. Folgen von Tabakkonsum

Wie Rauchen der Leber schadet

Beim Thema Rauchen denken die meisten Menschen hauptsächlich an Lungenkrebs. Doch Tabakkonsum kann auch der Leber schaden und Leberkrebs begünstigen. Darauf hat die Deutsche Leberstiftung aufmerksam gemacht.
Rauchen verstärkt Lebererkrankungen

Rauchen kann Lebererkrankungen verschlimmern und Leberkrebs befördern

Rauchen verursacht hierzulande mehr als 70.000 Krebserkrankungen jährlich – darunter auch Leberkrebs. Nach Expertenmeinung stellt das Rauchen sogar den bedeutsamsten Risikofaktor für diese Krebsform dar. Denn neben der Lunge, dem Rachen und dem Kehlkopf wird unter anderem auch die Leber durch den Tabakkonsum geschädigt. Die Deutsche Leberstiftung hat daher darauf hingewiesen, dass Rauchen der Leber schadet und vorhandene Lebererkrankungen verschlimmern kann.

Nikotin wird über die Leber abgebaut

Die Leber ist die Entgiftungszentrale des Körpers und filtert Schadstoffe aus dem Blut. Auch das Nikotin, das durch den Tabakkonsum in den Körper gelangt, wird über die Leber abgebaut und belastet so dieses lebenswichtige Organ. Besteht bereits eine Lebererkrankung, wie zum Beispiel eine chronische Infektion mit einem Hepatitis-Virus, erhöht Rauchen das Risiko für die Bildung einer Leberzirrhose und in der Folge eines Leberzellkrebses.

Da chronische Entzündungen der Leber oft ohne Symptome verlaufen und daher lange Zeit unbemerkt bleiben, kann das Rauchen über Jahre diese Krankheit unbemerkt verschlimmern. Das zeigten beispielsweise mehrere große Studien für Hepatitis B-Patienten aus Taiwan, die übereinstimmend einen deutlichen Anstieg des Risikos für Leberzellkrebs bei Rauchern gegenüber Nichtrauchern nachgewiesen haben. Andere Studien haben gezeigt, dass jeder zweite Leberkrebspatient geraucht hat.

Passivrauchen erhöht Risiko für Fettleber

Rauchen ist auch als bedeutender Risikofaktor für ein Fortschreiten der Lebererkrankung bei Patienten mit einer Fettleber identifiziert worden. Menschen, die mehr als zehn Jahre mindestens eine Schachtel Zigaretten pro Tag geraucht haben, weisen eine höhere Wahrscheinlichkeit auf, eine fortgeschrittene Leberfibrose oder gar eine Leberzirrhose zu entwickeln.

Besonders problematisch: Auch wer selbst nicht raucht, jedoch dauerhaft Zigarettenqualm ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Risiko für Lebererkrankungen. Mediziner der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) weisen darauf hin, dass Passivrauchen eine Fettleber begünstigen kann. So haben Studien an Mäusen gezeigt, dass die Inhaltsstoffe im Tabakrauch die Leber zu vermehrter Fettsäurebildung anregen.

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Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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