. Aktionswoche

Woche für Kinder aus suchtkranken Familien startet

Über 2,6 Millionen Kinder in Deutschland leben mit suchtkranken Eltern zusammen. Am kommenden Montag startet das internationale Coa-Netzwerk eine Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien. Unterstützt werden die Aktionen hierzulande von der Barmer GEK.
Woche für Kinder aus suchtkranken Familien startet

Kinder suchtkranker Eltern sind häufig traumatisiert

„Sucht im Elternhaus schädigt Kinder und gefährdet damit die Zukunft unserer Gesellschaft“, berichten die Initiatoren des Netzwerkes auf ihrer Homepage www. coa-netzwerk.de. Über 2,6 Millionen Kinder in Deutschland müssten täglich mit den schädigenden Auswirkungen einer Suchterkrankung eines oder beider Elternteile leben. Fast jedes sechste Kind sei hiervon betroffen. Viele von ihnen seien durch den dauerhaften Stress im Umgang mit ihren süchtigen Eltern so belastet, dass sie ihre Zudem wird nach Untersuchungen ein Drittel der Kinder selbst süchtig. Ein Drittel entwickelt psychische oder soziale Störungen.

Schauspielerin Katrin Sass war selbst suchtkrank – und unterstützt jetzt Kinder aus suchtkranken Familien

Die fünfte Aktionswoche vom 9. bis zum 15. Februar soll die Öffentlichkeit auf diese Probleme aufmerksam machen. Sie will Menschen informieren, die beruflich mit Kindern arbeiten, damit sie diese besondere Gruppe von Kindern in Kindergärten, Schulen, Kinderarztpraxen oder Jugendfreizeiteinrichtungen besser unterstützen können. Die Initiatoren der Aktionswoche fordern von der Politik, dass die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit Hilfeangebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien in die Regelversorgung aufgenommen werden.

Was in Deutschland fehlt, ist ein klares Gesundheitsziel zur Reduzierung des Alkohol-Verbrauches

Noch immer werde in Deutschland die Problematik insbesondere der Alkoholkrankheit verharmlost. Nach jüngsten Studien hat sich die Zahl der Alkoholabhängigen seit 2006 um 36 Prozent erhöht. Bei jugendlichen Komatrinkern ist in den vergangenen zehn Jahren eine Zunahme von 90 Prozent zu verzeichnen. Dennoch habe es die Bundesregierung in den vergangenen zwölf Jahren versäumt, ein klares Gesundheitsziel zur Reduzierung des Alkohol-Pro-Kopf-Verbrauches zu formulieren. Während es in anderen europäischen Ländern deutliche Bemühungen gebe, Kinder und Jugendliche durch erhöhte Altersgrenzen (Niederlande) und Werbeverbote für Alkohol im öffentlichen Raum und im Internet (Finnland) zu schützen, gingen in Deutschland Marktinteressen vor.

Die Aktionswoche findet zeitgleich in den USA, Brasilien, Großbritannien und Deutschland statt. In Deutschland wird sie unterstützt von der BARMER GEK und von der Schauspielerin Katrin Sass, die – selbst an einer Suchtkrankheit leidend - als Schirmherrin fungiert.

Alle Informationen und Termine zur Aktionswoche können von der zentralen Website www.coa-aktionswoche.de abgerufen werden.

Foto: © EJ White - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Sucht , Alkoholsucht , Drogen

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Sucht

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Praxis Dr. Becker, Wittenbergplatz 2, 10789 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.