. Kaffee und Co

Wie schädlich ist Koffein in der Schwangerschaft?

Schadet Koffein in der Schwangerschaft dem Ungeborenen oder nicht? Die Antworten auf diese Frage fallen recht unterschiedlich aus. Doch in den letzten Jahren haben Studien zu etwas mehr Klarheit geführt. Demnach kommt es vor allem auf die Menge an.
Kaffe in der Schwangerschaft

Schwangere müssen auf Kaffee nicht völlig verzichten

Anders als beim Alkohol ist die Wirkung von Koffein auf das Ungeborene relativ umstritten. Zwar weiß man, dass Koffein die Plazenta passiert und so in den Kreislauf des Ungeborenen gelangt, doch ob und wie schädlich das für das Kind ist, blieb bislang unklar. Einige Studien der vergangenen Jahre konnten jedoch für etwas mehr Aufklärung sorgen. Sie zeigen, dass Kaffee, Tee und Cola zu Wachstumsstörungen beim Kind führen und sogar einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns haben können – allerdings erst in höheren Dosen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher ebenso wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schwangeren Frauen, ihren Koffeinkonsum auf 300 Milligramm pro Tag zu begrenzen. Das entspricht zwei bis drei Tassen Filterkaffe pro Tag. Andere Gesundheitsämter wie die in den USA oder Norwegen empfehlen sogar nur höchstens 200 Milligramm Koffein pro Tag.

Koffein führt zu niedrigerem Geburtsgewicht

Autoren einer schwedischen Studie, die vor zwei Jahren veröffentlicht wurde, haben sogar dazu geraten, den Koffeinkonsum noch stärker zu begrenzen. In ihrer Studie konnten sie zeigen, dass Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft durchschnittlich 100 Milligramm Koffein pro Tag zu sich genommen hatten, ein um 30 Gramm niedrigeres Geburtsgewicht als andere Neugeborene aufwiesen. Und obwohl das nicht viel zu sein scheint, meinten die Forscher, dass gerade beim Geburtsgewicht schon kleine Unterschiede eine große Rolle spielen könnten.

Die schwedischen Wissenschaftler räumten allerdings auch ein, dass noch gar nicht klar sei, ob sich der durch das Koffein verursachte Gewichtsverlust negativ auf das spätere Leben der Kinder auswirke. Doch solange dies nicht endgültig erforscht sei, ist es ihrer Meinung nach sinnvoll, den Konsum von Kaffee, Tee oder Cola während der Schwangerschaft so weit wie möglich zu reduzieren.

Völliger Verzicht nicht notwendig

Dass Koffein in der Schwangerschaft möglicherweise negative Wirkungen auf das Kind haben könnte, haben auch französische Forscher gezeigt. Im Mausversuch konnten sie nachweisen, dass Koffein in größeren Mengen die Gehirnentwicklung des Nachwuchses negativ beeinflussen und sogar das Risiko für epileptische Anfälle erhöhen kann. Allerdings sei es verfrüht, diese Ergebnisse auf den Menschen zu übertragen, so die Forscher.

Um ganz sicher zu gehen, sollten Schwangere ihren Koffeinkonsum, soweit es ihnen möglich ist, reduzieren. Da die Auswirkungen auf das Ungeborene aber relativ gering sind und sich vor allem erst bei höheren Dosierungen zeigen, muss nicht ganz auf Kaffee und Co verzichtet werden. Zudem haben sich Befürchtungen, Koffein könne zu Frühgeburten führen, als unzutreffend erwiesen.

Foto: © dloboda – Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Kaffee , Koffein

Weitere Nachrichten zum Thema Schwangerschaft

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.