. Herz-Kreislauf-System

Wie sich Gesundheitsrisiken von Trauernden verringern lassen

Trauer ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt verbunden. Gängige Medikamente können dazu beitragen, das Risiko für die Trauernden zu verringern.
trauer, tränen, hinterbliebene

Gängige Medikamente können auch Symptome von Angst und Depression bei Trauernden lindern

Trauer ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt verbunden. Gängige Medikamente können dazu beitragen, das Risiko für die Trauernden zu verringern. Das ergab eine Studie der Universität von Sydney.

Laut Studien-Autor Prof. Geoffrey Tofler gibt es eine Zunahme von Herzinfarkt und Tod bei Hinterbliebenen, insbesondere bei denen, die einen Ehepartner oder ein Kind trauern.

Erhöhtes Herzinfarkt-Risiko für sechs Monate

Das erhöhte Risiko eines Herzinfarkts könne bis zu sechs Monate dauern. Es ist in den ersten Tagen nach dem Trauerfall am höchsten und bleibt zwischen sieben Tagen und einem Monat nach dem Verlust viermal so hoch.

"Trauer nach dem Tod eines geliebten Menschen ist eine der stressigsten Erfahrungen, denen der Mensch ausgesetzt ist", sagte Professor für präventive Kardiologie an der Fakultät für Medizin und Gesundheit der Universität Sydney und leitender Kardiologe bei Royal North Shore Krankenhaus.

 

Wie sich Gesundheitsrisiken von Trauernden verringern lassen

Das Forschungsteam hat 85 Ehepartner oder Eltern innerhalb von zwei Wochen nach dem Verlust ihres Familienmitglieds in die Studie aufgenommen. 42 Teilnehmer erhielten sechs Wochen lang niedrige Tagesdosen eines Betablockers und Aspirin, während 43 Placebos erhielten. Herzfrequenz und Blutdruck wurden sorgfältig überwacht, und bei Blutuntersuchungen wurden Veränderungen der Blutgerinnung bewertet.

"Das wichtigste Ergebnis war, dass das Medikament, das einmal täglich in einer niedrigen Dosis angewendet wurde, erfolgreich Blutdruck- und Herzfrequenzspitzen reduzierte und eine positive Veränderung der Blutgerinnungstendenz zeigte", sagte Prof. Tofler. So lassen sich also Gesundheitsrisiken von Trauernden verringern.

Symptome von Angst und Depression verringert

Die Ermittler überwachten auch die Trauerreaktion der Teilnehmer. "Wir waren beruhigt, dass das Medikament keine negativen Auswirkungen auf die psychischen Reaktionen hatte und tatsächlich die Symptome von Angstzuständen und Depressionen verringerte", sagte Professor Tofler.

Das verringerte Maß an Angst und der niedrigere Blutdruck blieb auch nach dem Absetzen der sechswöchigen täglichen Betablocker und Aspirin bestehen. Zukünftige Studien seien nun erforderlich, um zu beurteilen, ob diese Medikamente für andere kurze Zeiträume mit schwerem emotionalem Stress verwendet werden könnten. Die Studie wurde im im American Heart Journal veröffentlicht.

Foto: Adobe Stock/goffkein

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck , Herzinfarkt
 

Weitere Nachrichten zum Thema Trauer

| Wer einen Partner durch Trennung oder Tod verliert, fällt nicht selten in Antriebslosigkeit und Depression. Wissenschaftler der Universität Regensburg konnten nun zeigen, dass der Verlust des Partners zu einer erhöhten Aktivität des Stresshormons CRF führt, das wiederum das Oxytocin-System fast völlig zum Erliegen bringt.
| Trauer nach einem Verlust ist ganz normal. Doch wer länger als sechs Monate im Trauerprozess verharrt, sollte professionelle Hilfe holen, raten Psychologen aus Leipzig. Es könnte eine pathologische Trauer dahinter stecken.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Die Corona-Pandemie hat unser Leben radikal verändert. Familien leben auf engem Raum zusammen. Alleinstehenden brechen die sozialen Kontakte weg. Experten befürchten eine Zunahme häuslicher Gewalt. Über Hilfestellungen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Psychiater und Stressforscher Prof. Dr. Mazda Adli gesprochen.
Der Deutsche Ethikrat hält die gegenwärtigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie in Deutschland für gerechtfertigt. Jedoch müssten die Restriktionen bald schrittweise gelockert werden. Wie das geschehen kann, hat das Gremium in seiner Ad-hoc-Empfehlung "Solidarität und Verantwortung in der Corona-Krise" beschrieben.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.