Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Winter erhöht das Risiko für Brandverletzungen

Montag, 24. Dezember 2012 – Autor:
Brennende Kerzen, heißer Punsch - im Winter steigt die Gefahr für Brandverletzungen. Vor allem für Kinder kann es gefährlich werden. Schon eine Tasse heißer Tee kann ein Drittel der gesamten Haut eines Kindes verbrühen.
Winter erhöht das Risiko für Brandverletzungen

Ein Weihnachtsbaum mit echten Kerzen kann für Kinder brandgefährlich werden.

Deutschlands Ärzte versorgen jedes Jahr rund 30.000 brandverletzte Kinder unter 15 Jahren. Rund 6.000 dieser Kinder haben so schwerwiegende Verbrennungen, dass sie ins Krankenhaus müssen. Die Zahl der verbrannten und verbrühten Kinder bleibt seit Jahren konstant hoch, allerdings sterben Dank der Fortschritte in der Medizin immer weniger Kinder an ihren Brandverletzungen.

Vor allem Kinder sind gefährdet

Insbesondere der Winter birgt heiße Gefahren für Kinder: Dampfender Kinderpunsch, brennende Kerzen oder eine Wärmflasche im Bett können schwere Verbrennungen und Verbrühungen verursachen. „Sind bei Kindern etwa zehn Prozent der Körperoberfläche verbrannt, kann sie dies bereits in Lebensgefahr bringen“, berichtet Dr. Joachim Suß, Chefarzt der Kinderchirurgischen Abteilung für Kinderchirurgie am Wilhelmsstift, Hamburg. Angehörige unterschätzten Ausmaß und Tiefe der Verletzung ihres Kindes jedoch mitunter.

Eltern sollten bei großflächigen oder tiefen Verbrennungen im Zweifelsfall immer den Haus- oder Notarzt rufen, oder eine Rettungsstelle im Krankenhaus aufsuchen. Der Arzt schätzt den Umfang der Verletzung ein und fällt die Entscheidung über die weitere Behandlung, beispielsweise, ob der Transport in ein Verbrennungszentrum notwendig ist.

Erste-Hilfe bei Verbrennungen: Kühle Wickel, aber auf keinen Fall Eis-Packs

Verbrannte Hautstellen sollten zunächst für etwa zehn Minuten mit Wasser gekühlt werden, rät Suß. Das sei wichtig, um das sogenannte Nachbrennen zu verhindern. Das Wasser dürfe jedoch nicht eiskalt sein, sondern sollte etwa 15 Grad haben. Denn durch den Kältereiz ziehen sich die feinen Gefäße im verletzten Hautareal zusammen. Dadurch kommt die Durchblutung zum Erliegen, was weitere Schäden an der Haut zur Folge habe. Aus diesem Grund seien Cool-Packs oder gar Eis entgegen landläufiger Meinung völlig ungeeignet und sogar gefährlich. Sinnvoll sei dagegen, feuchte, kühle Handtücher vorsichtig auf die verbannte Haut zu legen. „Aber auch hier nicht übertreiben – Kinder kühlen viel schneller als Erwachsene aus“, warnt der Experte.

Brandverletzungen können äußerst schmerzhaft sein. Der Kinderchirurg rät daher zur Gabe von Schmerzzäpfchen. Kleinere, oberflächliche Verletzungen ersten Grades äußern sich durch gerötete Haut, verursachen aber keine Blasen. Sie heilen in der Regel folgenlos innerhalb von drei bis zehn Tagen auch ohne ärztliche Hilfe ab. Alle anderen Brandverletzungen gehörten umgehend in die Hand eines Arztes.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches neues Jahr wünscht Ihnen das Redaktionsteam von Gesundheitsstadt Berlin.

Am 27. Dezember 2012 melden wir uns mit neuen Nachrichten zurück.

© Anyka - Fotolia.com

 
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hautverletzungen

20.04.2016

Das Enzym Bromelain, das aus dem Stamm der Ananas gewonnen wird, hilft bei tiefen Brandwunden. Es entfernt schonend das durch Hitze zerstörte Gewebe. Das berichten Mediziner der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Zeitdruck, eine Abfuhr vom Chef, ständige Ablenkung: Im Berufsleben gibt es viele Faktoren, die Stress auslösen. Psychologen der Universität des Saarlandes konnten jetzt diesen Alltagsstress tatsächlich messen: anhand der Veränderungen in der Stimme.

Die Bundesregierung hat den kostenlosen Corona-Test abgeschafft. Seit heute müssen die Bürger an den offiziellen Teststellen für den Test drei Euro zahlen. Warum das ausgerechnet bei steigenden Infektionszahlen passiert, hat einen banalen Grund.
 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin