. Pflegestatistik

Zahl der Pflegebedürftigen auf 3,4 Millionen gestiegen

Deutschland altert und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Ende 2017 hatten bereits 3,4 Millionen Menschen einen Pflegegrad. Das sind knapp 20 Prozent mehr als noch 2015.
Zahl der Pflegebedürftigen auf 3,4 Millionen gestiegen

3,4 Millionen Menschen in Deutschland waren Ende 2017 offiziell pflegebedürftig. Aufgrund des demografischen Wandels werden die Zahlen weiter steigen

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt und steigt. Zuletzt gemessen vom Statistischen Bundesamt waren es im Dezember 2017 schon 3,4 Millionen Personen. Die Zahlen beziehen sich auf Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad (vormals Pflegestufe). Tatsächlich dürfte es noch mehr Menschen mit Pflegegebedarf geben, da einige keinen Antrag stellen und rund ein Drittel der Anträge von den Kassen zunächst erst einmal abgelehnt wird.

3,4 Millionen Pflegebedürftige – das ist ein vorläufiger Rekord. Die Zahl der Pflegebedürftigen stieg allein zwischen 2015 und 2017 um 19 Prozent, also um 554.000 Personen. Und gegenüber 2003 verzeichnet die Pflegestatistik einen Zuwachs um 58 Prozent, also ein Plus von 1,4 Millionen pflegebedürftigen Personen.

Drei Viertel der Pflegebedürftigen leben zu Hause

Mit der wachsenden Zahl der pflegebedürftigen Senioren bekommt auch Deutschlands größter Pflegedienst immer mehr zu tun: Laut der Pflegestatistik für 2017 wurde der größte Teil von Angehörigen versorgt. Immerhin lebten 76 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause und nicht in einem Pflegeheim. Mehr als die Hälfte, nämlich 1,76 Millionen Menschen, wurden danach ausschließlich von Angehörigen versorgt, bei weiteren 830.000 Pflegebedürftigen wurde ein ambulanter Pflegedienst hinzugezogen, der alleine oder zusammen mit den Angehörigen pflegt. Letzteres dürfte eher die Regel sein. Dass im Jahr 2017 20 Prozent mehr ambulante Pflegedienste gepflegt haben als 2015, entspricht in etwa dem Zuwachs an pflegebedürftigen Personen.

Dagegen lebten 818.000 Menschen in einem vollstationären Pflegeheim, das entspricht 24 Prozent aller Pflegebedürftigen.

 

Pflegebedarf steigt ab dem 90. Lebensjahr sprunghaft an

Schaut man auf die Altersverteilung, zeigt sich wenig Überraschendes: Die Pflegebedürftigkeit steigt mit den Lebensjahren an. Während bei den 70- bis unter 75-Jährigen „nur“ jeder Zwanzigste (6 %) pflegebedürftig war, wurde für die ab 90-Jährigen die höchste Pflegequote ermittelt: Der Anteil der Pflegebedürftigen an allen Menschen dieser Altersgruppe betrug dabei 71 Prozent.

Der 90. Geburtstag scheint eine Art rote Linie zu sein. Denn in der Gruppe der 85 – bis 90-jährigen sind „nur“ 44 Prozent pflegebedürftig. Darunter mehr Frauen als Männer: 49 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe, aber nur 36 Prozent der Männer haben in dieser Altersgruppe einen Pflegegrad.

Frauen haben höhere Pflegequote

Die Autoren des Pflegereports führen dies eher auf die traditionellen Familienstrukturen zurück als auf eine bessere Gesundheit der Männer. Ältere Frauen lebten häufiger alleine und stellten daher häufiger einen Antrag auf Leistungen, so die Vermutung. Pflegebedürftige Männer würden dagegen häufig zum Beispiel zuerst von ihren Frauen versorgt. Entsprechend werde zunächst auf eine Antragstellung verzichtet.

Foto: zynkevich/fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Pflege
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