. Hygiene- und Organisationsmängel

Wieder tote Frühchen in Bremen

Skandal auf Bremer Frühchen-Station. Nach dem Tod zweier Frühchen wird die Station jetzt geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit November gegen das Klinikum Bremen-Mitte.
Wieder tote Frühchen in Bremen

selbst/pixelio.de

Warum schon wieder Bremen? Im vergangenen Jahr waren dort drei Neugeborene an Infektionen mit Bakterien gestorben und mehrere schwer erkrankt. Daraufhin war die Neugeborenen-Intensivstation der Klinik vorübergehend für Desinfektion und Umbau geschlossen worden. Im Januar war die Station wiedereröffnet worden, möglicherweise zu früh.

Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit November

Anfang dieser Woche sind dort wieder zwei Frühgeborene gestorben. Kurz zuvor waren auf der Station erneut gefährliche Darmkeime nachgewiesen worden, es soll sich dabei um Klebsiella-Bakterien handeln. Die beiden Babys starben an Blutvergiftung. Ob ein direkter Zusammenhang mit den erneut aufgetretenen resistenten Keimen besteht, ist noch nicht abschliessend geklärt. Ein Speziallabor in Bochum hatte mitgeteilt, dass es sich bei den in Bremen nachgewiesenen Keimen mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit um den identischen Bakterienstamm wie bei den Funden aus dem vergangenen Jahr handele. Nach dpa-Angaben sollen die verstorbenen Babies gerichtsmedizinisch untersucht werden. Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit November wegen sechs Toter Frühchen im Bremer Klinikum. Unterdessen sucht ein Expertenteam des Robert Koch-Instituts weiter nach den Ursachen der Infektion.

Die Räumung der Neonatologie hat bereits begonnen, noch aber befinden sich Kinder auf der Station.  "Die Patienten werden auf eine andere Station im Gebäude der Prof.-Hess-Kinderklinik verlegt", teilte eine Sprecherin der Klinik mit. Auch die Geburtshilfestation wurde geschlossen.

 

Hygiene- und Organisationsmängel

Bremens Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) stellte den Geschäftsführer des kommunalen Klinikunternehmens Geno, Diethelm Hansen, unbefristet frei. Auch der Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene am Klinikum Bremen-Mitte, Axel Kappler, wurde von seinen Aufgaben entbunden.  Der Hygienebeauftragte soll nach dem Auftreten der ersten Infektionswelle wichtige Akten nicht an die Gesundheitsbehörden weitergeleitet haben. Experten sprachen von erheblichen Hygiene- und Organisationsmängeln in der Klinik.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Frühchen , Infektionskrankheiten , Krankenhauskeime
 

Weitere Nachrichten zum Thema Frühchen

| Seit Januar 2016 gibt es die Smartphone-App „Neo-App#Tagebuch“, die Eltern von krank- oder frühgeborenen Kindern unterstützen soll. Sie entstand in Zusammenarbeit von Neonatologen des Uniklinikums Dresden mit der Deutschen Stiftung Kranke Neugeborene.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Ins Fitness-Studio gehen erleben viele als stressig – sich davor drücken auch. Einfache Tätigkeiten in Haus und Garten haben einer Studie zufolge oft eine entspannendere Wirkung als tapfer absolvierte Workout-Torturen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.