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Woran Scharlach zu erkennen ist

Freitag, 16. Dezember 2016 – Autor:
Scharlach ist eine durch den Erreger Streptococcus pyogenes ausgelöste Racheninfektion. Sie gehört zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen im Kindesalter und tritt vor allem im Winter auf. Woran sie zu erkennen ist.
Scharlach

Charakeristisch für Scharlach sind starke Halsschmerzen und Hautausschlag – Foto: ajlatan - Fotolia

Eine asymptomatische Besiedlung des Rachens mit Streptococcus pyogenes ist in der Jahreszeit bei bis zu 20 Prozent der Bevölkerung nachweisbar. Am häufigsten erkranken Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. Die Zahl der akuten Streptokokken-Pharyngitiden in Deutschland wird auf 1 bis 1,5 Millionen pro Jahr geschätzt.

Die Krankheit äußert sich mit plötzlich einsetzenden Halsschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Unwohlsein und besonders bei Kindern mit Bauchschmerzen und Erbrechen. Die Symptome reichen von leichten Halsschmerzen mit kaum auffälligem Untersuchungsbefund bis zu hohem Fieber, starken Halsschmerzen mit ausgeprägter Rötung und Schwellung der Rachenschleimhaut.

Woran Scharlach zu erkennen ist

Scharlach ist zu erkennen an dem charakteristischen Hautausschlag: Der kleinfleckige, rötliche Ausschlag bildet sich am ersten oder zweiten Krankheitstag am Oberkörper und breitet sich weiter aus. Er fühlt sich rau an. Handinnenflächen und Fußsohlen bleiben ausgespart.

Zu den weiteren Symptomen gehören das blasse Dreieck um den Mund und die "Himbeerzunge", so genannt, weil die Papillen (Geschmacksknospen) deutlich hervortreten. Die Zunge schält sich später. Die Erkrankung kann begleitet sein von Schnupfen, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder einem Abzess der Gaumenmandeln.

 

Haut der Handinnenflächen und Fußsohlen schuppt sich

Der Ausschlag verschwindet nach 6 bis 9 Tagen. Nach einigen Tagen schuppt sich die Haut, besonders der Handinnenflächen und Fußsohlen.

Therapie der Wahl ist 10-tägige Gabe von Penicillin. Bei Penicillin-Allergie zeigt die Therapie mit Cephalosporinen, Erythromycin oder anderen Makroliden für eine Dauer von 5 bis 10 Tagen ähnlich gute Ergebnisse. Allerdings sind Resistenzen von bis zu 38 Prozent gegenüber Erythromycin und von 10–20 Prozent) gegenüber anderen Makroliden bekannt.

Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage

Spätfolgen von Streptokokken-Infektionen können das akute rheumatische Fieber sein sowie eine Nierenentzündung (akute Glomerulonephritis). Das akute rheumatische Fieber tritt durchschnittlich nach 19 Tagen auf, die akute Nierenentzündung nach durchschnittlich zehn Tagen.

Scharlach wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion oder im direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, berichtet das Robert Koch-Institut. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, beträgt 1 bis 3 Tage. Da der Erreger in vielen Varianten auftritt, gibt es keine Schutzimpfung. Es sind mehrfache Erkrankungen an Scharlach möglich.

Nach Antibiotika-Behandlung nicht mehr ansteckend

Unbehandelte Patienten sind noch nach Wochen ansteckend. Nach Beginn einer wirksamen antibiotischen Therapie erlischt die Ansteckungsfähigkeit nach 24 Stunden.

Personen, die an Scharlach erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen nicht in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schule, Hort, Kita, Jugend- oder Pflegeheim arbeiten, wenn sie Kontakt zu den Betreuten haben. Sie können erst wieder ihrer Tätigkeit nachgehen, wenn der Arzt grünes Licht gibt.

Auch die in Gemeinschaftseinrichtungen Betreuten dürfen mit dieser Streptokokken-Infektion die Räume nicht betreten. Bei einer Antibiotika-Therapie und ohne Krankheitszeichen können sie ab dem zweiten Tag wieder die Einrichtung besuchen, ansonsten nach Abklingen der Krankheitssymptome. Ein schriftliches ärztliches Attest ist laut RKI nicht erforderlich.

Foto: ajlatan/fotolia.com

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