. Gewichtsreduktion

Wie wirksam ist Intervallfasten wirklich?

Forscher konnten zeigen, dass Intervallfasten effektiv zur Gewichtsabnahme beitragen und andere physiologische Parameter positiv beeinflussen kann. Ob Fasten jedoch tatsächlich besser wirkt als andere Formen der Kalorienreduktion, ist damit nicht bewiesen.
Intervallfasten

Beim Intervallfasten darf nur zu bestimmten Tageszeiten gegessen werden - am Rest des Tages wird gefastet

Intervallfasten wird immer beliebter. Der Methode werden viele positive gesundheitliche Effekte nachgesagt. Unter anderem soll sie sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und Diabetes auswirken und zur Gewichtsreduktion beitragen. In einer kontrollierten Studie wollten Forscher diese Aussagen nun auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Dazu ließen sie 60 gesunde und normalgewichtige Personen über vier Wochen lang ein Intervallfasten durchführen, während eine Kontrollgruppe von 50 Personen normal weiter aß.

Die Studienautoren stellen fest, dass Intervallfasten tatsächlich das Gewicht der Probanden reduzieren und verschiedene Stoffwechselparameter positiv beeinflussen konnte. Veröffentlicht wurde die Studie in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“.

Intervallfasten kann Gewicht reduzieren

Für die Studie folgten die Probanden einem 36:12-Zyklus, das heißt, dass sie 36 Stunden lang keine Nahrung zu sich nahmen und in den darauf folgenden 12 Stunden so viel essen durften, wie sie wollten. Um zu kontrollieren, dass sich die fastenden Teilnehmer auch tatsächlich an die Vorgaben hielten, überprüften die Wissenschaftler während der Fastenstunden permanent den Blutzuckerspiegel über einen Sensor.

Wie die Forscher vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Universität Graz feststellen konnten, verbesserten sich mehrere gesundheitliche Parameter. So konnten die fastenden Probanden im Durchschnitt 3,5 Kilogramm Körpergewicht verlieren. Auch sank die Menge des viszeralen Fetts, das die Organe umgibt und als besonders gefährlich gilt. Durch den Fettabbau sank auch der Gehalt an Ketonen, die laut anderer Studien an Entzündungsreaktionen im Körper beteiligt sind.

 

Anti-Aging durch Intervallfasten?

Ebenfalls gesunken war der Cholesterinspiegel. Andere Stoffe, denen kardioprotektive und Anti-Aging-Effekte nachgesagt werden, stiegen in ihrer Konzentration hingegen an. Negative Folgen des Fastens konnten die Forscher nicht feststellen. In früheren Studien hatte sich bei fastenden Probanden die Knochenmasse sowie die Knochendichte verringert und die Infektanfälligkeit war gestiegen. Das war hier nicht der Fall gewesen.

Intervallfasten scheint also eine wirksame Methode zur Gewichtsreduktion und zur Verbesserung bestimmter gesundheitlicher Parameter zu haben und dabei sogar Anti-Aging-Effekte zu besitzen. Ob das Fasten dabei anderen Diätmethoden, bei denen die Kalorienzufuhr reduziert wird, überlegen ist, ist damit jedoch nicht bewiesen. Dazu wäre ein direkter Vergleich mit einer Gruppe notwendig gewesen, die sich normal, aber kalorienreduziert ernährt hätte. Auch ist die Studie mit rund 100 Teilnehmern relativ klein gewesen.

Foto: © Rudie - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Diabetes , Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fasten

| Low-Carb-, Null-Diät oder Intervallfasten – es gibt viele Wege abzunehmen. Ein wissenschaftlicher Vergleich zeigt nun, dass keine Diät besser als die andere ist. Das Fazit der Forscher: Schon ein kleiner Diäterfolg ist ein großer Gewinn für die Gesundheit.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Mitte Mai erwarten Virologen eine Coronapatientenwelle und damit die erste Belastungsprobe für das deutsche Gesundheitssystem. Nach Aufrufen von Politik und Universitäten haben Tausende Medizinstudenten ihre Bereitschaft signalisiert, in die Bresche zu springen. Aber wo? In Deutschland gibt es fast 2.000 Krankenhäuser. Auf einer Internet-Plattform können Freiwillige und Einrichtungen jetzt zueinanderfinden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.