. Heller Hautkrebs

Woran heller Hautkrebs zu erkennen ist

Heller Hautkrebs wird immer öfter diagnostiziert. Pro Jahr soll es in Deutschland 200.000 Neuerkrankungen geben. Er ist weniger gefährlich als der schwarze Hautkrebs, weil er selten Metastasen bildet, dennoch muss er entfernt werden.
Heller Hautkrebs

Ab 35 Jahren bezahlt die Krankenkasse regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Formen des hellen Hautkrebs’ sind das Basalzellkarzinom (Balsaliom), das Plattenepithelkarzinom und dessen Vorstufe, die Aktinische Keratose. Bei 80 Prozent der Patienten mit hellem Hautkrebs wird ein Basalzellkarzinom oder Basaliom festgestellt. Es bildet sich meist in Gesicht oder Nacken, also Zonen, die viel Sonne abbekommen. Die Mediziner gehen davon aus, dass UV-Licht bei seiner Entstehung eine Rolle spielt. Ganz klar ist das nicht, denn es kann auch an Rumpf, Armen oder Beinen auftreten. Männer sind eher betroffen als Frauen.

Das Basalzellkarzinom (Basaliom) kann verschiedene Formen haben, ein rötlich-bräunlicher Fleck bis zum glatt-glänzenden Knoten, der von feinen Äderchen durchzogen ist. Es kann sich im Verlauf zum nässenden Geschwür vergrößern. Zugleich kann es in die Tiefe wachsen und dort Gewebe zerstören. Es bildet aber keine Metastasen.

Die Patienten sind bei der ersten Diagnose im Schnitt 60 Jahre alt. Das spricht für die UV-These, mit jedem Lebensjahr hat die Haut in der Summe mehr UV-Strahlung aufgenommen. Das Basalzellkarzinom (Basaliom) stammt aus Basalschicht der Oberhaut. Dort werden ständig Hautzellen gebildet, denn alle 30 Tage erneuert sich die Hautoberfläche komplett. Entarten die Zellen, kommt es zu der Wucherung.

Heller Hautkrebs (weißer Hautkrebs) und Aktinische Keratose

Bei 20 Prozent der an hellem Hautkrebs erkrankten Patienten wird ein Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom oder Stachelzellkrebs, festgestellt. Dieses bildet sich vorwiegend auf stark der UV-Strahlung ausgesetzen Partien, im Gesicht oder auf dem Handrücken. Hier ist das Sonnenlicht als Entstehungsgrund eindeutiger. Das Plattenepithelkarzinom stammt aus der Stachelzellschicht der Oberhaut.

Das Plattenepithelkarzinom kann sich als schuppiger oder grau-bräunlich verkrusteter Knoten zeigen, der spontan blutet. Bei der ersten Diagnose sind die Patienten im Schnitt 70 Jahre alt, auch hier sind Männer häufiger betroffen. Es kann wie das Basalzellkarzinom (Basaliom) tiefer in das Gewebe wachsen. In manchen Fällen streut es, es entstehen Metastasen zum Beispiel an den Lymphknoten.

Bis zu zehn Prozent der Plattenepithelkarzinome bilden sich aus der aktinischen Keratose, einer Vorstufe dieses hellen Hautkrebs’. Sie entsteht auf den „Sonnenterrassen“ des Körpers, Stirn, Lippe, Ohren. Zunächst zeigen sich raue, schuppige Flecken, die hautfarben oder rötlich sein können, eher sicht- als tastbar sind und Altersflecken ähneln. Bei Männern tritt sie häufiger auf.

Heller Hautkrebs: Wie der Arzt die Diagnose stellt

Stellt man bei sich eine auffällige Hautveränderung fest, sollte man zum Hautarzt gehen. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen Versicherten ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening, bei der der Dermatologe den gesamten Körper begutachtet.

Der Arzt kann einen möglichen Tumor entweder mit bloßen Auge erkennen oder er nutzt eine Lichtlupe, das Dermatoskop. Besteht der Verdacht auf hellen Hautkrebs, kann er ein Hautstück abschaben und es unter dem Mikroskop untersuchen. Die entarteten Hautzellen müssen alle entfernt werden.

Sitzt der Tumor oberflächlich auf der Haut, kann er mit einem scharfkantigen Löffel  abgeschabt werden. Ist er tiefer eingewachsen, schneidet der Arzt ihn mitsamt eines gesunden Gewebesaumes heraus. Der Sicherheitsrand soll gewährleisten, dass alle Krebszellen entfernt werden. Er schickt das Gewebe an ein Labor. Finden sich Krebszellen im Schnittrand, muss der Arzt erneut und in größerem Durchmesser schneiden. Bei einem großflächigen Tumor kann sich die Wunde möglicherweise nicht von allein schließen, dann ist eine Hautransplantation nötig. Es wird ein Stück Haut vom Oberschenkel oder der Leiste entnommen und auf die Wunde gelegt, wo es einwächst.

Behandlung von hellem Hautkrebs mit Strahlen, Licht oder Creme

Ist ein heller Hautkrebs (weißer Hautkrebs) bereits tief eingewachsen, etwa an Auge, Nase oder Ohr, kann eine chirurgische Entfernung schwierig sein. Die Operation würde das betreffende Organ schädigen. Bei älteren Patienten sprechen zuweilen auch noch andere Gründe gegen eine OP. Dann kommt eine Strahlentherapie in Frage. Der helle Hautkrebs wird mit Röntgenstrahlen bestrahlt. Die Krebszellen haben einen schlechteren Reparaturmechanismus als gesunde Zellen, werden stark geschädigt und sterben ab.

Es gibt weitere Behandlungen, die je nach Lage und Ausdehnung des Tumors möglich sind, bei denen man aber keinen Labor-Nachweis hat, dass alle Krebszellen beseitigt sind.
Der Tumor wird mit flüssigen Stickstoff  (-196 Grad Celsius) vereist. Er wird mit einer Salbe lichtempfindlicher gemacht und dann mit Licht bestrahlt. Er wird mit Imiquimod-Creme bestrichen, das führt zu einer Immunreaktion des Körpers - einer Entzündung – die ihn bekämpft. Er wird mit 5-Fluoruracil-Salbe, einem Zytostatikum, bestrichen und so beseitigt.

Für ein fortgeschrittenes Basalzellkarzinom gibt es einen Wirkstoff als Tablette: Die enthält einen Hedgehog-Signalhemmer, der das Zellwachstum des Tumors stoppt, er schrumpft und verschwindet. Das Medikament hat allerdings recht starke Nebenwirkungen.

Heller Hautkrebs kann wiederkommen

Der helle Hautkrebs kann wiederkommen. Nach der Entfernung sollte der Patient über drei Jahre lang einmal jährlich zur Kontrolle gehen. Bei bis zu einem Drittel der Patienten bildet sich an der betroffenen Stelle erneut ein Tumor – und zwar meist innerhalb der ersten 36 Monaten nach dem Eingriff. Bei bis zu einem Drittel der Patienten bildet sich an einer anderen Stelle heller Hautkrebs.

Foto:  Alexander Raths

Hauptkategorie: Medizin

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