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02.12.2018

Zähneknirschen kein Hinderungsgrund für Implantate

1,3 Millionen Zahn-Implantate werden deutschen Versicherten jedes Jahr eingesetzt. Kiefergelenkserkrankungen und Zähneknirschen sind keine Kontraindikation, sagte die Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich.
Zahn-Implantate, Kiefergelenksbeschwerden

Von Zahn-Implantaten profitieren offenbar auch Menschen mit Kiefergelenksbeschwerden

In Deutschland ist die Zahl der jährlich gesetzten Zahn-Implantate in den vergangenen 20 Jahren von geschätzt 380.000 auf mittlerweile rund 1,3 Millionen gestiegen. In manchen Lehrbüchern steht, dass Kiefergelenksprobleme oder eine Okklusionsproblematik eine Kontraindikation für Implantate sind. Dem widerspricht jetzt die Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich.

„Auch Patienten mit Kiefergelenksproblemen können von Implantaten profitiere“, sagt Prof. Dr. Peter Rammelsberg. Schließlich könnten Patienten immer beides haben – einen Bedarf an Implantaten und gleichzeitig Probleme am Kiefergelenk oder Probleme im Kaumuskelbereich

Implantat-Erfolg eine Frage der Stabilität

Dies gilt demnach auch für Patienten mit Bruxismus, also mit Menschen, die mit den Zähnen knirschen. „Zähneknirschen ist keine Kontraindikation für Implantate“, so der Zahnmediziner vom Universitätsklinikum Heidelberg.

Zwar werde diese Störung nicht zu den Kiefergelenkserkrankungen gerechnet, sie stehe jedoch mit diesen in Beziehung, da Knirschen Auswirkungen auf das Kiefergelenk haben könne. „Bruxismus ist ein Risikofaktor, der vor allem technische Komplikationen erhöht“, betont Professor Rammelsberg. Bei diesen Patienten müsse der Zahnarzt stabile Materialien für den Zahnersatz wählen und diese auch auf einer stabilen Abstützung auf Implantaten einbauen. Dann seien auch die die erhöhten Risikofaktoren verantwortbar, so der Implantatexperte.

 

Wenn es im Kiefergelenk knackt

Implantate sind demnach auch geeignet für Menschen, bei denen es im Kiefergelenk knackt. Das Knacken ist Folge einer Verlagerung der Knorpelscheibe. Dieser sogenannte Diskus kann aus seiner normalen Position herausrutschen. Wenn er bei der Mundöffnung wieder zurück gleitet, knackt es im Kiefergelenk. Wenn dies nicht mehr geschieht, kann eine schmerzhafte Kieferblockade der Fall sein. „Wenn derart betroffene Patienten eine Implantatbehandlung benötigen, wird die Verlagerung dadurch natürlich nicht beeinflusst. Es ist dann ein Implantatpatient mit Diskusverlagerung“, so Rammelsberg. „Gleichwohl wissen wir aus Untersuchungen, dass eine stabile Seitenzahnabstützung zur Entlastung der Kiefergelenke hilfreich sein kann, selbst wenn die Diskusverlagerung dadurch natürlich nicht geheilt werden kann.“

Nur wenn Patienten mit craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) ausgeprägte psychosomatische Belastung haben, raten die Experten tendenziell von einem Implantat ab.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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