. Autoimmunerkrankung

Wissenschaftler finden Puzzleteil zur Erklärung der Sklerodermie

Die systemische Sklerodermie gibt der Wissenschaft nach wie vor Rätsel auf. Ein kleines Stück dieses Rätsels haben Wissenschaftler nun gelöst. Offenbar spielt das Chemokin CXCL4 bei der Entstehung dieser seltenen, unheilbaren Immunerkrankung eine große Rolle.
Systemische Sklerodermie: Wissenschaftler haben ein Schlüsselprotein identifiziert

Systemische Sklerodermie: Wissenschaftler haben ein Schlüsselprotein identifiziert

Von einem Durchbruch kann nicht die Rede sein. Aber immerhin hat das renommierte New England Journal of Medicine den Beitrag des internationalen Wissenschaftlerteams veröffentlicht. Die Gruppe von Wissenschaftlern mit deutscher Beteiligung konnte zeigen, dass das Chemokin CXCL4, das vorherrschende Signalprotein ist, das bei Patienten mit einer systemischen Sklerodermie durch bestimmte Zellen des Immunsystems (plasmazytoide dendirtische Zellen) vermehrt produziert wird. „Je höher die Konzentration des Chemokins im Blutserum, desto schwerer war die Erkrankung der Patienten im Hinblick auf Haut- und Lungenfibrose sowie eines Bluthochdrucks des Lungenkreislaufes“, schreiben die Wissenschaftler in dem Fachmagazin. Lungenfibrose und der Bluthochdruck des Lungenkreislaufes sind die häufigsten Todesursachen bei dieser Krankheit.

Chemokin CXCL4 könnte ein Biomarker sein

In der Studie wurden insgesamt 773 Patienten mit unterschiedlichen Schweregraden der Erkrankung untersucht. Das Chemokin CXCL4 könne als Biomarker für die Krankheit herangezogen werden, schlussfolgern die Autoren, zu denen auch die beiden deutschen Wissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Homey, und Dr. Stefan Meller von der Hautklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf gehören. Gleichzeitig weisen sie daraufhin, dass die vollständige Entstehung der Sklerodermie aber weiterhin nicht vollständig erforscht sei und es daher weiterer Studien bedürfe. Viel mehr als dass Autoimmunvorgänge eine wesentliche Rolle spielen, weiß man von der systemischen Sklerodermie bislang nicht.

Aggressive Verläufe gehen mit Fibrose innerer Organe einher

Die systemische Sklerodermie ist eine seltene, nicht heilbare Autoimmunerkrankung, die mit einer zunehmenden Verhärtung der Haut sowie einer Fibrose innerer Organe einhergeht. Der Maler Paul Klee litt daran und die in der deutschen Öffentlichkeit bekannte, 2011 verstorbene Claudia Kotter, Gründerin des Organspendevereins „Junge Helden“. Der Krankheitsverlauf ist laut der Deutschen Rheumagesellschaft abhängig von der Ausdehnung und Schwere der Haut- und Organbeteiligung und von den nachgewiesenen Autoantikörpern. Je nachdem kann die systemische Sklerodermie langsam und gutartig oder hoch aggressiv verlaufen. Häufig treten neben der Sklerodermie auch Symptome anderer rheumatischer Krankheiten auf. Ärzte sprechen dann von einem Sklerodermie-Überlappungssyndrom.

Foto: © angellodeco - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Seltene Erkrankungen , Autoimmunerkrankungen , Rheuma

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Autoimmunerkrankung

| Rund 1,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, allein 440.000 an Rheumatoider Arthritis (RA). Doch für viele von ihnen hat sich die Situation seit einigen Jahren dank neuer Therapieoptionen entscheidend verbessert.
| Rheuma-Patienten bewegen sich zu wenig. Dabei lindert gerade Bewegung die Beschwerden. Viele Rheuma-Patienten wissen das nicht - und bleiben inaktiv.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Wer abnehmen möchte, greift gerne auf Obst zurück. Es ist vergleichsweise kalorienarm und lecker. Ernährungsexperten raten allerdings von zu vielen Obstmahlzeiten am Tag ab. Die zuckerhaltigen Snacks könnte den gegenteiligen Effekt bewirken.
In Flugzeugen lauern viele Keime – einige davon können unsere Gesundheit gefährden. Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena legten nun eine erste systematische Übersichtsarbeit über Krankheitserreger auf Materialien in Flugzeugen vor.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.