Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
31.05.2015

Wie Telemedizin sinnvoll genutzt werden kann

Telemedizinische Verfahren finden zwar immer mehr Verbreitung, stoßen jedoch auch noch auf viele Vorbehalte. Die Bundesärztekammer hat nun aufgelistet, welche telemedizinischen Projekte aus ihrer Sicht wirklich sinnvoll sind.
Wann Telemedizin sinnvoll ist

Telemedizinische Verfahren sollen gefördert werden

Die Regierung hat im Referentenentwurf zum E-Health-Gesetz deutlich bekundet, dass sie telemedizinische Leistungen stärker fördern will. Dazu gehören beispielsweise Teletumorkonferenzen, Telekonsile in der Notfallversorgung oder das telemedizinische Monitoring chronisch Kranker. Während solche Methoden in einigen medizinischen Gebieten bereits etabliert sind, sind sie in anderen Bereichen noch nicht über die Erprobungsphase hinausgekommen. In einem Positionspapier hat die Bundesärztekammer (BÄK) nun dargelegt, in welchen Fällen Telemedizin ihrer Ansicht nach den Patienten wirklich helfen kann. Darüber hinaus hat sie Anforderungen an telemedizinische Versorgungskonzepte zusammengestellt.

Telemedizin soll Versorgungslücken ausgleichen

Der BÄK zufolge ist es besonders wichtig, dass telemedizinische Verfahren tatsächliche Versorgungslücken schließen und nicht dazu benutzt werden, die Interessen bestimmter Anbieter zu erfüllen. Nach Ansicht der BÄK ist mehr und mehr eine angebotsgetriebene Implementierung telemedizinischer Gesundheitsleistungen zu beobachten. Deshalb zeige die Kammer nun „Anwendungsfelder auf, in denen ein stärkerer Einsatz telemedizinischer Methoden zum Wohle unserer Patienten wünschenswert ist“, erklärte Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Telematik-Ausschusses der BÄK.

Die BÄK betont auch, dass es nicht um Einsparpotenziale gehen darf, sondern dass telemedizinische Verfahren immer der Verbesserung der Versorgung der Patienten dienen müssen. Die Methoden sollen daher auch nur zusätzlich zur konventionellen Patientenversorgung eingesetzt werden, diese jedoch nicht ersetzen.

Insbesondere in der Radiologie und der Pathologie lassen sich qualitätssteigernde Effekte durch sogenannte Telekonsile beobachten. Auch im Bereich der Notfallversorgung kann Telemedizin zu einer Verbesserung der innerärztlichen Kommunikation führen. Studien konnten zudem zeigen, dass Telemonitoring bei chronischen Erkrankungen wie beispielsweise der Herzinsuffizienz zu einer kontinuierlichen Versorgung der Patienten beitragen kann.

 

Telemonitoring soll Versorgung chronisch Kranker verbessern

Wegen des drohenden Ärztemangels, besonders im ländlichen Raum, hofft die Kammer daher, dass Telemonitoring die Versorgung chronisch Kranker verbessern kann. Allerdings müssten hier noch mehr Mittel für Forschungsprojekte bereitgestellt werden, so die BÄK. Sinnvoll seien auch Systeme, die der Überbrückung von Behandlungspausen zwischen Klinikentlassung und ambulanter Weiterbehandlung dienen. Auch innerhalb der psychotherapeutischen Versorgung könnten telemedizinische Methoden Versorgungslücken ausgleichen.

Damit die Anwendung telemedizinischer Verfahren auch angemessen vergütet wird, soll die Telemedizin in der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) verankert werden – das wurde beim 118. Deutschen Ärztetag in Frankfurt beschlossen. Im Beschlusstext heißt es, die zurzeit laufende GOÄ-Reform biete die Chance, die sich in der Zukunft zwingend weiterentwickelnden Möglichkeiten der Telemedizin sachgerecht aufzunehmen.

Foto: © Zerbor – Fotolia.com

Autor: red
 

Weitere Nachrichten zum Thema Telemedizin

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Vitamin C ist das bekannteste Vitamin überhaupt. Es ist an über 150 Stoffwechselprozessen beteiligt, gut für Zähne und Knochen, die Verdauung und die Entgiftung der Leber. Und es hemmt die Bildung von krebsauslösenden Nitrosaminen. Anders als vielfach angenommen, hat seine wichtigste Wirkung aber nicht mit dem Schutz vor Erkältungen zu tun – sondern mit Anti-Aging.

Reizüberflutung und Stress sind die Schattenseiten der Digitalisierung. Da hilft nur die digitale Entgiftung. Ein Psychologe gibt Tipps, wie der Entzug trotz Homeoffice und Homeschooling umgesetzt werden kann.

Zahnpflege ist wichtig. Auf lange Sicht natürlich zum Schutz vor Zahnausfall; aber auch, weil Entzündungen im Mund Krankheiten im gesamten Körper begünstigen können. Manche Lebensmittel aber schwächen beim Essen vorübergehend die Widerstandskraft des Zahnschmelzes. Deshalb gilt hier: Eine halbe Stunde warten. Oder die Zähne VOR dem Essen putzen – beim Frühstück vor allem.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin