berliner Kardiologen für Qualitätssicherung hat die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität nachweislich verbessert."

Berliner Herzinfarktregister

Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, der das BHIR seit seiner Gründung umfassend unterstützt, ergänzte: "Das Herzinfarktregister ist ein Paradebeispiel dafür, wie durch Zusammenarbeit und strukturiertes Lernen aus dem Alltag die Patientenversorgung systematisch verbessert werden kann. Durch dieses systematische Bewerten der im Rahmen des BHIR gesammelten Daten lernen die Berliner Kardiologen kollektiv." Dies sei umso bemerkenswerter, da es sich beim BHIR um ein freiwilliges Forum handele, wo sich Kolleginnen und Kollegen offen austauschten, die sich sonst eher als Konkurrenten sähen, fügte Theres hinzu.

Massgeblich für die gute Versorgung von Herzinfarktpatienten in Berlin sind die im Jahr 2000 eingeführte Leitliniengerechte Versorgung und die flächendeckende Infrastruktur zur stationären Behandlung von Herzinfarktpatienten. So verfügt Berlin derzeit über 37 Kliniken mit Akutversorgung von Herzinfarktpatienten, 18 Notarzteinsatzfahrzeugstützpunkte sowie 20 Kliniken mit Kathetermessplätzen (inkl. DHZB).

Weitere Informationen unter:
http://www.herzinfarktregister.de/

 

 

Weitere Nachrichten zum Thema Herz

| Ein Riss an der Aorta direkt am Herzen, die so genannte Aortendissektion, führt unbehandelt innerhalb von 48 Stunden zum Tod. Möglicherweise kommt das lebensbedrohliche Ereignis sogar häufiger vor als bislang gedacht. Das legen Autopsieberichten aus Berlin nahe, die das Deutschen Herzzentrum Berlin jetzt ausgewertet hat.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Was hilft am besten gegen Läuse? Über ihre Lebensweise und die beste Methode, sie wieder los zu werden, berichtet ein Experte der Charité-Universitätsmedizin Berlin.
Bakterien können nicht nur krank machen, sondern auch die Wirkung einer Chemotherapie beeinträchtigen. Wissenschaftler haben dies jetzt an Gemcitabin nachgewiesen, das vor allem bei Bauchspeicheldrüsenkrebs verabreicht wird.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.