. Auswertung der Weissen Liste

Zahnärzte könnten mehr für ihre Patienten tun

Patienten sind mit der Information und Aufklärung durch ihre Zahnärzte nicht immer zufrieden. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Arztvergleichsportals „Weisse Liste“.

Gut informiert beim Zahnarzt? Nicht immer, zeigt eine Studie.

„Patienten in Deutschland sind überwiegend zufrieden mit ihrem Zahnarzt. Dennoch sehen sie deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Praxen und sind teils unzufrieden mit der Aufklärung über Kosten und der Kommunikation der Zahnmediziner“, so lautet das Fazit einer aktuellen Auswertung von über 10.000 Zahnarztbewertungen im Arztvergleichsportal „Weisse Liste“ und den darauf basierenden Portalen von AOK, BARMER GEK, Techniker Krankenkasse und Bertelsmann BKK. Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und den Dachverbänden der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Viele Patienten finden Information über Behandlungs-Kosten nicht ausreichend 

In einer Pressemitteilung heißt es zur Bewertung: Rund vier von fünf Patienten würden ihren Zahnarzt „bestimmt“ weiterempfehlen und sehen keinen Grund für einen Zahnarztwechsel. Hingegen empfänden nur 62 Prozent der Patienten die Aufklärung über Kosten als komplett verständlich, 63 Prozent sehen die Kostenpläne immer als verlässlich an. „Hinzu kommt: Fast jeder zehnte Patient nimmt eindeutig einen Verkaufsdruck wahr, fühlt sich also zu kostenpflichtigen Zusatzleistungen gedrängt“, heißt es in der Mitteilung. „Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass Zahnärzte frühzeitig und verlässlich über anfallende Kosten informieren. Das stärkt das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Mit unserem AOK-Arztnavigator schaffen wir mehr Transparenz bei diesem wichtigen Thema“, wird Jürgen Graalmann, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes zitiert. BARMER GEK Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Straub verweist darauf, dass die Zahnärzte zwar „sehr gute Arbeit“ lieferten. „Umso mehr sollte ihnen daran gelegen sein, diese gut und verständlich zu erklären. Da lässt sich einiges verbessern, wenn heute nur sechs von zehn Patienten ihren Zahnarzt komplett verstehen.“

Behandlungsqualität könnte sich verbessern, wenn mehr Patienten ihre Ärzte bewerten würden

Ein wichtiges Anliegen ist für die Projektpartner ist laut Pressemitteilung eine Ausweitung der Zahl der Bewertungen. „Bis heute wurden fast 300.000 Bewertungen zu Haus-, Fach- und Zahnärzten abgegeben. Da die Ergebnisse erst ab fünf Bewertungen pro Arzt veröffentlicht werden, sind insbesondere zu Zahnärzten noch nicht flächendeckend Ergebnisse verfügbar. Deshalb sind die Versicherten der beteiligten Krankenkassen weiter zur Bewertung aufgerufen“, heißt es. „Wenn Patienten ihre Erfahrungen beim Arzt mit anderen teilen, schafft das mehr Transparenz und trägt zu einem Wettbewerb um mehr Qualität bei“, äußerte sich Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. 

Mit dem unabhängigen und kostenfreien Online-Arztvergleich wollen die Initiatoren nach eigenen Angaben Patienten bei der Arztsuche helfen. Das Portal sei seit Ende Mai komplett überarbeitet und seitdem auch auf mobilen Endgeräten optimal nutzbar.

Foto: Fotolia - JackF

Autor: Cornelia Wanke

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