Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Woran erkenne ich eine gute Pflegeberatung?

Was macht eine gute Pflegeberatung aus? Eine Checkliste soll Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen nun helfen, die Qualität einer Pflegeberatung zu beurteilen.
Kennzeichen von Qualität bei Pflegeberatung

Der Beratungsbedarf bei Pflegebedürftigkeit ist groß.

Wenn ein naher Verwandter zum Pflegefall wird, wirft das viele Fragen auf. Daher gibt es eine ganze Menge Beratungsangebote bei Pflegebedürftigkeit. Nicht nur die Krankenkassen oder Pflegekassen bieten Beratung, auch die Verbraucherzentralen und die von der Politik geschaffenen Pflegestützpunkte verstehen sich als Anlaufstellen für Ratsuchende bei Pflegebedarf. Mehr als 4.500 nicht-kommerzielle Angebote hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) im gesamten Bundesgebiet gefunden und in einer frei zugänglichen Datenbank zusammengestellt.

Breites Beratungsangebot bei Pflegebedürftigkeit

„Das Beratungsangebot zur Pflege ist regional sehr unterschiedlich“, stellt Dr. Ralf Suhr, Vorstandvorsitzender des ZQP, fest. Teilweise sei es dünn gesät, andernorts so vielfältig, dass es selbst für Experten kaum durchschaubar sei. „Anforderungen an Beratungsleistungen waren zudem bisher nur vage formuliert. Für Beratungssuchende ist die Qualität daher auch nur sehr schwer selbst einzuschätzen“, so Suhr weiter.

Damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen künftig besser wissen, was sie von einer Pflegeberatung erwarten können (und was nicht), hat das ZQP nun eine Checkliste für Pflegebedürftige und Angehörige mit den zehn wichtigsten Merkmalen guter Beratung erstellt. Sie soll „Orientierungshilfe im Beratungsdschungel“ sein, wie Suhr sagt. Die Checkliste beruht auf Experteneinschätzungen zur Qualität der Pflegeberatung. An dem sogenannten „Qualitätsrahmen für Beratung in der Pflege“ haben neben dem ZQP auch ausgewiesene Wissenschaftler, Bundesministerien, Verbrauchervertreter, Pflegekassen, Pflegeberatungen, Pflegedienste und -heime und Vertreter der Pflegeberufe mitgearbeitet.

 

Zehn Qualitätsmerkmale für Pflegeberatung

Pflegeberatung soll die individuelle Situation des Pflegebedürftigen berücksichtigen und bei der Suche nach den passenden Lösungen unterstützen. Das sind bereits zwei zentrale Qualitätsmerkmale. Wichtig ist dabei, dass die Berater für ihre Aufgabe qualifiziert sind. Bestimmte zentrale Themen, wie etwa die familiäre Situation, die Finanzierung der Pflege, aber auch pflegepraktische Fragen und Möglichkeiten zur Entlastung pflegender Angehöriger sollen die Berater von sich aus ansprechen. Natürlich sollen sie auch überdies Ansprüche aus der Pflegeversicherung oder aus anderen sozialen Sicherungssystemen informieren. Auch über die Rechte der Pflegebedürftigen gegenüber den Pflegeanbietern sollten sie aufklären können.

Nicht zuletzt sollte der Beratungstermin möglichst kurzfristig nach der Anfrage stattfinden. Das ZQP nennt hier 48 Stunden als Richtwert. Selbstverständlich sollte sein, dass der Berater einen respektvollen Umgang mit den Hilfesuchenden pflegt. Doch Ratsuchende mit umfassendem Beratungsbedarf können sogar noch mehr erwarten. Dazu zählt etwa, dass der Berater einen individuellen Versorgungsplan erstellt, falls das nötig ist. Außerdem soll die Beratung dokumentiert werden. Die Dokumentation wiederum, sollten auch die Ratsuchenden einsehen dürfen.

Foto: tibanna79 – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Pflege , Pflegeversicherung , Pflegebedingungen , Pflegekosten , Pflegekräfte , Qualität
 

Weitere Nachrichten zum Thema Qualität von Pflegeberatung

26.05.2016

Rund 400 Pflegestützpunkte in Deutschland sollen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen helfen, Leistungen zu beantragen und die Pflege zu organisieren. Dafür brauchen sie mehr und qualifizierteres Personal, sagt ein Gutachten des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft in Saarbrücken.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin