Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.08.2019

Wie wirksam ist Intervallfasten wirklich?

Forscher konnten zeigen, dass Intervallfasten effektiv zur Gewichtsabnahme beitragen und andere physiologische Parameter positiv beeinflussen kann. Ob Fasten jedoch tatsächlich besser wirkt als andere Formen der Kalorienreduktion, ist damit nicht bewiesen.
Intervallfasten

Beim Intervallfasten darf nur zu bestimmten Tageszeiten gegessen werden - am Rest des Tages wird gefastet

Intervallfasten wird immer beliebter. Der Methode werden viele positive gesundheitliche Effekte nachgesagt. Unter anderem soll sie sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und Diabetes auswirken und zur Gewichtsreduktion beitragen. In einer kontrollierten Studie wollten Forscher diese Aussagen nun auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Dazu ließen sie 60 gesunde und normalgewichtige Personen über vier Wochen lang ein Intervallfasten durchführen, während eine Kontrollgruppe von 50 Personen normal weiter aß.

Die Studienautoren stellen fest, dass Intervallfasten tatsächlich das Gewicht der Probanden reduzieren und verschiedene Stoffwechselparameter positiv beeinflussen konnte. Veröffentlicht wurde die Studie in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“.

Intervallfasten kann Gewicht reduzieren

Für die Studie folgten die Probanden einem 36:12-Zyklus, das heißt, dass sie 36 Stunden lang keine Nahrung zu sich nahmen und in den darauf folgenden 12 Stunden so viel essen durften, wie sie wollten. Um zu kontrollieren, dass sich die fastenden Teilnehmer auch tatsächlich an die Vorgaben hielten, überprüften die Wissenschaftler während der Fastenstunden permanent den Blutzuckerspiegel über einen Sensor.

Wie die Forscher vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Universität Graz feststellen konnten, verbesserten sich mehrere gesundheitliche Parameter. So konnten die fastenden Probanden im Durchschnitt 3,5 Kilogramm Körpergewicht verlieren. Auch sank die Menge des viszeralen Fetts, das die Organe umgibt und als besonders gefährlich gilt. Durch den Fettabbau sank auch der Gehalt an Ketonen, die laut anderer Studien an Entzündungsreaktionen im Körper beteiligt sind.

 

Anti-Aging durch Intervallfasten?

Ebenfalls gesunken war der Cholesterinspiegel. Andere Stoffe, denen kardioprotektive und Anti-Aging-Effekte nachgesagt werden, stiegen in ihrer Konzentration hingegen an. Negative Folgen des Fastens konnten die Forscher nicht feststellen. In früheren Studien hatte sich bei fastenden Probanden die Knochenmasse sowie die Knochendichte verringert und die Infektanfälligkeit war gestiegen. Das war hier nicht der Fall gewesen.

Intervallfasten scheint also eine wirksame Methode zur Gewichtsreduktion und zur Verbesserung bestimmter gesundheitlicher Parameter zu haben und dabei sogar Anti-Aging-Effekte zu besitzen. Ob das Fasten dabei anderen Diätmethoden, bei denen die Kalorienzufuhr reduziert wird, überlegen ist, ist damit jedoch nicht bewiesen. Dazu wäre ein direkter Vergleich mit einer Gruppe notwendig gewesen, die sich normal, aber kalorienreduziert ernährt hätte. Auch ist die Studie mit rund 100 Teilnehmern relativ klein gewesen.

Foto: © Rudie - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Diabetes , Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fasten

28.11.2018

Low-Carb-, Null-Diät oder Intervallfasten – es gibt viele Wege abzunehmen. Ein wissenschaftlicher Vergleich zeigt nun, dass keine Diät besser als die andere ist. Das Fazit der Forscher: Schon ein kleiner Diäterfolg ist ein großer Gewinn für die Gesundheit.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin