. Allergien

Wie Stallstaub vor Allergien schützt

Wer auf einem Bauernhof mit Tieren aufwächst, bekommt seltener Asthma und Allergien. Dieser so genannte Stallstaub-Effekt ist bekannt. In einer Studie wiesen Forscher nach, welche Mechanismen genau für den Schutz sorgen.
Allergien

Stallstaub-Effekt: Wer mit Tieren aufwächst, bekommt weniger Allergien

Bei allergischem Asthma wird das Immunsystem durch an sich harmlose Allergene wie Hausstaubmilben aktiviert und eine überflüssige Signalkaskade in Gang gesetzt, die zu chronischen Entzündungen in den Atemwegen führt.

Kinder, die auf einem Bauernhof leben, atmen mit dem Stallstaub viele Zellwand-Bestandteile verschiedener Bakterien ein. Der Kontakt mit diesen Endotoxinen regt die kindliche Immunabwehr an und beugt späteren Fehlreaktionen des Immunsystems vor.

Allergien: Stallstaub stimuliert Enzym, das schützt

Wie das genau funktioniert, zeigten die Forscher an Mäusen: Die Endotoxine stimulieren in der Schleimhaut der Atemwege das Enzym A20. A20 bremst einen für die Immunreaktion nötigen Faktor, die Entzündungskaskade stoppt.

Mäuse, die A20 nicht bilden können, entwickelten trotz täglicher Endotoxin- beziehungsweise Stallstaub-Gaben Asthma-Symptome, wenn sie allergieauslösenden Faktoren ausgesetzt wurden.

A20 spielt auch beim Menschen eine Rolle: Nach der Stimulation mit Endotoxinen enthielten bronchiale Epithelzellen gesunder Kontrollpersonen mehr A20 als die Zellen von Asthma-Patienten.

Ein Team um Studien-Autorin Erika von Mutius, Leiterin der Asthma- und Allergieambulanz am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München, stellte außerdem eine genetische Komponente für den Stallstaub-Effekt fest.

Die Erbinformationen für A20 liegen beim Menschen auf dem Gen TNFAIP3, das in verschiedenen Varianten vorkommt. Bei einer TNFAIP3-Variante kann Asthma durch Endotoxine fast vollständig unterdrückt werden, bei der anderen  Variante funktioniert der Schutz nur zu etwa 30 Prozent.

Foto: countrypixel

 
Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Allergien

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Das Medulloblastom ist ein bösartiger Hirntumor, der meist im Kleinkindes- und Kindesalter auftritt. Forscher der Universität Bonn haben nun gemeinsam mit einem internationalen Team eine Form der Erkrankung identifiziert, die besonders gute Heilungschancen aufweist. Unter Umständen kann man den Betroffenen zukünftig mit einer deutlich schonenderen Behandlung helfen als bisher.
Sie hat keine Kalorien und trotzdem soll sie dick machen: Kohlensäure. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie, die bereits letztes Jahr durchgeführt wurde und nun wieder in die Schlagzeilen geraten ist. Doch stimmt das wirklich?
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.