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08.09.2015

Wie Stallstaub vor Allergien schützt

Wer auf einem Bauernhof mit Tieren aufwächst, bekommt seltener Asthma und Allergien. Dieser so genannte Stallstaub-Effekt ist bekannt. In einer Studie wiesen Forscher nach, welche Mechanismen genau für den Schutz sorgen.
Allergien

Stallstaub-Effekt: Wer mit Tieren aufwächst, bekommt weniger Allergien

Bei allergischem Asthma wird das Immunsystem durch an sich harmlose Allergene wie Hausstaubmilben aktiviert und eine überflüssige Signalkaskade in Gang gesetzt, die zu chronischen Entzündungen in den Atemwegen führt.

Kinder, die auf einem Bauernhof leben, atmen mit dem Stallstaub viele Zellwand-Bestandteile verschiedener Bakterien ein. Der Kontakt mit diesen Endotoxinen regt die kindliche Immunabwehr an und beugt späteren Fehlreaktionen des Immunsystems vor.

Allergien: Stallstaub stimuliert Enzym, das schützt

Wie das genau funktioniert, zeigten die Forscher an Mäusen: Die Endotoxine stimulieren in der Schleimhaut der Atemwege das Enzym A20. A20 bremst einen für die Immunreaktion nötigen Faktor, die Entzündungskaskade stoppt.

Mäuse, die A20 nicht bilden können, entwickelten trotz täglicher Endotoxin- beziehungsweise Stallstaub-Gaben Asthma-Symptome, wenn sie allergieauslösenden Faktoren ausgesetzt wurden.

A20 spielt auch beim Menschen eine Rolle: Nach der Stimulation mit Endotoxinen enthielten bronchiale Epithelzellen gesunder Kontrollpersonen mehr A20 als die Zellen von Asthma-Patienten.

Ein Team um Studien-Autorin Erika von Mutius, Leiterin der Asthma- und Allergieambulanz am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München, stellte außerdem eine genetische Komponente für den Stallstaub-Effekt fest.

Die Erbinformationen für A20 liegen beim Menschen auf dem Gen TNFAIP3, das in verschiedenen Varianten vorkommt. Bei einer TNFAIP3-Variante kann Asthma durch Endotoxine fast vollständig unterdrückt werden, bei der anderen  Variante funktioniert der Schutz nur zu etwa 30 Prozent.

Foto: countrypixel

 
Hauptkategorie: Medizin
 

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