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Wohlbefinden im Alter: Psychosoziale Faktoren am wichtigsten

Ob sich Menschen im höheren Alter wohlfühlen, hängt stärker von psychosozialen Faktoren als von körperlichen Beeinträchtigungen ab. Das haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums und der Technischen Universität München gezeigt.
Wohlbefinden im Alter

Psychische Stabilität ist Studien zufolge am wichtigsten, um gut und zufrieden alt zu werden

Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Abwesenheit von Krankheiten – Diese Faktoren werden von vielen Menschen als wesentlich betrachtet, um gut und zufrieden alt zu werden. Doch schon mehrere Studien konnten zeigen, dass vor allem die psychische Konstitution wichtig für ein langes und gesundes Leben ist. Auch konnte nachgewiesen werden, dass ältere Menschen, die sich sozial engagieren, glücklicher sind. Nun hat eine Studie von Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München bestätigt, dass das Wohlbefinden im Alter maßgeblich von psychosozialen Faktoren abhängt. Körperliche Beeinträchtigungen scheinen dagegen eine eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Psychische Gesundheit offenbar wichtiger als körperliche

Für ihre Analyse griffen die Forscher auf Daten von rund 3600 Menschen zurück, die im Rahmen der Augsburger Bevölkerungsstudie KORA-Age befragt worden waren. Im Durchschnitt waren die Teilnehmer 73 Jahre alt. „Das Altern an sich ist nicht zwangsläufig mit einem Rückgang der Lebensfreude und Lebensqualität verbunden“, fasst Professor Karl-Heinz Ladwig, Leiter der Gruppe Mental Health am Institut für Epidemiologie II des Helmholtz Zentrums München und Professor für psychosomatische Medizin am Klinikum rechts der Isar der TU München, die Ergebnisse zusammen. „Vielmehr beeinträchtigen psychosoziale Faktoren wie Depressionen oder Angststörungen das subjektive Wohlbefinden*“, so der Experte. „Bei Frauen spielt zudem das Alleinsein eine wichtige Rolle.“

Die Auswertung ergab bei einer Mehrheit (79 Prozent) der Befragten ein hohes subjektives Wohlbefinden. Durchschnittlich lagen die Werte zudem über dem von der WHO festgesetzten Grenzwert von 50. In der Gruppe mit niedrigeren Werten befanden sich allerdings auffällig oft Frauen, nämlich rund 24 Prozent gegenüber 18 Prozent bei den Männern. Neben Depressionen und Angststörungen hatten vor allem Einflüsse wie ein niedriges Einkommen und Schlafstörungen große Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Schlechte körperliche Gesundheit (etwa geringe sportliche Aktivität oder sogenannte Multimorbidität) schien hingegen wenig Einfluss auf die Lebenszufriedenheit zu haben.

Wohlbefinden beeinflusst Mortalitätsrisiko

Bei Frauen erhöhte außerdem das Alleinleben signifikant die Wahrscheinlichkeit für ein niedriges Wohlbefinden. „Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit machen deutlich, dass für ältere Menschen entsprechende Angebote und Interventionen eine große Rolle spielen können, besonders für alleinlebende ältere Frauen“, ordnet Ladwig die Ergebnisse ein. Der Experte betont zudem, dass hohe Werte von subjektiv empfundenem “Well-being” mit einem geringeren Mortalitätsrisiko verbunden sind. Um die Ressourcen zu identifizieren, die es Menschen ermöglichen, trotz nachlassender Gesundheit und schwindenden sozialen Kontakten eine positive Lebenseinstellung zu bewahren, sind nun weitere Studien notwendig.

Foto: pixabay.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
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