. Nach gescheitertem Antrag

Wie qualifiziert müssen Osteopathen sein?

Die Forderung nach einer Grundausbildung für Physiotherapeuten in Osteopathie ist vorläufig gescheitert. Nun hat sich die Bundesärztekammer eingeschaltet.
Wer kann, der darf: Physiotherapeuten sollten künftig eine Grundausbildung in Osteopathie erhalten, finden Ärzte

Wer kann, der darf: Physiotherapeuten sollten künftig eine Grundausbildung in Osteopathie erhalten, finden Ärzte

Die Bedeutung der Osteopathie hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Mit den Händen heilen nach dem Motto „find it, fix it, leave it" dürfen Ärzte, die eine Weiterbildung in Manueller Medizin sowie Osteopathische Verfahren absolviert haben. 500 Stunden sind dafür vorgesehen. Noch viel öfter nehmen Physiotherapeuten osteopathische Behandlungen vor, um Patienten von allerlei Leiden zu befreuen. Allerdings fehlen ausgerechnet für diese wichtige Berufsgruppe verbindliche Ausbildungskriterien. Daher wollte das Bundesgesundheitsministerium eine Grundausbildung für Physiotherapeuten im Rahmen des Dritten Pflegestärkungsgesetzes einführen. Doch der Änderungsantrag war im November am Widerstand einiger Bundesländer gescheitert.

Montgomery schreibt Brief an Gröhe

Nun hat sich der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery eingeschaltet. Die Osteopathie gehöre zwingend in die Hände von qualifizierten Ärzten und Physiotherapeuten, sagte er. „Wer sich dem verweigert, spielt ohne Not mit der Gesundheit und Sicherheit von Patienten.“

Montgomery hat deshalb Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in einem Brief gebeten, den Antrag nochmals in das parlamentarische Verfahren einzubringen. Es sei bedauerlich, dass diese wichtige Initiative am Widerstand einzelner Bundesländer gescheitert sei, betonte er in seinem Schreiben. Weiterhin sicherte er dem Bundesgesundheitsministerium in dieser Frage „die volle Unterstützung der Ärzteschaft zu.“

Es geht um 60 Unterrichtseinheiten

Außerdem forderte Montgomery die Bundesländer auf, die Qualitätssicherung in der Anwendung osteopathischer Verfahren durch Verankerung in der Aus- und Weiterbildung der Physiotherapeuten zu ermöglichen.

Vorgesehen war, 60 Unterrichtseinheiten „Osteopathie“ in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Ausbildung von Physiotherapeuten zu verankern. Dagegen hatten sich die Verbände der Osteopathen heftig gewährt. Sie wollen die Osteopathie als eigenen Heilberuf etablieren. Der Streit zwischen Ärzteschaft und Osteopathen besteht schon seit Jahren.

Foto: © karelnoppe - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik

Weitere Nachrichten zum Thema Osteopathie

| Ginge es nach dem Verband der Osteopathen Deutschlands, würde es bald einen nichtärztlichen „Ostheopathen“ als eigenständige Berufsbezeichnung geben. Doch Ärzte fürchten Wildwuchs und wollen die Osteopathie in medizinischen Händen belassen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Obwohl die WHO England im vergangenen Jahr für masernfrei erklärt hat, sind in diesem Jahr einige Ausbrüche bekannt geworden. So wurden seit Beginn des Jahres in England und Wales über 180 Erkrankungen gemeldet, berichtet das Centrum für Reisemedizin.
. Top-Fortbildungen
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.