. UV-Strahlung

Wieviel Sonne ist gesund?

Mit den sommerlichen Temperaturen stellt sich wieder die Frage: Wieviel Sonne ist gesund? Sonnenlicht kurbelt die körpereigene Produktion von Vitamin D an, andererseits erhöht die UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko.
sonnenbaden, sonnen, sonnenlicht, strand, sommertm

Sonne ist nötig für die Vitamin-D-Produktion, andererseits erhöht die UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko

Mit den sommerlichen Temperaturen stellt sich wieder die Frage: Wieviel Sonne ist gesund? Denn einerseits kurbelt das Sonnenlicht die körpereigene Produktion von Vitamin D an, andererseits erhöht die UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko.

Um das Risiko zu senken, sind Sonnenschutzmittel unverzichtbar - die wiederum blockieren das für die Vitamin-Bildung nötige UV-Licht. Ein Expertengremium hat daher Regeln für die nötige Sonnen-Portion erarbeitet, über die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert.

Gesicht, Hände und Arme ungeschützt in die Sonne

Für eine ausreichende Vitamin-D-Synthese genügt es danach, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Sonne auszusetzen - und zwar der Hälfte der minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis. Damit ist die Hälfte der Zeit gemeint, in der man ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde.

Das Sonnenbrand-Risiko hängt von zwei Faktoren ab: Vom Hauttyp und der UV-Bestrahlungsintensität, die im UV-Index abgebildet wird. Bei einem Menschen mit Hauttyp II und einem UV-Index 7 würde diese Zeit rein rechnerisch circa 12 Minuten betragen.

 

UV-Index: Bestrahlungsstärke wird bundesweit gemessen

Über Deutschland verteilt gibt es zehn Stationen, die die erwarteten Tagesspitzenwerte für die sonnenbrandwirksamen, bodennahen UV-Bestrahlungsstärke angeben. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht den UV-Index auf seiner Homepage. Auch das BfS meldet die Messdaten und gibt auf deren Grundlage 3-Tages-Prognosen für die UV-Belastung in verschiedenen Regionen in Deutschland ab

Interessant für die Urlaubsplanung: Der UV-Index ist weltweit einheitlich. Ein UV-Index von 5 in Deutschland bedeutet daher genau dasselbe wie in Australien, Spanien oder Schweden. Über die Internet-Seiten des BfS kann auch er für andere Länder abgefragt werden.

Wieviel Sonne ist gesund?

Mit der Frage, wieviel Sonne gesund ist, haben sich auch Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums beschäftigt. Sie meinen: Viele Menschen unterschätzen die Kraft der Sonne mit ihrer gefährlichen ultravioletten Strahlung.

Auch eine gesunde Bräune gibt es nicht. Ist die Haut gebräunt, dauert es zwar länger, bis ein Sonnenbrand auftritt - aber das Hautkrebsrisiko besteht weiterhin.

Tipps für das richtige Sonnen

Die Forscher geben Tipps, wie man Sonne und Wärme dennoch ohne Reue genießen kann:

  • Suchen Sie zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Strahlung am höchsten ist, den Schatten auf oder verbringen Sie die Mittagszeit im Haus.
  • Einen sicheren Schutz bieten Kleidung und eine Kopfbedeckung.
  • Das Tragen einer Sonnenbrille beugt Augenschäden vor. Achten Sie dabei auf 100 % UV-Schutz oder UV 400 und einen ausreichenden Seitenschutz.
  • Um Pigmentstörungen zu vermeiden, ist es ratsam, auf Kosmetika, Parfüms oder Deodorants beim Sonnenbaden zu verzichten.
  • Für Erwachsene wird eine Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 20 empfohlen. Außerdem sollte das Produkt UV-A und UV-B-Filter haben. Verwenden Sie die Creme nicht zu sparsam und wiederholen Sie das Eincremen.
  • Wenn Sie eine empfindliche Haut haben, so sollten Sie im Hochsommer und in südlichen Ländern einen hohen Lichtschutzfaktor (50+) wählen.
  • Denken Sie auch bei bewölktem Himmel an Sonnenschutz: Bis zu 90 Prozent der gefährlichen Strahlen dringen durch die Wolkendecke.
  • Medikamente können Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Sonnenlicht haben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Medikamente einnehmen. Sie können im Zusammenhang mit Licht Nebenwirkungen haben.
  • Besonders bei Kindern und Jugendlichen erhöhen hohe UV-Belastungen und Sonnenbrände das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken.
  • Säuglinge sollen grundsätzlich nicht direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden.

Foto: sosiukin/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bewegungstherapie , Sonnenbrand
 

Weitere Nachrichten zum Thema Sonnenschutz

| Sonnenbräune ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits schützt sie vor weiteren Schäden der Haut, anderseits ist die Braunpigmentierung schon der Schaden selbst. Gesunde Haut geht daher nur mit Sonnenschutz.
| Die Urlaubssaison steht bevor und viele Menschen wollen die Zeit am Strand verbringen. Um die Gefahr eines Sonnenbrandes zu verringern und auch um bereits vorgebräunt am Urlaubsort anzukommen, gehen einige Menschen vorher ins Solarium. Doch kann dadurch die Haut wirklich geschützt werden?
| In der Haut werden nach UV-Bestrahlung zahlreiche Reaktionen ausgelöst, die die Immunabwehr des Körpers schwächen. Erkältungen verstärken sich, Krankheiten können schwerer verlaufen. Ein zusätzliches Risiko in Zeiten der COVID-19-Pandemie sei nicht auszuschließen, warnt die Deutsche Krebshilfe. Vor allem die Strahlungsintensität in Solarien erhöhe dazu noch das Hautkrebsrisiko.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Aufgrund der Corona-Pandemie nutzen viele Reisende für die Fahrt in den Urlaub das Auto. Das CRM Centrum für Reisemedizin gibt Tipps, was sich gegen die Reisekrankheit tun lässt.
 
 
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.