. Schönheitschirurgie

Zahl der Brustvergrößerungen steigt wieder

Erstmals seit dem PIP-Skandal um minderwertige und schadhafte Brustimplantate wächst die Zahl der Brustvergrößerungen in Deutschland wieder. Das zeigt eine bundesweite Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für ästhetisch-plastische Chirurgie (DGÄPC).
Trends in der ästhetisch-plastischen Chirurgie: Weniger Männer, mehr Ältere

Brustvergrößerungen sind die beliebteste Schönheitsoperation 2015

„Der Implantateskandal konnte das Vertrauen der Patientinnen nicht dauerhaft erschüttern“,  wertet DGÄPC-Präsident Dr. Sven von Saldern die Entwicklung. Die Brustvergrößerung mit Implantaten führt die aktuelle Liste der beliebtesten Schönheitsoperationen an. 20,4 Prozent der befragten Frauen gaben an, sich einer Brustvergrößerung mit Implantat unterziehen zu wollen. „Allerdings greifen immer mehr Frauen auf Brustvergrößerungen mit Eigenfett zurück“, so von Saldern. Diese Alternative nutzten 4,4 Prozent. Das waren deutlich mehr als 2014 (3,2%). Etwas weniger beliebt als im Vorjahr sind bei Frauen dagegen Bruststraffungen (5,6 Prozent) und Nasenkorrekturen (4,2 Prozent).

Auch Schönheitschirurgen behandeln immer ältere Patienten

Männliche Patienten nutzen die Schönheitschirurgie vor allem, um Lider straffen und Fett absaugen zu lassen. Die Lidstraffung steht mit 20,6 Prozent bei Männern nicht nur auf dem ersten Platz der gefragtesten ästhetisch-chirurgischen Behandlungen, sondern ist damit auch deutlich beliebter als bei Frauen (12,2%). An zweiter Stelle folgen Fettabsaugungen mit 18,3 Prozent. Stark an Beliebtheit gewonnen haben neben den Fettabsaugungen Facelifts. Sie liegen nun mit 8, 4 Prozent auf dem dritten Platz der beliebtesten Operationen.  Deutliche Rückgänge stellt die DGÄPC dagegen bei Intimkorrekturen (-3,4%) und Schweißdrüsenabsaugungen (-3,1%) fest.

Insgesamt hat sich die Klientel der Schönheitschirurgen weiter verändert. Vor allem werden die Patienten immer älter. Der Altersdurchschnitt stieg seit 2010 um rund vier Jahre auf nun 42 Jahre und sechs Monate. Dabei sind männliche Patienten mit 44,4 Jahren durchschnittlich mehr als zwei Jahre älter als weibliche (42,2 Jahre).  Allerdings ist er Männeranteil nun im zweiten Jahr in Folge rückläufig. „Von einem Männertrend können wir nicht mehr sprechen“,  so von Saldern. Männer stellten 2015 mit 13,5 Prozent einen geringeren Anteil als 2014 (14,7%) und 2013 (17,1%).

 

Nachsorge und Vorabinformationen sind entscheidend

Dabei sind die meisten Patientenentscheidungen für einen ästhetischen Eingriff offenbar gut überlegt. 71, 8 Prozent der männlichen und 80, 0 Prozent der weiblichen Patienten gaben an, dass sie sich schon vor dem Arztbesuch über mögliche Risiken des gewünschten Eingriffs informiert haben. Über dieses ausgeprägte Risikobewusstsein zeigt Dr. Jens H. Baetge, Tagungspräsident der 43. Jahrestagung der DGÄPC, sich erfreut. Er weist aber auch auf die Bedeutung der Nachsorge hin. „Eine gewissenhafte Nachsorge entscheidet mit über den Behandlungserfolg“,  so Baetge. Doch auch hier zeigen die Patienten Verantwortungsbewusstsein. Fast 90 Prozent der Befragten erachten die Erreichbarkeit des Operateurs im Nachgang einer ästhetisch-plastischen Operation als wichtig oder sehr wichtig.

Dennoch sieht Baetge noch viel Aufklärungsbedarf in seinem Fachgebiet. „Es gibt noch zu viele Menschen,  die sich der Tragweite einer ästhetisch-plastischen Operation nicht bewusst sind.“

 Foto: detailblick - Fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
 

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