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03.03.2017

Wohin bei Krebs? Berliner Kliniken im Vergleich

Neue Transparenzdaten der Senatsverwaltung zeigen, welche Kliniken in Berlin worauf spezialisiert sind. Die Daten stützen sich auf die Fallzahlen und sind ein erster Anhaltspunkt für die Behandlungsqualität, zum Beispiel bei Krebs.
Es führen nicht immer die ganz großen: Auch kleinere Berliner Krankenhäuser haben bei bestimmten Krebserkrankungen hohe Fallzahlen

Es führen nicht immer die ganz großen: Auch kleinere Berliner Krankenhäuser haben bei bestimmten Krebserkrankungen hohe Fallzahlen

Je öfter Kliniken bestimmte Behandlungen durchführen, desto mehr Erfahrungen gewinnen sie und können Behandlungspfade optimieren, Kooperationen aufbauen und erforderliche Medizintechnik anschaffen. Darum ist die Fallzahlmenge auch ein wichtiger Anhaltspunkt für die Behandlungsqualität. Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit hat nun zum elften Mal entsprechende Transparenzdaten für ausgewählte Indikationen publiziert, darunter bestimmte Krebserkrankungen, die Notfallversorgung von Herzinfarkt und Schlaganfall oder der Gelenkersatz an Hüfte und Knie. Die Daten zeigen, wie häufig im Jahr 2015 die 50 Kliniken aus dem Berliner Krankenhausplan bestimmte Behandlungen durchgeführt haben. Laut einer Senatssprecherin sollen die Informationen Patienten sowie Ärzten bei der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus helfen.

Diese Kliniken behandeln Krebs am häufigsten

Beispiel Krebs: Hier wurden Krebsbehandlungen bei rund 18 verschiedenen Indiktionen unter die Lupe genommen. Manche Ergebnisse überraschen. So liegt die Evangelische Lungenklinik in Berlin Buch mit rund 195 Eingriffen nur auf Platz zwei bei den Lungenkrebsoperationen. Die meisten Eingriffe dieser Art werden am Helios Behring Krankenhaus in Berlin Zehlendorf durchgeführt (rund 210).

Auch Brustkrebs wird in Berlin nicht von den ganz großen Krankenhäusern am häufigsten operiert. Spitzenreiter ist hier das Krankenhaus Waldfriede in Zehlendorf mit knapp 450 Brustkrebsoperationen im Jahr 2015. Knapp dahinter liegt das Vivantes Urban Krankenhaus.

 

Charité liegt bei Hirntumoren und Leukämien an der Spitze

Die Charité ist Spitzenreiter bei den Operationen von Mund-Rachentumoren und Hirntumoroperationen. Am Standort Virchow-Klinikum wurde 2015 knapp 160 Mal ein Hirntumor operativ entfernt, am Vivantes Klinikum Neukölln, das bei dieser Indikation auf dem zweiten Platz liegt, war es dagegen nur knapp die Hälfte. Das Charité-Klinikum im Wedding führt auch bei den Leukämien mit rund 240 Behandlungen im Jahr. Den zweiten Rang belegt das ebenfalls zur Charité gehörende Benjamin Franklin Klinikum in Steglitz mit rund 140 Fällen.

Schilddrüsenkrebs wird dagegen mit Abstand am häufigsten an den DRK Kliniken Westen behandelt. Mit rund 115 Behandlungen kommt das Klinikum auf knapp doppelt so viele Fälle wie das St. Hedwigs Krankenhaus.

Ein Blick in die Liste lohnt sich also. Wer weitergehende Informationen sucht, wird im Klinikführer von Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin fündig oder kann einen Blick in die Qualitätsberichte der jeweiligen Krankenhäuser werfen. Weitere Anhaltspunkte sind Zertifizierungen. Bei Krebs ist das relativ einfach. Hier garantieren die Gütesiegel der Deutschen Krebsgesellschaft einen Mindeststandard.

Foto: © auremar - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
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