. Brandverletzte Kinder

Winter erhöht das Risiko für Brandverletzungen

Brennende Kerzen, heißer Punsch - im Winter steigt die Gefahr für Brandverletzungen. Vor allem für Kinder kann es gefährlich werden. Schon eine Tasse heißer Tee kann ein Drittel der gesamten Haut eines Kindes verbrühen.
Winter erhöht das Risiko für Brandverletzungen

Ein Weihnachtsbaum mit echten Kerzen kann für Kinder brandgefährlich werden.

Deutschlands Ärzte versorgen jedes Jahr rund 30.000 brandverletzte Kinder unter 15 Jahren. Rund 6.000 dieser Kinder haben so schwerwiegende Verbrennungen, dass sie ins Krankenhaus müssen. Die Zahl der verbrannten und verbrühten Kinder bleibt seit Jahren konstant hoch, allerdings sterben Dank der Fortschritte in der Medizin immer weniger Kinder an ihren Brandverletzungen.

Vor allem Kinder sind gefährdet

Insbesondere der Winter birgt heiße Gefahren für Kinder: Dampfender Kinderpunsch, brennende Kerzen oder eine Wärmflasche im Bett können schwere Verbrennungen und Verbrühungen verursachen. „Sind bei Kindern etwa zehn Prozent der Körperoberfläche verbrannt, kann sie dies bereits in Lebensgefahr bringen“, berichtet Dr. Joachim Suß, Chefarzt der Kinderchirurgischen Abteilung für Kinderchirurgie am Wilhelmsstift, Hamburg. Angehörige unterschätzten Ausmaß und Tiefe der Verletzung ihres Kindes jedoch mitunter.

Eltern sollten bei großflächigen oder tiefen Verbrennungen im Zweifelsfall immer den Haus- oder Notarzt rufen, oder eine Rettungsstelle im Krankenhaus aufsuchen. Der Arzt schätzt den Umfang der Verletzung ein und fällt die Entscheidung über die weitere Behandlung, beispielsweise, ob der Transport in ein Verbrennungszentrum notwendig ist.

Erste-Hilfe bei Verbrennungen: Kühle Wickel, aber auf keinen Fall Eis-Packs

Verbrannte Hautstellen sollten zunächst für etwa zehn Minuten mit Wasser gekühlt werden, rät Suß. Das sei wichtig, um das sogenannte Nachbrennen zu verhindern. Das Wasser dürfe jedoch nicht eiskalt sein, sondern sollte etwa 15 Grad haben. Denn durch den Kältereiz ziehen sich die feinen Gefäße im verletzten Hautareal zusammen. Dadurch kommt die Durchblutung zum Erliegen, was weitere Schäden an der Haut zur Folge habe. Aus diesem Grund seien Cool-Packs oder gar Eis entgegen landläufiger Meinung völlig ungeeignet und sogar gefährlich. Sinnvoll sei dagegen, feuchte, kühle Handtücher vorsichtig auf die verbannte Haut zu legen. „Aber auch hier nicht übertreiben – Kinder kühlen viel schneller als Erwachsene aus“, warnt der Experte.

Brandverletzungen können äußerst schmerzhaft sein. Der Kinderchirurg rät daher zur Gabe von Schmerzzäpfchen. Kleinere, oberflächliche Verletzungen ersten Grades äußern sich durch gerötete Haut, verursachen aber keine Blasen. Sie heilen in der Regel folgenlos innerhalb von drei bis zehn Tagen auch ohne ärztliche Hilfe ab. Alle anderen Brandverletzungen gehörten umgehend in die Hand eines Arztes.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches neues Jahr wünscht Ihnen das Redaktionsteam von Gesundheitsstadt Berlin.

Am 27. Dezember 2012 melden wir uns mit neuen Nachrichten zurück.

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