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30.01.2016

Woran man eine Schilddrüsenunterfunktion erkennt

Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Verstopfung, Gewichtszunahme, all dieses können Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sein. Dabei werden dann zu wenig Schilddrüsenhormone produziert. Ob eine Unterfunktion vorliegt, kann der Arzt feststellen.
Schilddrüsenhormone wirken auch auf psychische Verfassung

Müdigkeit und depressive Verstimmung können auf Schilddrüsenunterfunktion deuten

Die Schilddrüse liegt im vorderen Halsbereich. Sie stellt aus Eiweiß und Jod die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) her, die ins Blut ausgeschüttet werden. Diese beeinflussen Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und psychisches Wohlbefinden. Von einer Unterfunktion sind Frauen häufiger als Männer betroffen. Werden zu wenig Schildrüsenhormone produziert, kann das zu Kälteempfindlichkeit, erhöhtem Schlafbedarf, depressiven Verstimmungen und ungewollter Gewichtszunahme führen. Äußere Anzeichen sind verstärkter Haarausfall, brüchige Nägel, blasse, trockene Haut.

Schilddrüsenunterfunktion erkennen: Typische Symptome

Der Betroffene kann unter Verstopfung leiden, Muskelschwäche, verlangsamten Herzschlag. Die Blutfettwerte können erhöht sein, was Arteriosklerose, die Verkalkung der Herzkranzgefässe, begünstigt. Schwellungen des Unterhautgewebes sind möglich. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

 

Schilddrüsenunterfunktion: Ursache Hashimoto-Thyreoditis

Für die Unterfunktion kommen verschiedene Auslöser in Frage. Häufigste Ursache der Schilddrüsenunterfunktion bei Erwachsenen ist eine chronische Schilddrüsenentzündung, die Hashimoto-Thyreoditis. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Der Organismus bildet Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe, die sorgen für die andauernde Entzündung, die die Schilddrüse schädigen.

Eine vorübergehende Schilddrüsenentzündung kann nach einer Schwangerschaft beziehungsweise Entbindung auftreten. Eine Schilddrüsen-Operation, eine Bestrahlung im vorderen Halsbereich, eine Behandlung mit Radiojod oder bestimmte Medikamente können eine Schilddrüsenunterfunktion hervorrufen, oder – sehr selten – eine Störung des entsprechenden hormonellen Regelkreises im Gehirn.

Schilddrüsenunterfunktion: Ursache Jodmangel

Auch ein Jodmangel kann Ursache sein. Jodiertes Haushaltssalz allein kann den täglichen Jodbedarf nicht decken, Jod wird auch über angereichertes Brot, Milch, Milchprodukte und vor allem Seefisch aufgenommen. Ärzte empfehlen daher zwei Portionen Fisch in der Woche. Der Jodbedarf eines Erwachsenen liegt bei 200 Mikrogramm am Tag, bei Kindern und älteren Menschen leicht darunter.

Schwangere und Stillende haben einen höheren Jodbedarf, werdenden Müttern wird daher zu Jodtabletten geraten. Ein Jodmangel in der Schwangerschaft oder eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion und damit eine zu geringe Produktion von Schilddrüsenhormonen können beim Ungeborenen die geistige und körperliche Entwicklung stören. Die drohen auch bei einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion des Kindes. Neugeborene werden daher im Rahmen der U2 routinemäßig auf eine Hypothyreose getestet.

Schilddrüsenunterfunktion diagnostizieren

Der Arzt kann bei Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion zunächst einen Bluttest machen. Ist der TSH-Wert erhöht, kann das auf eine Hypothyreose hindeuten. TSH ist ein Hormon, das von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet wird, um die Schilddrüse zu stimulieren. Der individuelle TSH-Wert bei Gesunden schwankt allerdings erheblich.

Er ist bei Älteren und bei Menschen mit Übergewicht eher höher, kann nach einer schweren Erkrankung kurzfristig in die Höhe schnellen und ist wohnortabhängig, wie Studien zeigen. So erreichen die Bayern im Durchschnitt höhere Werte als die Bewohner Mecklenburg-Vorpommerns. Zusätzlich werden meist noch die Werte der Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut gemessen, die aber bei einer Unterfunktion zunächst noch im Normbereich liegen können.

Bei einer Hashimoto-Thyreoditis sind Antikörper im Blut nachweisbar. Ein Ultraschall der Schilddrüse kann eine Entzündung anzeigen.

Schilddrüsenunterfunktion lässt sich leicht therapieren

Die Therapie ist simpel: Die Patienten nehmen ein synthetisches Schilddrüsenhormon als Tablette ein - und zwar täglich, ein Leben lang. Verabreicht wird Thyroxin, daraus kann der Körper selbst Trijodthyronin bilden. Die Hormonwerte sollten ein paar Wochen nach Beginn der Behandlung untersucht werden, denn bei einer Überdosierung können Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten wie Herzrhythmusstörungen. Später reicht eine Kontrolle einmal im Jahr. Auch langfristig gibt es dann keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Schilddrüsenunterfunktion.

Foto: contrastwerkstatt

Hauptkategorie: Medizin
 

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