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Wo es in Deutschland die meisten Adipositas-Fälle gibt

Dienstag, 11. Januar 2022 – Autor:
Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Adipositas. Die Fall-Zahlen nahmen von 2009 bis 2018 um 22 Prozent zu. Sie liegen am höchsten im Nordosten und am niedrigsten im Südwesten.
Die Adipositas-Fälle nehmen zu - besonders im Nordosten Deutschlands

– Foto: Adobe Stck/zinkevych

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Adipositas. Die Zahlen nahmen von 2009 bis 2018 um 22 Prozent zu. Das berichtet das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI).

2009 waren noch 7,3 Prozent der Männer und 10,8 Prozent der Frauen betroffen. Neun Jahre später waren es 9,5 Prozent bei Männern und 12,7 Prozent bei Frauen. Das KI zeigt auch, wo es die meisten Fälle gibt: Die Zahlen liegen am höchsten im Nordosten und am niedrigsten im Südwesten.

Auch Kinder leiden schon an Adipositas

Bei Erwachsenen liegt eine Adipositas ab einem BMI von 30 kg/m² vor. Bei Kindern spricht man von einer Adipositas, wenn das 97. alters- und geschlechtsspezifische Perzentil im gelben Kinderuntersuchungsheft überschritten wird.

Im Jahr 2018 erhielten 4,6 Prozent der Mädchen und 4,7 Prozent der Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren die Diagnose Adipositas. Im Vergleich zum Jahr 2009 entspricht dies einem Anstieg von 8 Prozent bei Mädchen und 15 Prozent bei Jungen. Die Diagnoseprävalenz erreicht dann im Alter von 65 bis 74 Jahren ihren Höhepunkt (21 Prozent bei Frauen, 19 Prozent bei Männern).

 

Wo es in Deutschland die meisten Adipositas-Fälle gibt

Wo es in Deutschland die meisten Adipositas-Fälle gibt: Grundsätzlich trat Adipositas in den östlichen Bundesländern häufiger auf. Mecklenburg-Vorpommern hatte 2018 die höchsten Prävalenzwerte (Frauen 18,3 Prozent und Männer 14,4 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt (Frauen 16,6 Prozent und Männer 12,2 Prozent) und Brandenburg (Frauen 15,5 Prozent und Männer 11,8 Prozent), danach kamen Westfalen-Lippe und Niedersachsen.

Deutlich niedrigere Prävalenzwerte wurden für Frauen in Baden-Württemberg, Hamburg, Bayern und im Saarland sowie für Männer in Baden-Württemberg, Hamburg und im Saarland beobachtet. Baden-Württemberg zeigte als einziger kassenärztlicher Versorgungsbereich sogar einen leichten Rückgang (minus 3 Prozent) der Fälle.

Zahlreiche Folge- und Begleiterkrankungen

Adipositas ist mit zahlreichen Folge- und Begleiterkrankungen verbunden. Menschen mit Adipositas haben ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel- und Gelenkerkrankungen sowie eine Reihe von Krebserkrankungen. Außerdem besteht ein erhöhtes Arthroserisiko durch Über- und Fehlbelastung.

Im Kindes- und Jugendalter sind Übergewicht und Adipositas mit einem erhöhten kardiovaskulären Risikoprofil assoziiert. Darüber hinaus ist ein hoher BMI im Kindes- und Jugendalter mit einem höheren Risiko für Diabetes Typ 2 und Herzkreislauferkrankungen im Erwachsenenalter assoziiert, heißt es weiter in dem Bericht des ZI.

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